2. Jahrestag Hamas-Überfall: Geiseln erinnern sich | Aktuelle Stunde
09:58 Min.. Verfügbar bis 07.10.2027.
Bei dem Überfall der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 wurden mehr als 1.200 Menschen getötet und 250 weitere entführt. Die Terrororganisation Hamas feuerte an diesem Morgen Tausende Raketen aus Gaza nach Israel. Noch immer sind 48 Geiseln in den Händen der Hamas - darunter auch deutsche Staatsbürger und deren Familien.
Israel startete einen Tag später die Militär-Operation "Eiserne Schwerter" zur Befreiung der Geiseln und mit dem Ziel, die Hamas zu vernichten. Bis heute dauert der Krieg im Nahen Osten an. Immer wieder schalten sich seitdem unter anderem die USA ein und versuchen, zwischen den Kriegsparteien zu vermitteln. Unterhändler Israels und der radikal-islamischen Hamas haben am Montag in Ägypten indirekte Verhandlungen über ein Ende des Gaza-Krieges aufgenommen.
Erstes Gedenken in Düsseldorf vor dem Jahrestag
In Düsseldorf versammelten sich etwa 250 Menschen.
In NRW gab es rund um den zweiten Jahrestag des Hamas-Überfalls in mehreren Städten Gedenkveranstaltungen und Kundgebungen. Den Anfang machte bereits am Montag Düsseldorf. Vor der Synagoge trafen sich am Nachmittag vor dem Jahrestag rund 250 Menschen zum Gedenken. Darunter viele Mitglieder der jüdischen Gemeinde, aber auch Freunde und Politiker wie zum Beispiel NRWs stellvertretende Ministerpräsidentin Mona Neubaur (Grüne).
Bert Römgens, Geschäftsführer der jüdischen Gemeinde Düsseldorf
Der Geschäftsführer der dortigen jüdischen Gemeinde, Bert Römgens, machte klar, dass die Veranstaltung nicht nur an die israelischen Geisel der Hamas erinnern. Man wolle auch gegen den wachsenden Judenhass protestieren: "WIr bekommen unzählige Postkarten, Emails, Briefe mit antisemitischen Inhalt", sagte er am Rande der Veranstaltung. Das habe seit dem 7. Oktober 2023 deutlich zugenommen.
Mahnwachen und Kundgebungen in NRW
In Siegen hielt die Initiative "Marsch des Lebens" am Dienstagmorgen bereits um 5.29 Uhr eine Mahnwache auf der Oberstadtbrücke ab - also zu dem Zeitpunkt, an dem vor zwei Jahren die Hamas den Überfall auf Israel startete. Nach Informationen der Polizei nahmen rund 50 Personen daran teil. Am Nachmittag lud ein Aktionsbündnis zu einer zweiten Mahnwache auf der Siegbrücke ein.
Gedenkveranstaltung in der Siegener Innenstadt
Bei den rund 100 Menschen war die Stimmung sichtlich ergriffen, als die Namen aller bei dem Terrorakt gestorbenen Menschen vorgelesen wurden. Dazu wurden Steine zu Boden gelegt. Das ist eine jüdische Tradition und soll symbolisieren, dass niemand vergessen wird. So auch nicht die Palästinenserinnen und Palästinenser, die ausdrücklich in die Gedanken und Gebete miteinbezogen wurden.
In Aachen gab es um 19 Uhr in der Citykirche eine Gedenkveranstaltung mit Vorträgen, Musik und Gebeten, unter anderem von der deutsch-israelischen Gesellschaft. Außerdem war eine Versammlung von Students for Palestine auf dem Markt angekündigt.
In Wuppertal gab es um 12 Uhr eine Kundgebung des Bündnisses gegen Antisemitismus auf dem Willy-Brandt-Platz.
Auch in Köln und Leverkusen gibt es Veranstaltungen. In Köln rief die Gruppe Palästina-Solidarität Köln am Dienstag um 18.30 Uhr zu einer Demo am Rudolfplatz auf. Zudem waren mehrere Kundgebungen in der Innenstadt geplant, bei denen die Teilnehmenden an die Opfer erinnern und sich mit Israel solidarisieren wollten. Auch in Leverkusen war nach Angaben der Polizei eine Demo angemeldet, um der Opfer in Israel zu gedenken.
Pro-israelische und pro-palästinensische Veranstaltungen
In Bonn fanden am Jahrestags des Überfalls der Hamas auf Israel mehrere kleine Veranstaltungen am frühen Abend statt. Unter anderem gab es eine Mahnwache am Marktplatz, wo die Deutsch-israelische Gesellschaft auch zu einer Gedenkminute aufruft. Zudem wurde eine Demonstration unter dem Motto "Stopp den Genozid" angemeldet, die mit 200 Personen vom Münsterplatz in die Altstadt ziehen will.
In Münster rief die Plattform Minimum gegen Antisemitismus am Dienstag zur einer Gedenkaktion unter dem Titel "Kein Vergessen" auf. Die Veranstaltung um 17.30 Uhr war auf dem Adolph-Kolping-Platz geplant. Sie sollte auch ein Zeichen gegen die geplante Demonstration links-autoritärer Gruppen unter dem Motto "Palestine will be free" setzen. Diese hatten ihre Demo um 18 Uhr am Hbf Münster angekündigt.
Mahnwache zum Zeitpunkt des Überfalls vor zwei Jahren
In Bochum zeigte das Bündnis gegen Antisemitismus am Dienstag in der Christuskirche den Dokumentarfilm "October 7 - Bearing witness to the massacre". In Iserlohn und Siegen wurde zu Mahnwachen aufgerufen. In Iserlohn gab es am Mittag vor der Reformierten Kirche in der Innenstadt Ansprachen, eine Mahnwache und Musik.
An der Synagoge in Bielefeld wird den Opfern des 7. Oktobergedacht
In Bielefeld gab es am Dienstagabend eine Mahnwache an der Synagoge geben mit etwa 200 Menschen. Etwa eine Stunde lang gab es Reden, Musik und eine Gedenkminute - auch hier wurden die Namen der Opfer verlesen.
In Minden wurde den Opfern ab 17 Uhr bei einer öffentlichen Gedenkveranstaltung in der Innenstadt gedacht.
Unsere Quellen:
- Polizei Düsseldorf
- Polizei Siegen
- Jüdische Gemeinde Düsseldorf
- Reporter vor Ort
- Polizei aus den jeweiligen Kommunen
- Instagram-Account Minimum Plattform gegen Antisemitismus