Mit einer besonders perfiden Betrugsmasche brachte die Bande mehrere Senioren dazu, ihnen Geld und Schmuck zu übergeben. Angeblich zu deren Schutz. Ihre Adressen stünden auf einer Liste von Einbrechern, hieß es am Telefon. Damit es nicht so weit komme, sollten die Angesprochenen ihre Bargeldbeträge und Wertgegenstände in Sicherheit bringen. Ein Polizist komme vorbei und würde alles abholen.
Spur führt in die Türkei
Nur dass der "Polizist" eben kein Polizist war, sondern ein Mitglied der Bande. Der brachte Geld und Schmuck der gutgläubigen Senioren zu dem Beschuldigten nach Bielefeld.
Seine Aufgabe, so die Anklage: Wohnungen in der Türkei anzumieten, von wo aus die anderen Beschuldigten ihre Telefonate führten und eben die Beute über einen Kontaktmann in Empfang zu nehmen.
Angeklagter will wohl aussagen
Im Münsterland wurden eine Seniorin in Beckum und ein Senior in Sendenhorst Opfer des Betrugs. In Ostwestfalen konnten die Ermittler weitere Betrugsfälle aufdecken. Vor Gericht zeigte sich der Angeklagte gesprächsbereit.
Über seine Anwältin kündigte er an, sich in der Sache einlassen zu wollen. Das wird nun - zusammen mit verschiedenen Zeugenaussagen - in einem der nächsten vier anberaumten Termine im März passieren. Dann wird es vermutlich auch ein Urteil geben. Dem Angeklagten droht eine mehrjährige Haftstrafe.
Falsche Polizisten: Prozessauftakt am Landgericht Münster
WDR Studios NRW. 20.02.2026. 00:50 Min.. Verfügbar bis 20.02.2028. WDR Online.
Unsere Quellen:
- WDR-Reporter im Prozess
- Sprecherin Landgericht Münster
Sendung: WDR 2 Münsterland, Lokalzeit, 20.02.2026, 15:31 Uhr