Zunächst betrat die Tochter den Verhandlungssaal, kurze Zeit später folgte ihre 62-jährige Mutter. Die Mutter brach in Tränen aus, als sie ihren Platz einnahm, sie verdeckte ihr Gesicht mit den Handflächen.
Der Staatsanwalt brauchte nicht lange, um die Anklageschrift vorzulesen: "Mutter und Tochter wünschten sich den Tod des Mannes." Den angeklagten Frauen wird versuchte Anstiftung zum Mord vorgeworfen. Sie sollen sich im vergangenen September dazu entschlossen haben, den Ehemann der Tochter aus Habgier töten zu lassen - mithilfe eines Auftragsmörders.
Der Grund: Das Ehepaar soll immer wieder in Streit geraten sein, unter anderem um das Sorgerecht ihres gemeinsamen minderjährigen Sohnes.
5000 Euro für Auftragsmord gezahlt
Als der Ehemann in dem gemeinsamen Ferienhaus in der Ortschaft Sa Torre wohnte, soll die Mutter aktiv geworden sein. Sie sprach den Chef eines italienischen Restaurants an, ob er einen Auftragskiller engagieren könne.
Der Gastronom, der bald auch als Zeuge im Kölner Landgericht aussagen soll, ging im Schein auf das Geschäft ein und verlangte 5000 Euro. Laut Anklage schickte die Mutter ihm Fotos des Ehemanns und des Hauses, in dem er lebte. Doch statt tatsächlich einen Killer zu vermitteln, habe der Gastronom den Ehemann kontaktiert, der getötet werden sollte. Der flog daraufhin nach Köln und meldete den Fall der Polizei.
Urteil soll im August fallen
Mutter und Tochter ließen zu Prozessbeginn über ihre Verteidiger mitteilen, dass sie an den kommenden Verhandlungstagen etwas zu den Vorwürfen sagen. Möglicherweise soll am kommenden Prozesstag Ende Mai der Ehemann aussagen.
Die beiden Frauen sitzen in Untersuchungshaft. Das Urteil soll im August fallen.
Unsere Quelle:
- Staatsanwaltschaft Köln
- Beobachtungen des WDR-Reporters vor Ort
Sendung: WDR.de, Auftragsmord geplatzt - Mutter und Tochter vor Gericht, 11.05.2026, 6:01 Uhr