Das Kebapland ist in Köln-Ehrenfeld für seine Adana-Spieße bekannt
Köln-Ehrenfeld, Venloer Straße. Wer am frühen Abend hier vorbeikommt, erkennt das Kebapland nicht am Schild, sondern an der Schlange. Sie windet sich geduldig den Gehweg entlang, Tag für Tag. Im kleinen Büdchen zischt der Holzkohlegrill. Auf dem Rost liegen Adana-Köfte-Spieße. Für viele Kölner ist klar: Hier gibt es einen der besten Fleischspieße der Stadt.
Kebapland in Köln: Auf die Gewürze kommt es an
In der kleinen Küche hinter dem Tresen arbeitet Ilhan Sariyel. Von der Hektik am Grill bekommt er nur wenig mit. Hier im kühlen Hinterraum ist es so still, dass er in ungestörten Momenten manchmal türkische Volkslieder summt. Der Koch ist für die berühmten Adana-Spieße zuständig. Im Sekundentakt drückt der 56-Jährige rund 150 Gramm gehacktes Lammfleisch routiniert auf die silbernen Metallspieße. "Ich forme zwischen 1500 und 2000 Spieße - pro Tag." Teilweise stapeln die sich schon auf der Arbeitsfläche.
Ilhan Sariyel erklärt, wie er den Spieß formt
00:27 Min.. Verfügbar bis 30.07.2027.
Damit die türkische Spezialität immer frisch zubereitet wird, arbeiten sie hier in zwei Schichten. Sariyel wird heute bis spät in die Nacht in der Küche stehen. Oft vergehen nur wenige Minuten, bis seine Spieße von der Küche über den Grill auf dem Teller landen. "Andere nutzen zum Würzen der Adana-Spieße nur Salz und Pfeffer. Bei uns kommen viele weitere Gewürze rein", betont er. Die genaue Gewürzmischung will Sariyel nicht verraten - Betriebsgeheimnis.
Alles für die Fleischspieße: der Chef packt mit an
Am Grill im Kölner Kebapland herrscht geschäftige Hektik. Manchmal stehen zehn Mitarbeiter gleichzeitig auf engstem Raum. Immer wieder wird die Holzkohle nachgeschüttet, es ist heiß und stickig. Im Akkord verpacken sie die gegrillten Adana-Spieße in Sandwiches oder Dürüm-Wraps.
"Standard-Döner kann jeder. Ich wollte etwas anderes machen", erzählt Gründer Erol Günes. Seit der Eröffnung vor 15 Jahren steht der Gastronom weiterhin fast jeden Tag selbst hinter dem Grill - so auch heute. Er ist stolz und dankbar, dass sein Laden auch nach so langer Zeit noch erfolgreich ist.
Erol Günes feiert 15-jähriges Jubiläum im Kebapland
00:42 Min.. Verfügbar bis 30.07.2027.
"Als wir angefangen haben, haben wir mit unserem Grill die ganze Straße zugedampft. Das war wirklich verrückt", erinnert sich der 51-Jährige. Doch schnell sorgte das kleine Büdchen an der Venloer Straße für Unmut in der Nachbarschaft. Gegenüber liegt eine Polizeistation, der Fleischgeruch zog bis in die Büros. Günes musste sich etwas einfallen lassen. Heute ragt ein 17 Meter hoher Schornstein in den Ehrenfelder Himmel. Nur so konnte der Grillmeister die Gemüter beruhigen.
Am Kebapland wird gerne Schlange gestanden
Vor dem Imbiss warten Simon und Theo, zwei Freunde aus dem Viertel. Simon war schön öfter hier, für Theo ist es das erste Mal. "Ich habe schon so oft davon gehört. Jetzt muss ich es endlich mal selbst probieren. Erwartungen habe ich erstmal keine", sagt er und lacht.
Beide haben noch zehn, vielleicht 15 Minuten Wartezeit vor sich. "Das gehört hier eben dazu", sagt Simon. Was das Kebapland so besonders macht? Für Simon ist es eine Mischung aus guten Geschmack und unvergleichbarem Charme.
Was Simon am Kölner Kebapland besonders gefällt
00:11 Min.. Verfügbar bis 30.07.2027.
Andere sagen an diesem Abend: Es sei die Mischung aus Qualität, Handwerk und einem multikulturellen Ort, den es so nicht oft in Köln gibt. Einer, an dem der Chef noch selbst kassiert, an dem der Grill das Herzstück ist. Und an dem ein einfacher Fleischspieß zum Stadtgespräch werden kann.
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Nun halten Simon und Theo ihre Adana-Sandwiches endlich in den Händen. Probiert wird direkt auf dem Parkplatz nebenan. Der erste Biss - dann ein zufriedenes Nicken. "Schmeckt schon sehr gut. Da drin ist es natürlich laut und stickig, aber ist mal was anderes. Mir gefällt es", sagt Theo. Dafür stehen die Kölner eben gerne mal Schlange.
Über dieses Thema haben wir auch am 22.05.2025 im WDR Fernsehen berichtet: Lokalzeit aus Köln, 19.30 Uhr.