Meter um Meter steigt der Korb des Kranwagens in die Höhe. Er steht auf einer kleinen Grünfläche direkt vorm Haupteingang der Kusselberg-Grundschule in Detmold. Und dort, genau da, wo die Schülerinnen und Schüler morgens ihre Schule betreten wollen, sitzt er in luftiger Höhe in einer Eiche: der Eichenprozessionsspinner.
Schädlinge können allergische Reaktionen auslösen
Gleich drei Schulen im Detmolder Stadtgebiet hatten vergangene Woche Alarm geschlagen. Es wurden Bereiche der Schulhöfe abgesperrt, Suchaktionen gestartet und an der Kusselberg-Grundschule sogar auf Distanzunterricht umgestellt.
Klar ist: Die Raupen sollen zeitnah weg. Denn wer in Kontakt mit den Brennhaaren des Eichenprozessionsspinners kommt, riskiert heftige allergische Reaktionen. "Wir gehen da nur mit Schutzanzügen, Maske, Schutzbrille und Handschuhen hoch", sagt Nico Deppe, dessen Team die Tiere entfernen soll.
Etwa 20 Nester an Detmolder Schulen
Derart eingepackt geht es für Mitarbeiter Luca Wilkening hoch in die Luft. Mit einem Kleber besprüht er das Nest, zieht es dann vorsichtig ab und verstaut es in einem sicheren Behälter. Doch die wirklich wichtige Aufgabe kommt erst noch: Genau untersuchen, ob am Baum oder in der Nähe noch weitere Nester zu finden sind. Und so ist es dann auch.
"Wir haben schon damit gerechnet, dass es weitere Nester geben würde", sagt Luca Wilkening. In seinem Schutzanzug wird es bei fast 30 Grad ziemlich schnell, ziemlich warm. Trotzdem sucht er die Bäume vom Kranwagen aus systematisch ab. Mehrmals wird er fündig - etwa zwanzig Nester entfernt er mit seinem Team insgesamt.
Weiterhin Ausschau halten
An der Detmolder Heinrich-Drake-Realschule zeigt sich dagegen ein anderes Bild: Hier ist das einzige Nest des Eichenprozessionsspinners bereits verschwunden, bevor die Spezialisten überhaupt ankommen. Ein Specht schwirrt in der Nähe des befallen Baumes herum: Vermutlich hat er die Eichenprozessionsspinner als Nahrungsquelle entdeckt.
Damit ist die akute Gefahr an den Detmolder Schulen erstmal beseitigt. In den kommenden Wochen heißt es jedoch hoffen, dass keine neuen Nester auftauchen - und es wird regelmäßig geprüft: "Unsere Schulhausmeister sind sensibilisiert und werden in den nächsten Tagen mit offenen Augen die Schulhöfe absuchen", sagt Sebastian Brinkmann von der Stadt Detmold.
Keine Gefahr mehr an Detmolder Schulen
WDR. 22.06.2026. 00:41 Min.. Verfügbar bis 21.06.2028. WDR Online.
Unsere Quellen:
- Sebastian Brinkmann, Abteilungsleiter Immobilienmanagement der Stadt Detmold
- Nico Deppe und Luca Wilkening von der Firma Döhr aus Kalletal
- Pressestelle Stadt Detmold
- Beobachtungen des WDR-Reporters vor Ort
Sendung: WDR 12:45, 22.06.2026, 13:00 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit OWL, 22.06.2026, 19.30 Uhr