Ständchen für Kartenzahlung in einem Düsseldorfer Blumenladen

WDR 02:38 Min. Verfügbar bis 11.03.2028

Ständchen für Kartenzahlung in einem Düsseldorfer Blumenladen

Stand:

Mit Karte zahlen? Kein Problem in Eddie Karakayas Blumenladen in Düsseldorf. Aber dafür müssen seine Kunden zum Mikrofon greifen.

"Tulpen sind meine Lieblingsblumen!", erzählt Lucia. Die gelben findet sie schön, aber auch die rosanen. Blumenhändler Eddie Karakaya mischt ihr beide Sorten zu einem Strauß. "15 Euro, bitte", meint Karakaya und überreicht seiner Kundin die Blumen.

Eine Frau hockt in einem Blumenladen vor einer Auswahl an Pflanzen

Lucia entscheidet sich für Tulpen

Die 20-Jährige hat kein Bargeld dabei und möchte mit der Karte bezahlen. Der Blumenhändler grinst: "Ohh, du weißt was das heißt." Dann überreicht er Lucia das weiße Mikrofon, das hinter der Theke schon bereit liegt. Die grinst nur.

Kunden finden Idee gut

Ein EC-Bezahlgerät liegt auf einem Tisch voller Blumen

Kartenzahlung beim Blumenhändler - ja, gegen ein Ständchen

Seit mittlerweile rund zwei Jahren gibt es im Blumenladen von Karakaya die Regel: Wer nicht mit Bargeld zahlt, muss dafür ein Ständchen singen. Etwa 80 Prozent seiner Kunden fänden die Idee gut und würden gerne mitmachen, erzählt der Blumenhändler.

"Das macht uns allen den Tag schöner." Eddie Karakaya, Blumenhändler

Einige würden sogar bewusst das Bargeld zu Hause lassen, um singen zu müssen. Darüber freut sich Karakaya.

Nicht alle Kunden wollen singen - müssen sie auch nicht

Kundin und Verkäufer in einem Blumenladen

Bissek lässt sich von Karakaya beraten

Angelika Bissek wohnt über dem Blumenladen. In ihrem Zuhause hört sie oft, wenn Kunden und auch Karakaya selbst trällern. "Vor allem dann noch über Mikrofon", meint Bissek und lacht. Am Anfang konnte sie das nicht zuordnen - bis sie von der Sing-Regel erfahren hat. Wie sie das findet? "Manchmal so, manchmal so" - je nach Performance.

Bissek ist regelmäßig selbst Kundin im Blumenladen. Singen will sie selbst nicht. Deshalb packt sie immer Bargeld ein. Wer nicht bar bezahlen kann, aber auch nicht zum Mikrofon greifen will, für den macht Karakaya auch eine Ausnahme.

Blumen und singen: beides sorgt für gute Laune

Für Lucia muss er keine Ausnahme machen. Sie nimmt das Mikrofon freudig entgegen und hat sich heute für das Lied "Party in die USA" von Miley Cyrus entschieden. Ganz textsicher ist sie nicht, deshalb macht der Florist ihr auf Youtube eine instrumentale Version mit eingeblendetem Text an.

Eine Frau steht mit einem Mikrofon in einem Blumenladen

Lucia singt in dem Blumenladen in Düsseldorf-Flingern Karaoke

Lucia zahlt bewusst mit Karte, um ein Ständchen singen zu "müssen". Die Idee von Karakaya findet sie super. "Blumen und singen, das passt perfekt zusammen", erklärt die 20-Jährige. Beides würde für gute Laune sorgen. "Und gerade in der heutigen Zeit ist alles so schnelllebig. Durch das Singen hat man nochmal ein bisschen Spaß miteinander."

Alle Songs willkommen - nur einer nicht

Bei den Liedern, die gesungen werden, merkt Karakaya saisonale Unterschiede. Zu Beginn des Jahres wurden beispielsweise viele Karnevalslieder gesungen, im Winter Weihnachtslieder.

Aber einen Dauerbrenner gibt es das ganze Jahr über: Alle meine Entchen. Das Lied kann der Blumenhändler nicht mehr hören, sagt er. Deshalb will er demnächst ein Schild aufhängen: "Ich werde draufschreiben: Bitte nicht Alle meine Entchen. Was anderes einfallen lassen."

Unsere Quellen:

  • WDR-Reporterin vor Ort
  • Interviews mit Kunden
  • Interview mit Blumenhändler Eddie Karakaya

Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Düsseldorf, 19.03.2026, 19.30 Uhr

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