Köln: KVB will gegen Übernachtungen an U-Bahn-Stationen vorgehen
Lokalzeit aus Köln. 06.06.2025. 03:10 Min.. Verfügbar bis 06.06.2027. WDR. Von Christian David.
"Jeder, der mit der KVB unterwegs ist, wird festgestellt haben, dass die Situation zum Teil untragbar geworden ist." KVB-Pressesprecher Matthias Pesch bestätigt, dass die Kölner Verkehrsbetriebe aufgrund der drastisch gestiegen Beschwerden von Personal und Fahrgästen in den letzten Monaten ein neues Maßnahmenpaket umzusetzen wollen.
Dreck, Müll und Fäkalien
Obdachlose suchen Schutz in U-Bahn-Unterführungen.
Die wohnungslosen und zum Teil drogenkonsumierenden Menschen hinterließen Müll und Fäkalien in den Bahn-Stationen. Das sei nicht nur für die Fahrgäste eine Zumutung, sondern auch ein Problem für die Betriebssicherheit. Teilweise hielten sich die Menschen in den U-Bahn-Tunneln auf oder schliefen in Nischen zwischen Gleisen und Bahnsteig.
Am Appellhofplatz in der Innenstadt soll noch in diesem Jahr getestet werden, ob das Schließen der Station in den nächtlichen Betriebspausen eine Verbesserung bringt. Außerdem soll in kürzeren Abständen und mit neuen Reinigungsmitteln gesäubert werden. Feste Einsatz-Teams an den Stationen sollen den Fahrgästen einen Wiedererkennungswert bieten und zudem feste Ansprechpartner für die Streetworker sein.
"Mit den Maßnahmen wollen wir in erster Linie einen sicheren Betrieb gewährleisten. Wir wollen aber auch das Sicherheitsgefühl unserer Mitarbeitenden und Fahrgäste und die Aufenthaltsqualität an den Haltestellen verbessern." Matthias Pesch, KVB-Pressesprecher
Menschen sind empört
Eine Kölnerin, die täglich für die Arbeit zum Appellhofplatz fährt, findet, das ist höchste Zeit. "Egal zu welcher Tageszeit ist es wirklich unangenehm, sich am Appellhofplatz aufzuhalten - auch unabhängig von den Gerüchen. Dort werden offen Drogen konsumiert, das muss nicht sein."
Die KVB wolle diese Menschen nicht verdrängen. Deshalb plant das Unternehmen auch einen Shuttleservice zu Notschlafstellen anzubieten und das Angebot des Kältebusses zu unterstützen. Die Situation spiegele ein gesamtgesellschaftliches Problem wider. Deshalb zähle die KVB darauf, auch von der Politik finanzielle Unterstützung für die geplanten Maßnahmen zu erhalten.
Unsere Quellen:
- WDR-Reporter vor Ort
- Kölner Verkehrs-Betriebe