"Dokomi" in Düsseldorf : Besucherrekord für Deutschlands größte Japan-Messe
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Die Dokomi, Deutschlands größte Anime-, Manga- und Japan-Convention, fand an diesem Wochenende bereits zum 17. Mal in Düsseldorf statt. Die Messe gilt als Mekka für Fans der japanischen Popkultur. Mit rund 230.000 Besuchern stellte sie dieses Jahr erneut einen Rekord auf.
Menschen mit meterhohen Flügeln aus Schaumstoff, schweren Rüstungen oder bunten Perücken. Wer an diesem Wochenende auf dem Messegelände in Düsseldorf unterwegs war, merkte schnell: Es ist wieder Dokomi. Drei Tage lang wurde Düsseldorf zum Treffpunkt für Anime-, Manga- und Gaming-Fans aus ganz Europa.
Fiktive Charaktere zum Leben erweckt
Viele der Besucher tragen sogenannte Cosplays - ein Kofferwort aus den englischen Begriffen "Costume" und "Play" - ihrer Lieblingsfiguren aus Anime, Manga oder Videospielen. Sie verkleiden sich detailgetreu und stecken oft viel Arbeit in die Kostüme.
So bunt sind die Cosplays bei der Dokomi
Für viele junge Menschen ist die Dokomi dabei nicht nur eine Messe, sondern schon fast eine eigene Welt und ein sozialer Treffpunkt. Auch Lena Friesen hat über Cosplay einige Leute kennengelernt. Bei der Dokomi entstehen Freundschaften und Communitys, die oft weit über das eigentliche Veranstaltungswochenende hinausreichen. Die Convention zeigt damit auch, welchen Stellenwert japanische Popkultur inzwischen in Deutschland erreicht hat.
"Hier respektiert und akzeptiert sich jeder. Ich fühle mich einfach super wohl." Lena Friesen, Cosplayerin
Die Cosplayerin hat mit ihrem Kostüm - eine Figur aus einem Videospiel - schon vor zwei Jahren angefangen, seit etwa einem halben Jahr intensiv daran gearbeitet. "Ich habe viele Hobbys angefangen und aufgehört, aber Cosplay ist geblieben", erzählt sie und lacht. Für die Dokomi ist sie sogar extra aus Berlin angereist.
Lena Friesen mit Freund Christopher
Cosplay - für viele mehr als nur Verkleiden
Die 19-jährige Amelie aus Bottrop ist das ganze Wochenende über auf der Messe. Für jeden Tag hat sie ein eigenes Kostüm vorbereitet. Cosplay bedeutet für sie: "Kreativität. Und das dann mit Freunden zu teilen."
"Ich bin durch Cosplay offener und mutiger geworden." Amelie aus Bottrop
Ihre Kostüme sind in letzter Minute entstanden - wegen des Wetters, erzählt sie. "Geplant habe ich lange, aber dann war es so heiß. Auch mit der Perücke, ganz schön warm."
Cosplayerin Amelie als League of Legends-Charakter
Aus der Schul-Aula zum Mega-Event
Zum ersten Mal fand die Dokomi im Jahr 2009 statt - allerdings noch nicht auf dem Gelände der Messe, sondern im Freien Christlichen Gymnasium in Düsseldorf-Reisholz. Die Entwicklung der Besucherzahlen verdeutlicht das Wachstum: 2009 kamen rund 1.800 Menschen. 2023 waren es bereits mehr als 155.000 und 2025 über 215.000 Besucherinnen und Besucher. 2026 setzte die Dokomi ihren Wachstumskurs fort und erreichte mit etwa 230.000 Besucherinnen und Besuchern einen neuen Höhepunkt.
Was vor gut 15 Jahren als vergleichsweise kleine Fan-Veranstaltung begann, hat sich inzwischen zur größten Anime- und Japan-Convention Deutschlands entwickelt - und damit zu einem der größten Treffen der Szene in Europa. Im vergangenen Jahr hat die Dokomi nach Angaben von Düsseldorf Congress insgesamt neun Messehallen sowie das Congress Center Düsseldorf genutzt.
Düsseldorf mit Japan-Bezug
Die Messe Dokomi reiht sich in eine Reihe von großen Japan-Events in Düsseldorf ein: Erst am vergangenen Wochenende hatte der Japantag rund 700.000 Menschen angezogen, ein neuer Besucherrekord.
Viele sind auch aus großer Entfernung angereist, um an den beiden Veranstaltungen teilzunehmen. Zum Beispiel der deutsche Youtuber Ontan, der in Japan lebt und aus Tokio gekommen ist.
Unsere Quellen:
- Messe Dokomi/AkibaDreams GmbH
- Düsseldorf Congress GmbH
- Beobachtungen der WDR-Reporterin vor Ort
- Gespräche mit einzelnen Cosplayern
Sendung: WDR 2 Rhein und Ruhr, Lokalzeit, 29.05.2026, 6:31 Uhr
Erstveröffentlichung des Artikels am 29.05.2026
