Bundesadler mit Schrfit "Generalbundesanwalt beim Bundesgerichtshof"

Politiker-"Todesliste" im Darknet? Anklage in Düsseldorf erhoben

Stand:

Die Bundesanwaltschaft hat in Düsseldorf Anklage gegen einen Mann erhoben, der zu Anschlägen auf Politiker aufgerufen haben soll.

Die Bundesanwaltschaft hat vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf Anklage gegen einen Mann erhoben, der im Darknet zu Anschlägen auf bekannte Politikerinnen und Politiker aufgerufen und Spenden für mögliches Kopfgeld gesammelt haben soll. Das teilte die Karlsruher Behörde am Mittwoch mit.

Terrorismusfinanzierung und Staatsgefährdung

Dem Beschuldigten Martin S. wird Terrorismusfinanzierung und die Anleitung zur Begehung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat vorgeworfen.

Er besitzt laut Bundesanwaltschaft sowohl die deutsche, als auch die polnische Staatsangehörigkeit und war im November vergangenen Jahres von Spezialkräften der Bundespolizei in Dortmund festgenommen worden und sitzt seitdem in U-Haft.

Bundesanwaltschaft erhebt Anklage gegen Dortmunder

WDR 01.04.2026 00:25 Min. Verfügbar bis 31.03.2028 WDR Online

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Politiker-Todeslisten im Darknet?

S. soll "Todeslisten" mit Namen bekannter Politikerinnen und Politikern geführt haben, darunter die ehemaligen Kanzler Olaf Scholz und Angela Merkel. Diese Listen soll er dann im Darknet veröffentlicht haben.

Laut Anklage soll er mindestens seit Mai 2025 im Darknet zu Anschlägen auf namentlich genannte Politiker, Amtsträger und Personen des öffentlichen Lebens in Deutschland aufgerufen haben.

Darknet oft kriminell

Im Darknet können die Webseiten nicht über die übliche Suchmaschinen aufgerufen werden, die Kommunikation wird verschlüsselt und Nutzer bleiben anonym. Inhalte im Darknet haben oft einen kriminellen Hintergrund.

Der Hinweis auf die Aktivitäten des Mannes im Darknet kam vom Bundesamt für Verfassungsschutz.

Reichsbürger-Milieu und Neonazi-Szene

Das Motiv für die Mordpläne an Politikern soll eine demokratiefeindliche Ideologie des Mannes sein.

Die Ermittler ordnen den Mann dem rechtsextremen Reichsbürger-Milieu zu. S. soll über Jahre in der Dortmunder Neonazi-Szene verkehrt haben. In dieser Zeit hat er nach WDR-Recherchen auch regelmäßig an rechtsextremistischen Demos teilgenommen, unter anderem in Dortmund.

Unsere Quellen:

  • Deutsche Presse Agentur
  • Bundesanwaltschaft

Sendung: WDR.de, Bundesanwaltschaft erhebt Anklage gegen Dortmunder, 01.04.2026, 15:53 Uhr 

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