Ersthilfe-App geht in Mönchengladbach an den Start

Lokalzeit aus Düsseldorf 10.12.2025 28:31 Min. Verfügbar bis 10.12.2027 WDR Von Catrin Risch

Leben retten per Handy: Diese Ersthelfer-Apps gibt es in eurer Region

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Zehntausende Menschen sterben jedes Jahr, weil Wiederbelebungsmaßnahmen zu spät kommen. Ersthelfer-Apps sollen hier helfen - jetzt auch in Mönchengladbach.

Ein Mensch bricht mit einem Herzstillstand zusammen. Der Notarzt wird verständigt und beginnt nach dem Eintreffen mit den Wiederbelebungsmaßnahmen. Im vergangenen Jahr ist das in Deutschland rund 67.000 Mal so passiert. Nur etwas mehr als jede zehnte Person konnte vom Notdienst gerettet werden.

Ersthelfer-Apps sollen dazu beitragen, dass mehr Leben gerettet werden können. Eine solche App ist jetzt in Mönchengladbach gestartet. Auch in anderen Städten gibt es solche Apps bereits. In NRW gibt es aber verschiedene Anbieter, was auch zu Problemen führt.

Ersthelfer-App geht in Mönchengladbach an den Start

WDR Studios NRW 10.12.2025 00:26 Min. Verfügbar bis 10.12.2027 WDR Online

Wie Ersthelfer-Apps funktionieren

Das Grundprinzip der Apps ist immer gleich: Der Rettungsdienst wird verständigt. Sollte ein Herz-Kreislauf-Stillstand befürchtet werden, löst er die App aus. Registrierte Ersthelfer, die in der Nähe sind, erhalten dann eine Push-Mitteilung aufs Handy, außerdem eine Route zum Einsatzort. Je nach App erhalten weitere Ersthelfer zusätzliche Aufgaben, zum Beispiel einen Defibrillator zu holen oder den Rettungswagen einzuweisen.

Bei einigen Anbietern werden zum Beispiel nur Ersthelfer gerufen, die drei bis fünf Minuten zum Patienten brauchen. Ein Rettungswagen braucht im Schnitt neun Minuten ab dem Anruf beim Notruf.

Ersthelfer sollen Überlebenschancen deutlich erhöhen

Gerade bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand zählt jede Sekunde, sagen Mediziner. Ist ein Mensch mit Herz-Kreislauf-Stillstand reanimierbar, liegen die Überlebenschancen nach fünf Minuten bei etwa 50 Prozent - nach neun Minuten liegen die Chancen bei nahezu Null.

Wer sich als Ersthelfer registrieren darf, hängt von den jeweiligen Leitstelle ab. Sie entscheidet, welche Qualifikationen nötig sind. Das kann von einer medizinischen Ausbildung bis hin zu regelmäßigen Erste-Hilfe-Kursen reichen.

Flickenteppich Nordrhein-Westfalen

Vier Anbieter werden von den Leitstellen der Rettungsdienste genutzt - quer verteilt übers Land. Das am häufigsten genutzte System ist "Mobile Retter" vom Dortmunder IT-Dienstleister Adesso. Fast ebenso oft vertreten ist der die App "Corhelper". Die Grundidee stammt aus der Zusammenarbeit der RWTH Aachen, Aachener Feuerwehr und einem Aachener Unternehmen. Weitere Apps, die in NRW genutzt werden, sind das vom Fraunhofer Institut entwickelte "Katretter" und die App "Region der Lebensretter" aus Freiburg.

Dass es so viele unterschiedliche Anbieter in NRW gibt, begründete Elisabeth Schwenzow, Ordnungsdezernentin im Kreis Borken, bereits vor einem Jahr mit dem Vergaberecht. Das sähe einen Ausschreibungszwang vor, so dass das günstigste Angebot den Zuschlag erhält. Manche Regionen haben sich daher zusammengeschlossen. So haben in der Region Aachen vier Kreise und die Stadt selbst gemeinsam eine Ausschreibung angesetzt.

"Ich habe immer den Eindruck, wenn man eine Lösung hört, schaut man, wo das Problem ist, statt dass man sie umsetzt." Christof Constantin Chwojka, Geschäftsführer Björn-Steiger-Stiftung

Die Björn-Steiger-Stiftung, die sich für ein besseres Rettungswesen in Deutschland einsetzt, kritisiert außerdem, dass oft Bedenkenträger auftreten würden und zum Beispiel mit Datenschutz argumentieren.

App endet an der Grenze von Stadt und Kreis

Das Problem am Flickenteppich: Die einzelnen Apps sind nicht miteinander verbunden. Wer zum Beispiel in Mettmann (Mobile Retter) wohnt, in Duisburg (Corhelper) arbeitet und in Düsseldorf (Region der Lebensretter) seine Freizeit verbringt, bräuchte drei verschiedene Apps. Die Björn-Steiger-Stiftung kritisiert das und hat bereits ein System erarbeitet, mit dem die verschiedenen Apps miteinander kommunizieren könnten.

Für Chwojka ist aber zunächst etwas anderes entscheidend: Dass überhaupt jede Stadt und jeder Kreis eine Ersthelfer-App bekommt. Deutschlandweit haben laut Björn-Steiger-Stiftung derzeit noch 47 Prozent der Kommunen keine solche App eingeführt. In NRW gibt es in 23 von 53 kreisfreien Städten und Gemeinden noch keine Ersthelfer-App, in elf davon ist immerhin ein Einsatz geplant.

Unsere Quellen:

Sendung: WDR 2, Lokalzeit Düsseldorf, 10.12.2025, 12:31 Uhr

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