Großeinsatz: Verdacht auf Schwarzarbeit bei Kölner Gamescom-Sicherheit
Lokalzeit aus Köln. 20.08.2025. 01:35 Min.. Verfügbar bis 20.08.2027. WDR. Von Oliver Köhler.
Seit dem Vormittag dreht sich in den Kölner Messehallen alles um das Thema Videospiele. Aussteller und Besucher reisen aus aller Welt für dieses Ereignis nach Köln. Für die Kölner Messehallen gelten strenge Sicherheitsregeln. Hunderte Sicherheitskräfte privater Unternehmen sind im Einsatz.
Und genau um die hat sich heute der Zoll gekümmert. Denn bei den Securities sind laut Zoll Schwarzarbeit und viele andere Verstöße gegen Arbeitsgesetze offenbar an der Tagesordnung.
Minderjähriger als Sicherheitskraft bei der Gamescom
60 Beamte der Finanzkontrolle Schwarzarbeit postieren sich an allen Ein- und Ausgängen der Messe. Sie kontrollieren Papiere von Sicherheitskräften, fragen nach, bei wem die Leute beschäftigt sind, wie viel Lohn sie erhalten.
In den vergangenen Jahren hatte der Zoll bei der Gamescom immer wieder viele Schwarzarbeiter unter den Securities erwischt. Aber nicht nur das, berichtet Jens Ahland, Sprecher des Hauptzollamtes Köln: "Wir hatten hier bei der letzten Gamescom sogar einen Minderjährigen angetroffen, der als Sicherheitskraft eingesetzt war." Auch heute hat der Zoll einen Minderjährigen unter den Sicherheitskräften angetroffen.
Sicherheitsleute wissen nicht, für welche Firma sie arbeiten
Wegen des großen Ansturms von Fachbesuchern und Videogame-Fans sind viele Hundert Sicherheitsleute vor und in den Messehallen im Einsatz. Der Zoll überprüft zunächst das Personal an der Einlasskontrolle. Viele können nicht den vorgeschriebenen Dienstausweis vorzeigen und haben offenbar auch keine Erfahrung im Sicherheitsdienst, sagt Jens Ahland vom Hauptzollamt.
„Viele konnten uns nicht einmal sagen, wer ihr Arbeitgeber ist oder wie die Firma heißt. Auffällig ist auch, dass viele sagen, sie arbeiten heute zum ersten Mal für das Sicherheitsunternehmen.“ Jens Ahland, Hauptzollamt
Zoll prüft jetzt die Sicherheitsfirmen der Gamescom
Kaum Deutschkenntnisse, keine Erfahrung als Sicherheitskräfte – der Zoll fragt sich, wie die Leute so für die Sicherheit der Besucher sorgen sollen. Am Mittwoch hat der Zoll insgesamt rund 150 Beschäftigte von mehr als 40 Sicherheitsunternehmen überprüft. Bei jedem Dritten besteht Verdacht auf Schwarzarbeit oder Missbrauch von Sozialleistungen. Eine der eingesetzten Sicherheitskräfte war erst 17 Jahre alt.
Die Kontrolleure des Zolls werden jetzt die Arbeitgeber ausfindig machen, Arbeitsverträge und Meldungen zur Sozialversicherung überprüfen. Es wird voraussichtlich Monate dauern bis feststeht, wie viele Schwarzarbeiter bei der Gamescom im Einsatz waren.
Die Kölnmesse schreibt als Antwort auf Anfrage des WDR: "Die derzeit vom Zoll erhobenen Vorwürfe nehmen wir sehr ernst. Sobald uns alle relevanten Informationen vollständig vorliegen, werden wir diese sorgfältig prüfen und davon abhängig machen, ob wir weitere Maßnahmen gegenüber unseren Dienstleistern einleiten."
Unsere Quellen:
- Hauptzollamt Köln
- Reporter vor Ort