Es ist eine reine Vorsichtsmaßnahme: Eine Person, die auf dem Kreuzfahrtschiff "Hondius" Kontakt zu einem Hantavirus-Fall hatte, soll zur Sicherheit im Düsseldorfer Universitätsklinikum untersucht werden. Bislang gibt es keinen Hinweis, dass diese Kontaktperson eine Hantavirus-Infektion hat. Aber offiziell ist das eben nicht. Daher sind am Mittwoch Fachleute der Feuerwehr Düsseldorf und des Universitätsklinikums Düsseldorf gemeinsam nach Amsterdam aufgebrochen, um dort am Flughafen die Kontaktperson abzuholen.
Wobei die Kontaktperson nicht in einen regulären Krankenwagen verfrachtet und dann nach Düsseldorf transportiert wird. Vielmehr verfügt die Düsseldorfer Feuerwehr über ein spezielles Transportkonzept mit einer sogenannten Hochinfektionskomponente, so Sprecher Kai Bröschet.
Sechs Fahrzeuge und 17 Einsatzkräfte unterwegs
"Es ist ein Verband von insgesamt sechs Fahrzeugen von Rettungsdienst und Feuerwehr", sagte Bröschet dem WDR. Diese Wagen seien auf die besonderen Anforderungen von hochinfektiösen Patienten ausgelegt. Der Verband setzt sich aus einem Führungsfahrzeug, zwei Rettungswagen mit spezieller Ausstattung für infektiöse Patienten, einem Logistikfahrzeug, einem Hilfeleistungslöschfahrzeug sowie einem Reservefahrzeug zusammen.
"Insgesamt sind 17 Einsatzkräfte aus Düsseldorf, darunter ein Notarzt, bei dem Transport dabei", sagte Bröschet. Zwei Einsatzkräfte in speziellen Schutzanzügen betreuten den Patienten während des Transportes.
Optimale medizinische Versorgung während des Transports nach Düsseldorf
Auf Basis dieses Konzeptes der Düsseldorfer Feuerwehr werde zum einen eine optimale medizinische Versorgung während der Fahrt nach NRW gewährleistet. Zugleich seien die Einsatzkräfte in der Lage, flexibel auf mögliche Herausforderungen im Zuge des Transports zu reagieren, ohne das Risiko einer Kontaminationsverschleppung einzugehen. Das bedeutet, dass eine Verbreitung des Virus etwa über Kleidung oder Ausrüstung ausgeschlossen wird.
Die Zusammenarbeit mit allen Beteiligten und der Transport wird laut Bröschet regelmäßig durch die spezialisierten Einsatzkräfte trainiert. Wer für die Kosten des Transportes aufkommt, sei der Feuerwehr aktuell nicht bekannt.
Uniklinik Düsseldorf bereitet sich auf Kontaktperson vor
WDR. 06.05.2026. 00:39 Min.. Verfügbar bis 05.05.2028.
Keine Details zu Kontaktperson
Aus dem niederländischen Außenministerium hieß es, die Person, die im Düsseldorfer Universitätsklinikum untersucht werden soll, sei eine 65-jährige Deutsche. Hierzu wollte sich das Uniklinikum nicht äußern - weder zu Alter, Geschlecht noch Wohnort. Die Kontaktperson wird im Laufe des späten Mittwochabends oder des frühen Donnerstagmorgens in Düsseldorf erwartet.
Unsere Quellen:
- Sprecher der Feuerwehr Düsseldorf, Kai Bröschet, gegenüber dem WDR
- Nachrichtenagentur dpa
Hinweis der Redaktion, 12.5.2026, 18.30 Uhr:
In einer vorherigen Version haben wir den Sprecher der Düsseldorfer Feuerwehr zitiert mit der Aussage, dass das Düsseldorfer Transportkonzept mit einer Hochinfektionskomponente einzigartig in NRW sei. Nachdem die Feuerwehren in NRW in den Entwicklungen der vergangenen Tage sich abgestimmt hatten, zeigte sich, dass neben Düsseldorf auch Essen, Köln und Dortmund solche Konzepte haben. Wir haben die betreffende Passage im Beitrag daraufhin angepasst.
Sendung: WDR 2 Rhein und Ruhr, Lokalzeit, 06.05.2026, 16:31 Uhr