Soldatengottesdienst in Münster: Das sind die Sorgen der Teilnehmer
Lokalzeit Münsterland. 03.03.2026. 01:48 Min.. Verfügbar bis 03.03.2028. WDR. Von Alina Freimann.
Antonius Hamers, zur Zeit Leiter des Bistums Münster, war nach dem Gottesdienst tief berührt.
Gemeinsam mit Soldatinnen und Soldaten zu beten, die vereint sind in der Trauer um die unschuldigen Opfer und in der Sorge selbst in einen Konflikt hineingezogen zu werden, das hat mich sehr bewegt. Antonius Hamers, Bistum Münster
Die Eskalation des Nahost-Konflikts wurde von allen intensiv diskutiert. Aber noch mehr beschäftige die Militärangehörigen der Konflikt mit Russland, berichtet Antonius Hamers aus Gesprächen mit den Soldaten. Der Grund für ihre Sorgen: Der Angriff auf die Ukraine und zuletzt die Verlegung deutscher Truppen ins Baltikum.
Kein politisches Statement beim Gottesdienst
Der kommissarische Verwalter des Bistums Münster, Antonius Hamers, leitete den Gottesdienst
Gottesdienstleiter Antonius Hamers hat bei der Messe im Dom heute Vormittag kein politisches Signal gesendet. Es ginge ihm eher darum, gemeinsam um den Frieden zu bitten. Britische, niederländische, französische, norwegische, amerikanische, italienische, spanische und griechische Soldaten haben am Gottesdienst in Münsters Dom teilgenommen. Ebenso wie Soldaten verschiedener Standorte in Deutschland.
Gefühl der Ohnmacht bei vielen
Auch Militärseelsorger Constantin Rhode war dabei. Er hat ständigen Kontakt zu Soldaten, weiß, was viele von ihnen beschäftigt. Was er aus Gesprächen mit Soldaten berichtet, klingt nach Ohnmacht in einer kaum zu überblickenden Lage.
Auch wenn ein gerechter Frieden sowohl in der Ukraine als auch im Nahen Osten noch in weiter Ferne ist, wirkt es so, als würden selbst die kleinsten Erfolge in Richtung nachhaltigem Frieden gleich wieder zunichte gemacht werden. Constantin Rhode, Militärseelsorger
Diese Gefühlslage bringt auch Bistums-Leiter Antonius Hamers zum Ausdruck. Er könne sich an keinen Internationalen Soldatengottesdienst seit mehr als zehn Jahren erinnern, bei dem nicht irgendwo auf der Welt Krieg geherrscht habe. Aber die Möglichkeit für deutsche Soldatinnen und Soldaten, in einen dieser Kriege verwickelt zu werden, war schon lange nicht mehr so groß, wie heute.
Unsere Quellen:
- Gespräch mit Diözesanadministrator Dr. Antonius Hamers
- Gespräch mit Militärseelsorger Constantin Rhode
- WDR-Reporter vor Ort
Sendung: WDR 2 Münsterland, Lokalzeit, 03.03.2026, 15.31 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Münsterland, 03.03.2026, 19.30 Uhr