Cyberangriffe auf viele Flughäfen
Aktuelle Stunde . 20.09.2025. 42:36 Min.. Verfügbar bis 20.09.2027. WDR. Von Dorothea Schluttig.
Nach Flughafen-Cyberangriffen: Airport Münster wieder im Normalbetrieb
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Während das Personal an mehreren Flughäfen noch immer gegen die Auswirkungen des Cyber-Angriffs vom Wochenende kämpft, läuft am FMO zum Wochenstart alles nach Plan. Am Wochenende stellte der Flughafen in Münster einen Server ab. Es gab Auswirkungen auf den Flugverkehr in ganz Europa.
Ein Cyberangriff auf ein System zur Passagierabfertigung an europäischen Flughäfen ist für Reisende in Nordrhein-Westfalen zunächst ohne spürbare Auswirkungen geblieben. Der Flughafen Münster/Osnabrück war allerdings betroffen.
Check-in System lahm gelegt
Das System eines Dienstleisters, das unter anderem für den Check-In genutzt wird, wurde komplett lahmgelegt. Das Flughafenpersonal hat aber schnell reagiert und den Server abgekoppelt, sie konnten dann mit einem anderen Server weiterarbeiten.
"Wir konnten sehr schnell reagieren. Unsere IT hat unsere Server von dem betroffenen System getrennt." Sprecherin, Flughafen Münster/Osnabrück
"Fluggäste haben davon überhaupt nichts mitbekommen", sagte eine Flughafensprecherin. Vereinzelt konnten sich Passagiere vorab nicht online einchecken, am Flughafen selbst hat das aber dann geklappt. Starts und Landungen verliefen nach Plan. Zwei Verspätungen an dem Regionalflughafen hätten andere Gründe gehabt.
Jetzt wird erstmal mit dem anderen Server weitergearbeitet.
Die anderen NRW-Airports in Düsseldorf, Köln/Bonn, Dortmund, Weeze und Paderborn/Lippstadt waren nach Angaben von Sprechern nicht von dem Cyberangriff betroffen.
Dienstleister bestätigt "cyberbedingte Störung"
Laut den Flughäfen BER und London Heathrow ist die Firma Collins Aerospace betroffen, das Unternehmen bestätigte der Deutschen Presse-Agentur "eine cyberbedingte Störung" an einigen Flughäfen. "Wir arbeiten aktiv daran, das Problem zu beheben und die volle Funktionalität für unsere Kunden schnellstmöglich wiederherzustellen. Die Auswirkungen beschränken sich auf den elektronischen Check-in und die Gepäckabgabe und können durch manuelle Check-in-Vorgänge abgemildert werden", schrieb Collins Aerospace.
Laut Dienstleister nutzen mehr als 200 Flughäfen weltweit das System.
Papierlisten zum Abhaken
Am Berliner Flughafen BER sorgen die technischen Probleme nach dem Cyberangriff auch am Sonntag noch für längere Wartezeiten. Auch verspätete Abflüge seien weiter nicht ausgeschlossen.
Ein Sprecher des Hauptstadt-Airports sagte: "Derzeit versuchen wir, mit Papierlisten und Bleistift zum Abhaken zu arbeiten und bemühen uns um eine schnelle Behebung. Daher dauert es alles länger." Wie lange die Einschränkung andauere, könne er nicht sagen. Ein Krisenstab sei eingerichtet worden. Der Online-Check-in funktioniere aber.
Erhebliche Auswirkungen auf den Flugbetrieb
Der Flughafen Brüssel teilte mit, es sei mit erheblichen Auswirkungen auf den Flugbetrieb zu rechnen - es wurden bislang zehn Flüge gestrichen und 17 weitere hatten mehr als eine Stunde Verspätung. Die Schlangen an den Check-in-Schaltern seien länger als üblich.
Der Flughafen London Heathrow erklärte ebenfalls, es könne zu Verspätungen kommen.
Ob und welche weiteren Flughäfen betroffen sind, ist unklar. Bislang meldeten andere europäische Flughäfen keine Probleme.
Unsere Quellen:
- Nachrichtenagentur dpa
- Pressesprecher des Köln-Bonn Airports
- Anzeige der Ankünfte und Abflüge des Düsseldorfer Airports
- Anzeige der Ankünfte und Abflüge des Köln-Bonn Airports