Den Anfang hatte "Cotti Coffee" gemacht - eine chinesische Kette, die in Köln bereits drei Filialen betreibt. Beide Ketten haben eine Kern-Kompetenz: die Preise etablierter Cafés brechen. So kostet bei "Lap Coffee" ein Matcha Latte nur vier Euro, bei "Cotti Coffee" bekommen Neukunden die ersten drei Getränke sogar für je 1,99 Euro. In den meisten traditionellen Cafés sind Matcha-Getränke mit dem japanischen Grüntee-Pulver nicht unter fünf Euro zu bekommen.
Doch das Modell ist umstritten: In der Berliner Café-Szene hat "Lap Coffee" für viel Widerstand gesorgt, wie der RBB berichtet. Kleinere Cafés fürchten, verdrängt zu werden. Es gab sogar Farbattacken auf Filialen der Kette.
Lap Coffee: Hohe Umsätze mit vielen Kunden
Vi Tayarat ist für den Betrieb der "Lap-Coffee"-Filialen zuständig
"Lap Coffee" will mit vielen Kunden hohe Umsätze erzielen, sagt Vi Tayarat, die für den Betrieb der Filialen zuständig ist. "Gleichzeitig sparen wir viel Geld, weil wir nur ein reduziertes Produktangebot haben. Mit nur sechs Mitarbeitern haben wir auch deutlich niedrigere Personalkosten als etablierte Anbieter. Wir sparen aber nicht bei den Produkten. Unsere Backwaren kommen von einer Bäckerei aus dem Rheinland und haben Bio-Qualität. Der Kaffee kommt von einer Kaffee-Rösterei in Berlin." Die chinesische "Cotti Coffee"-Kette mit weltweit 18.000 Filialen reagierte nicht auf eine WDR-Interview-Anfrage zum Geschäftskonzept.
DEHOGA befürchtet Preisdumping
Christoph Becker vom Hotel- und Gaststättenverband DEHOGA betrachtet den neuen Trend einerseits als einen natürlichen Veränderungsprozess der Branche. Er kritisiert aber, dass für die Kunden nicht immer erkennbar sei, woher die Produkte stammen. Außerdem glaubt er, dass die Billig-Ketten die Preise deutlich erhöhen werden, nachdem sie bestehende Anbieter aus dem Markt gedrängt haben. Denn mit den aktuellen Niedrigpreisen können nach seiner Einschätzung die Kosten nicht dauerhaft gedeckt werden.
Cotti Coffee, eine chinesische Kette
Nicht alle etablierten Anbieter, die höhere Preise als die neuen Discounter nehmen, fürchten die neue Konkurrenz. Sie haben ihre Lokale oft an 1A-Standorten, die besonders viele Laufkunden anziehen. Das neue "Lap Coffee" liegt fast ein bisschen versteckt, allerdings auf einer Szene-Straße im Belgischen Viertel. Das könnte besonders attraktiv für Schüler und Studenten sein, die nicht so viel Geld haben, um für zwei Getränke locker weit über zehn Euro zu bezahlen.
Unsere Quellen:
- Vi Tayarat, "Lap Coffee"
- DEHOGA
Sendung: WDR.de, Café-Discounter erobern Köln, 08.05.2026, 19.02 Uhr