Essen, Kleidung, Sport - so viel Japan steckt in Düsseldorf

WDR 19.05.2026 03:14 Min. Verfügbar bis 19.05.2028

Japantag Essen, Kleidung, Sport - so viel Japan steckt in Düsseldorf

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Sie kamen, um von der aufstrebenden Wirtschaft im Ruhrgebiet zu lernen. Seitdem wurden immer mehr Japaner und Japanerinnen in Düsseldorf sesshaft. Heute leben hier mehr als 8000. Rund um "Little Tokyo" haben sich nicht nur Restaurants angesiedelt. Auch in Sachen Kultur, Musik, Sport oder Mode ist Japan am Rhein nicht mehr wegzudenken.

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Markus Waerder

Im Haushaltswarengeschäft an der Immermannstraße geben sich die Kunden die Klinke in die Hand. In den Regalen und auf den Tischen: Stäbchen und die dazugehörigen Ablagen, Fächer, Teetassen und reich verzierte Vasen. Importiert aus Japan. Die Kunden kommen aus ganz NRW, aber auch aus Frankreich oder der Schweiz, sagt Hidenori Yoshimatsu, der Chef.

Er selbst kam in den 80er Jahren nach Düsseldorf. Als Vertreter einer Firma aus Tokio. Als er zurück sollte, kündigte er. Seine Zukunft sah er in Deutschland. "Am Rhein in Düsseldorf ist es für mich so schön", sagt er, "wie eine Medizin".

Die größte japanische Community in Deutschland

Rund um die Immermannstraße in der Nähe des Hauptbahnhofs haben sich inzwischen nicht nur viele Restaurants angesiedelt. Die japanischen Einflüsse in der Landeshauptstadt umfassen alle Bereiche des Lebens. Modedesigner kreieren hier Kleidung, in Beauty-Shops finden Japaner und Japanerinnen die Trends aus ihrer Heimat. Wer will, kann in Düsseldorf japanische Instrumente erlernen oder im Eko-Haus an japanischen Tempel-Zeremonien teil nehmen.

Bergbau und Industrie - die Japaner wollten lernen

Nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg suchten japanische Unternehmen Anschluss, vor allem um die Schwerindustrie in ihrem Land wieder aufzubauen. Deshalb schickten sie Mitarbeiter nach NRW, um im aufstrebenden Ruhrgebiet Know How und Maschinen zu erwerben. Schon damals sei Düsseldorf der Schreibtisch des Ruhrgebiets gewesen, sagt Yasuo Inadome, Vorstandssprecher des japanischen Clubs in Düsseldorf. Und so ließen sich seine Landsleute in der Stadt am Rhein nieder.

Yasuo Inadome, Vorstandssprecher Japanischer Club Düsseldorf

Yasuo Inadome, Vorstandssprecher des Japanischen Clubs in Düsseldorf

Er selbst kam als Student - und blieb den größten Teil seines Berufslebens am Niederrhein. Warum die Japaner Deutschland so mögen? Man habe im Grunde dieselben Werte: Fleiß, Pünktlichkeit, Ehrlichkeit. "Diese gemeinsame Wertschätzung führt uns natürlich dazu, dass wir den jeweiligen Partner für sympathisch halten."

Tempel, Karate, Mode - und der Japantag

Und so ist er einer von vielen, für die Düsseldorf die zweite Heimat wurde. Damit ließ sich auch die japanische Kultur hier nieder: Japanische Mode, Samurai, Manga oder Karate - all das ist Düsseldorf nicht fremd.

Trommler auf dem Japantag vor dem Düsseldorfer Rathaus

Das alles gipfelt im Japantag, der seit 2002 in Düsseldorf gefeiert wird. Am Pfingstsamstag werden Hunderttausende Japan-Fans erwartet. Dann werden viele Facetten der japanischen Kultur am Rheinufer präsentiert - natürlich auch mit allen gastronomischen Leckerbissen, die das "Land der aufgehenden Sonne" zu bieten hat.

Unsere Quellen:

  • Beobachtungen und Gespräche des WDR-Reporters vor Ort
  • Tourismusabteilung Stadt Düsseldorf
  • Japanischer Club Düsseldorf
  • WDR-Archiv

Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit aus Düsseldorf, 19.05.2026, 19:30 Uhr

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