Mehrere schwimmende Militärfahrzeuge transportieren Autos über den Rhein

Mit Panzern über den Rhein: Großes Militärmanöver bei Kalkar

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In Kalkar trainieren über 1.200 Soldaten aus vier Ländern gemeinsam. Sie überqueren den Rhein - und zwar mit Panzern und anderen Militärfahrzeugen.

5:30 Uhr am Samstagmorgen am Rhein in Kalkar. Der Himmel ist zu großen Teilen noch dunkel, nur ein kleiner Streifen rosa verrät, dass die Sonne gleich aufgeht. Rhythmisch plätschert das Wasser in Wellen ans Ufer. Doch dann ist auch noch ein anderes Geräusch aus der Ferne zu hören: Motoren. Dann wird es laut, als mehrere Militärfahrzeuge in einer Kolonne und an der Anlegestelle Dornick fast bis ans Wasser fahren.

1.200 Soldaten aus vier Ländern trainieren gemeinsam

Sie sind Teil einer groß angelegten Militärübung. Mit dabei sind über 500 Militärfahrzeuge und 1.200 Soldaten und Soldatinnen aus vier Nationen. Niederländer, Briten, Italiener und Deutsche üben hier gemeinsam, was sonst nur im Krieg passiert: das Übersetzen schwerer Fahrzeuge.

Ein Mann in Bundeswehruniform

André Burdich

Das Training ist wichtig, denn auf dem Wasser ist es meistens so laut, dass sich die Soldaten untereinander nicht verstehen können. Sie kommunizieren untereinander per Handzeichen - aber: "Jede Nation hat seine eigenen Handzeichen", erklärt André Burdich von der Bundeswehr. Deshalb müsse geübt werden, um dann gemeinsam zum Ziel zu kommen.

Amphibienfahrzeuge für Land und Wasser

Überquert werden soll der Rhein mit sogenannten Amphibienfahrzeugen. Die können sowohl auf dem Land als auch auf der Wasseroberfläche fahren. Vier von ihnen können sich fest zusammenschließen und so eine Art Fähre bilden. Die hat im Vergleich zur Brücke einen großen Vorteil: Sie ist wesentlich flexibler.

Ein Militärfahrzeug am Rheinufer, daneben ein Soldat in Uniform

Beim Reinfahren ist Präzision gefordert

Doch dafür müssen die schweren Fahrzeuge erstmal ins Wasser. Ein Mann in Tarn-Uniform und mit einem Headset gibt Anweisungen und dirigiert die Wagen bis ans Wasser. Auf sein Kommando entfaltet sich der obere Teil des Wagens und klappt nach links und rechts, sodass die Fläche des Fahrzeugs deutlich vergrößert ist. Dann geht es mit Vollgas in den Rhein.

Kleine Fähren mit großer Traglast

Ein Militärfahrzeug fährt an einer Anlegestelle in den Rhein

Ein Amphibienfahrzeug fährt ins Wasser

Immer mehr Amphibienfahrzeuge fahren ins Wasser. Vom Rhein sind laute Motorengeräusche zu hören, als endlich alle zwölf Fahrzeuge schwimmen. Schnell sortieren die Soldaten sich und bilden insgesamt drei Fähren. Sie sehen klein aus, aber sind extrem belastbar.

Zwei Panzer können sie transportieren. Die wiegen zusammen 140 Tonnen - "Ein Flugzeug, also ein A320, wiegt 60 Tonnen. Nur zum Vergleich, da würden zwei draufpassen", meint Burdich. "Oder 500 Mal das Auto Fiat 500." Die werden heute nicht über den Rhein gebracht, dafür jede Menge Militärfahrzeuge, darunter Jeeps, LKW und eben auch Panzer.

Militärübung sorgt in kleinem Dorf für Aussehen

Mehrere Menschen sitzen auf einer Wiese am Rhein

Im Tausend-Seelen-Dorf Hönnepel war einiges los am Samstagmittag

Auch ein paar Kilometer weiter, am Rhein bei Kalkar-Hönnepel, trainiert das Militär genau diesen Einsatz und transportiert Fahrzeuge von einem Ufer zum anderen. Hier haben sich einige Anwohner und Radfahrer versammelt und beobachten das Spektakel. Ein Mann aus Kalkar meint: "Ich war selbst bei der Bundeswehr und finde das gut, dass die Bundeswehr wieder Präsenz zeigt. Und auch wichtig in der heutigen Zeit."

Auch Klaus Eilerts und seine Frau sind zum Rhein gekommen, um die Militärübung zu sehen. "Sehr informativ und aufregend", meint Eilerts. Und seine Frau ergänzt: "Und beruhigend."

Die Übung wird noch bis zum Abend laufen. Danach werden die Soldaten dann nach und nach in ihre Kasernen zurückkehren.

Unsere Quellen:

  • Beobachtungen von Reporterin vor Ort
  • Interviews mit Anwohnern
  • Bundeswehr
  • Polizei Kleve

Über dieses Thema berichten wir am 28.06.2025 auch im WDR Fernsehen: WDR aktuell, 12.45 Uhr.

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