Düsseldorfer Pfarrer soll Männer missbraucht haben
WDR. 01:03 Min.. Verfügbar bis 13.05.2028.
Der Pfarrer soll in Düsseldorf ab den 1980er-Jahren mehr jungen Männern sexuelle Gewalt angetan haben als bisher bekannt. Das hat eine Studie der evangelischen Kirche Düsseldorf ergeben, nachdem sich zunächst zwei damalige mutmaßliche Opfer gemeldet hatten.
Die Untersuchungsergebnisse der Studie wurden nun in Düsseldorf vorgestellt.
Insgesamt haben am Ende fünf Betroffene den für die Studie Verantwortlichen von sexualisierten Übergriffen und Gewalt erzählt. Darunter sind zwei damalige Theologiestudenten und drei Männer, die den Mann im Umfeld seiner Beratertätigkeit kennengelernt haben. Denn der Pfarrer war deutschlandweit auch als Sexualberater für Homosexuelle tätig.
Prävention soll verbessert werden
Die evangelische Kirche hatte externe Gutachter mit der Untersuchung der Vorfälle beauftragt.
Unter anderem soll der mittlerweile verstorbene Pfarrer genau diese Position ausgenutzt haben. Er habe es damals geschafft, die Übergriffe als Teil von Männerfreundschaften zu normalisieren, sagen die Macher der Studie von der Hochschule RheinMain in Wiesbaden. Zweifler wurden als verklemmt abgestempelt.
"Unsere Studie zeigt erneut auf, dass sexualisierte Gewalt nicht als isoliertes Fehlverhalten einzelner Personen verstanden werden kann", erklärte die Projektleiterin von der Hochschule RheinMain, Johanna Sigl. Sprich: Das System im Umfeld der Kirche hat die Vorfälle zumindest begünstigt. Der Pfarrer konnte seine Autorität missbrauchen. Außerdem soll es laut den Studienmachern schon als er noch lebte einen Hinweis auf Missbrauch gegeben haben, den die Kirche nicht konsequent verfolgt habe.
Evangelische Kirche will Schulungen verbessern
Die evangelische Kirche im Rheinland spricht selbst von einem "schwerwiegenden institutionellen Versagen". Heinrich Fucks, der Superintendent Evangelischer Kirchenkreis Düsseldorf, kündigte deshalb an, die Prävention weiter verbessern zu wollen. So könnte man zum Beispiel Schulungen für Mitarbeiter mit dem Wissen aus der Studie anpassen. Ziel sei es auch, weitere Lücken im System zu entdecken und zu schließen.
Schon vor einigen Jahren seien konkretere Regelungen zum Umgang mit Gewalt eingeführt worden, hieß es von der evangelischen Kirche in Düsseldorf. Wer so etwas mitbekomme, müsse es verbindlicher als früher melden.
Unsere Quellen:
- Evangelische Kirche in Düsseldorf
- Hochschule RheinMain Wiesbaden
Unsere Quellen:
- Evangelische Kirche Düsseldorf
- WDR-Gespräche mit den Verantwortlichen der Studie
Sendung: WDR.de, Missbrauch: Untersuchung der evangelischen Kirche, 12.05.2026, 12:21 Uhr