Der Dortmunder Hauptbahnhof von oben

Auf diesem Archivbild sieht man oben links den Parkplatz, von dem die Gruppe gestartet ist

Am Dortmunder Hauptbahnhof Schüler und Lehrer laufen über Gleise

Stand:

Am Montag waren mehr als 40 Schüler im Gleisbett am Dortmunder Hauptbahnhof unterwegs. Zeitweise durfte kein Zug mehr fahren. Jetzt hat sich der Schulleiter zu dem Vorfall geäußert.

Am Montagmittag gegen 13 Uhr hat der Fahrdienstleiter des Dortmunder Hauptbahnhofs die Bundespolizei verständigt, weil sich eine größere Personengruppe im Bereich der Gleise aufgehalten hat. Der Bahnverkehr wurde deshalb zeitweise eingestellt.

Zunächst haben die Einsatzkräfte keine Personen ausfindig machen können. Als sie aber die Videoaufzeichnungen ausgewertet haben, waren insgesamt 41 Jugendliche und zwei erwachsene Personen zu sehen, die von einem Parkplatz aus die Gleise im Bereich der Bahnsteige 11 bis 16 überquert haben.

Verler Schulklassen auf dem Weg in die Innenstadt

Am Nachmittag hat die Bundespolizei dann zwei Schulklassen sowie mehrere Lehrkräfte aus Verl angetroffen. Die Beamten stellten die Identitäten der Personen fest und leiteten Ordnungswidrigkeitenverfahren ein. Die Schulklassen waren für einen Besuch in Dortmund mit dem Bus angereist.

Das hatte der Busfahrer der Polizei bereits einige Zeit zuvor berichtet. Er hatte Schüler und Lehrer auf einem großen Parkplatz hinter dem Hauptbahnhof abgesetzt. Von dort aus kann man durch eine Unterführung in die Innenstadt gehen. Warum die Gruppe den Weg über die Gleise wählte, ist unklar.

Wir werden den Vorfall in der Schule weiter aufarbeiten. Matthias Hermeler, Schulleiter Gymnasium Verl

Schulleiter bedauert den Vorfall

Auf WDR-Anfrage bedauert der Schulleiter vom Gymnasium Verl, Matthias Hermeler, den Vorfall und schreibt uns dazu, dass die Gruppe von der Bundespolizei eindringlich auf die Gefährlichkeit und Unzulässigkeit ihres Handelns hingewiesen wurde. Zudem sei der Vorfall auf der Rückfahrt ausführlich besprochen worden.

"Dabei wurde deutlich gemacht, dass ein solches Verhalten nicht akzeptabel ist. Die Schülerinnen und Schüler wurden auf ihre Verantwortung für sich selbst und andere hingewiesen", so Hermeler.

Bis zu 5.000 Euro Bußgeld möglich

Mit welchem Bußgeld die Lehrkräfte und ihre Schüler jetzt rechnen müssen, konnte der Sprecher der Bundespolizei nicht beantworten. Die Entscheidung liege jetzt bei der zentralen Bußgeldstelle der Bundespolizei.

Grundsätzlich seien bei diesen Verstößen bis zu 5.000 Euro Bußgeld möglich, erklärt Rechtsanwalt Arndt Kempgens im Gespräch mit dem WDR. Im Normalfall würde für alle Personen über 14 Jahren ein Bußgeld von 25 Euro fällig werden. Wie alt die Jugendlichen in diesem konkreten Fall sind, konnte die Bundespolizei nicht sagen.

Für die Lehrkräfte könnte es aber auch deutlich teurer werden, denn als Aufsichtspersonen käme ihnen eine besondere Verantwortung zu, sagt Kempgens. Der Rechtsanwalt aus Gelsenkirchen rechnet für sie mit etwa 500 bis 1.000 Euro Bußgeld.

Lebensgefahr beim Betreten von Gleisen

Die Bundespolizei weist darauf hin, dass das Betreten von Gleisanlagen lebensgefährlich ist. Denn Züge würden sich oft nahezu geräuschlos nähern und könnten selbst bei einer Notbremsung nach mehreren hundert Metern zum Stillstand kommen.

Dortmunder Hauptbahnhof: Schüler und Lehrer laufen über Gleise

WDR 16.06.2026 00:38 Min. Verfügbar bis 15.06.2028

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Unsere Quellen:

  • Mitteilung der Bundespolizei
  • WDR-Gespräch mit Sprecher der Bundespolizei
  • Telefonat mit Rechtsanwalt Arndt Kempgens
  • E-Mail von Schulleiter Gymnasium Verl

Sendung: WDR 2 Ruhrgebiet, Lokalzeit, 16.06.2026, 10:31 Uhr

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