Am verlängerten Wochenende sind immer wieder die gleichen Szenen am Rhein in Köln zu beobachten: Menschen stehen hüfttief im Wasser oder schwimmen sogar im Fluss. In einer Bucht in der Nähe des Niehler Hafens toben Kinder im Wasser. Ihre Eltern sitzen am Ufer.
Unterhalb der Mülheimer Brücke schwimmt ein Mann im Strom. Am Ufer des Rheinparks vergnügen sich Jugendliche im Wasser, tauchen zeitweise unter und zum Glück auch wieder auf. Im flachen Wasser am Rheinpark spielen Kleinkinder.
An den Stränden im Kölner Stadtteil Rodenkirchen ermahnen Mitarbeiter des Ordnungsamtes Menschen, die sich nicht an das Badeverbot halten.
Vorläufige Bilanz: Ordnungsamt ahndet zwei Verstöße
Das Kölner Ordnungsamt war am Pfingstwochenende zwar zu einem Schwerpunkteinsatz an den Rhein ausgerückt. Bis zum Sonntagabend wurden aber nur zwei Verstöße geahndet. Die endgültige Bilanz des Einsatzes will die Stadt Köln im Laufe des Montags veröffentlichen.
"Das Ordnungsamt haben wir heute nicht gesehen", berichtet eine Frau, die am Riehler Rheinufer in der Sonne liegt. "Es müsste mehr Kontrollen geben", sagt ein Mann, der es sich im Schatten bequem gemacht hat. "Da vorne am Strand halten sich viele nicht an das Verbot. Gerade für Kinder ist es im Wasser gefährlich."
Mehr Aufklärung statt Bußgelder?
Eine Spaziergängerin ist da anderer Meinung: "Es fehlen Schilder in verschiedenen Sprachen, die erklären, warum es hier so gefährlich ist. Aufklärung ist besser als Bußgelder".
Die meisten Leute, die im Wasser sind oder die ihre Kinder im Rhein spielen lassen, wollen sich zu dem Thema nicht äußern. Ein Mann, der bis zum Bauchnabel im Fluss steht, sagt: "Ich finde das ist Quatsch - so ein Verbot".
Immer wieder ertrinken Schwimmer im Rhein
Aus Sicht der Stadt ist das Badeverbot notwendig, weil immer wieder Menschen im Rhein ertrinken. Selbst im flachen Wasser ist die Gefahr laut Stadt groß, von der Strömung vorbeifahrender Schiffe mitgerissen zu werden.
Das Badeverbot gilt in Köln seit dem 1. September. Demnach ist Baden im Rhein im gesamten Stadtgebiet untersagt. "Als Baden im Rhein gilt das planmäßige Verweilen in mehr als knöcheltiefem Wasser", schreibt die Stadt Köln auf ihrer Homepage. Das Ordnungsamt kann Strafen bis zu 1.000 Euro verhängen.
Bonn setzt auf Aufklärung
Auch an vielen anderen Anrainerkommunen entlang des Rheins gilt ein Badeverbot, darunter Duisburg, Düsseldorf und Leverkusen. In Bonn gibt es das nicht. Die Stadt warnt stattdessen mit Schildern vor den Gefahren.
Kölner tummeln sich trotz Badeverbot im Rhein
WDR. 26.05.2026. 00:44 Min.. Verfügbar bis 25.05.2028.
Unsere Quellen:
- Stadt Köln
- Stadt Bonn
- Stadt Leverkusen
- Beobachtungen WDR-Reporter
Sendung: WDR 2 Rheinland, Lokalzeit, 26.05.2026, 6:31 Uhr