Bei weitem nicht jeder Kranich hatte sich im Herbst auf den Weg gen Süden gemacht - nun aber wird es doch vielen von ihnen zu eisig: Die Vögel seien vor allem auf einem Flugkorridor über Nordrhein-Westfalen und auf der Linie Hessen-Rheinland-Pfalz-Saarland zu beobachten, sagt der Naturschutzbund (Nabu).
Kraniche fliehen vor dem Winter
"Die sogenannte Winterflucht ist eher eine Vorsichtsmaßnahme, denn oft folgt auf einen Temperatureinbruch ja auch Schnee", erläutert Nabu-Sprecher Helge May. Eine dicke Schneedecke erschwere die Nahrungssuche. Eisige Temperaturen allein machten Kranichen weniger aus als kleineren Vögeln.
Passend zum Kälteeinbruch gibt es dem Nabu zufolge günstigen Rückenwind für den Flug nach Südwesten. "Die meisten Kraniche werden nicht bis nach Spanien durchfliegen und stattdessen in Tagesreiseentfernung milde Regionen in Frankreich aufsuchen", sagt der Nabu.
Wird es erneut wärmer, kann es sein, dass sie noch im Winter wieder nach Deutschland zurückkehren. Nabu-Sprecher Helge May
Kraniche fliegen nach Spanien und Frankreich
Wegen des Klimawandels schlagen immer mehr Kraniche ihr Winterquartier in Deutschland auf. Afrika wird dem Nabu zufolge von den über 400.000 sogenannten Westziehern schon seit einiger Zeit nicht mehr angeflogen. Der größte Teil überwintere in Spanien, in zunehmender Zahl auch in Frankreich.
Weitere Informationen zum aktuellen Kranichzug und die Möglichkeit, eigene Beobachtungen zu melden, gibt es auf der Homepage des Nabu:
Unsere Quellen:
- Nachrichtenagentur dpa
- Naturschutzbund NABU
Sendung: WDR 2, WDR aktuell, 26.12.2025, 13 Uhr