Drogen-Brennpunkt Erkrather Straße: Wenn das Elend im eigenen Garten campt

Drogenszene in Düsseldorf Ärger über Drogen-Elend im Brennpunkt

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Offener Drogenkonsum, Verwahrlosung und menschliche Hinterlassenschaften: An der Erkrather Straße in Düsseldorf liegen bei den Anwohnern die Nerven blank. Während die Stadt an neuen Konzepten arbeitet, wird der Alltag für sie zur Zerreißprobe.

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Raphael Boch

An diesem Elend schauen die meisten Passanten lieber schnell vorbei. Ein kurzer Blick auf das Pflaster, die Schritte beschleunigen – bloß keine Interaktion. Doch für Andrea Steudter gibt es kein Entkommen.

Seit elf Jahren wohnt sie nur wenige hundert Meter neben der Drogenhilfe in Düsseldorf, doch die Lage hat sich drastisch zugespitzt. Das Elend ist nicht mehr nur "nebenan", es hat sich direkt vor ihrer Haustür breitgemacht.

"Das habe ich so nie erlebt"

Was für Passanten nur ein flüchtiger, unangenehmer Moment ist, ist für Steudter zum Dauerzustand geworden. "Es sitzen kleine Gruppen auf den Treppenstufen, kochen ihre Drogen auf und bereiten ihre Crack-Pfeifen vor", berichtet die Anwohnerin.

Drogen-Brennpunkt Erkrather Straße: Wenn das Elend im eigenen Garten campt

Anwohnerin Andrea Steudter

Bis vor einem Jahr sei das Zusammenleben mit der nahen Drogenhilfe weitgehend konfliktfrei gewesen, doch mittlerweile kampieren Abhängige massiv im öffentlichen Raum - und sogar auf Privatgrundstücken.

Crack-Welle überflutet Düsseldorf

Drogen-Brennpunkt Erkrather Straße: Wenn das Elend im eigenen Garten campt

Patrick Pincus von der Drogenhilfe

Ein Hauptgrund für die zunehmende Verwahrlosung ist die Droge Crack, die den Markt derzeit geradezu überflutet. Patrick Pincus von der Drogenhilfe erklärt das zerstörerische Potenzial: "Crack wirkt extrem schnell, aber die Wirkung lässt auch ebenso schnell wieder nach. Das führt dazu, dass alles andere im Leben der Abhängigen noch weiter in den Hintergrund gedrängt wird."

Derzeit bietet die Drogenhilfe an der Erkrather Straße 19 Plätze im Konsumraum an - laut Experten viel zu wenig für den tatsächlichen Bedarf in der Landeshauptstadt.

Strategie der Stadt Düsseldorf: Hilfe und klare Kante

Die Stadt Düsseldorf ist sich der Problematik bewusst. Seit rund einem Jahr arbeiten Ordnungsamt, Polizei und Sozialarbeiter enger zusammen. Das Konzept ist zweigeteilt: Einerseits sollen Angebote wie ein geplanter zweiter Konsumraum an der Eisenstraße den Druck von der Erkrather Straße nehmen.

Drogen-Brennpunkt Erkrather Straße: Wenn das Elend im eigenen Garten campt

Verwahrlosung an der Erkrather Straße.

Andererseits setzt die Stadt auf "harte Kante", wenn im öffentlichen Raum konsumiert wird. Düsseldorfs Beigeordnete Miriam Koch betont, dass die Eisenstraße nur ein Anfang sein könne: "Wir werden noch einen dritten oder sogar vierten Standort brauchen, um ausreichend Anlaufstellen für die Betroffenen zu schaffen."

Zwischen Ohnmacht und Hoffnung

Den Anwohnern an der Erkrather Straße hilft der Ausblick auf zukünftige Standorte im Moment wenig. Trotz täglicher Reinigungsaktionen durch die Stadt fühlen sie sich in ihrem eigenen Viertel nicht mehr wohl.

Für sie und ihre Nachbarn bleibt vorerst nur die Hoffnung, dass die Stadt ihre Versprechen einlöst und die Balance zwischen Suchthilfe und Anwohnerschutz schafft.

Wenn das Elend im eigenen Garten campt

WDR Studios NRW 00:40 Min. Verfügbar bis 24.04.2028

Unsere Quellen:

  • Beobachtungen des WDR-Reporters vor Ort
  • Stadt Düsseldorf
  • Drogenhilfe Düsseldorf
  • Anwohner Erkrather Straße

Sendung: WDR.de, Wenn das Elend im Garten kampiert, 24.04.2026, 05.59 Uhr 

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