Aus für Elterntaxis: Autoverbot vor Bielefelder Schulen

Lokalzeit OWL 18.09.2025 02:29 Min. Verfügbar bis 18.09.2027 WDR Von Nicolai Gregor Heger

Aus für Elterntaxis: Autoverbot vor Bielefelder Schulen

Stand:

Vor zwei Bielefelder Grundschulen dürfen "Elterntaxis" ab heute nicht mehr halten. Morgens ist dort jetzt die Einfahrt verboten.

Von Tim Belke

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Die Martinschule in Bielefeld-Gadderbaum liegt am Ende einer Sackgasse. Nur rund 200 Meter ist die Straße lang. Eigentlich also eine ideale Lage für eine Grundschule, ohne Durchgangsverkehr.

Bis zu 4 von 10 Schülern kommen mit dem Auto

Und trotzdem knubbelt es sich morgens vor der Schule: Kinder springen aus Autos, Fahrzeuge wenden, Eltern unter Zeitdruck parken in zweiter Reihe. Andere Kinder wollen zu Fuß oder mit dem Rad zum Schulgelände gelangen, berichtet Olaf Lewald, Amtsleiter im Bielefelder Amt für Verkehr.

"Dadurch kommt es wirklich zu gefährlichen Situationen für die jungen Schülerinnen und Schüler." Olaf Lewald, Amtsleiter im Amt für Verkehr

Die Stadt Bielefeld hat sich die Situation vor der Martinschule und vor der Sudbrackschule im Stadtteil Schildesche genau angeschaut. Das Ergebnis: Bei schlechtem Wetter werden bis zu 40 Prozent der Schülerinnen und Schüler mit dem Auto gebracht. Selbst bei gutem Wetter seien es rund 20 Prozent.

Elterntaxis: "Fördern Bequemlichkeit des Kindes"

WDR 5 Morgenecho - Interview 18.09.2025 07:09 Min. Verfügbar bis 18.09.2026 WDR 5

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Verkehrsversuch soll mehr Sicherheit bringen

Pünktlich um 7:15 Uhr entfernt Stadt-Mitarbeiter Moritz Lipperts die Aufkleber von den Schildern | Bildquelle: WDR/Tim Belke

Damit ist nun Schluss. Wochentags von 7:15 bis 8:15 Uhr ist die Straßen vor der Martinschule ab sofort (18. September 2025) für alle Kraftfahrzeuge gesperrt. Vor der Sudbrackschule gilt das Verbot ab kommenden Dienstag (23. September 2025).

Wer seine Kinder auch in Zukunft mit dem Auto zur Schule bringen möchte, kann dafür sogenannte "Eltern-Haltestellen" nutzen. Die gibt es schon länger und in der Nähe vieler Grundschulen. Ab hier sollen die Kinder das letzte Stück zur Schule sicher zu Fuß zurücklegen können.

Für die Sicherheit der Kinder

Thomas Jeruzal und sein Sohn Oskar | Bildquelle: WDR/Tim Belke

Thomas Jeruzal findet gut, dass die Straße jetzt morgens autofrei ist. Sein Sohn Oskar ist gerade in die erste Klasse gekommen. "Hier war so viel Verkehr, das kann man nicht aushalten", sagt er. Der Verkehrsversuch diene der Sicherheit der Kinder. So kann Oskar gefahrlos mit dem Cityroller zur Schule fahren.

Verkehrsversuch soll "ergebnisoffen" sein

Zunächst gilt das Verbot ein Jahr lang. Stadt und Polizei wollen beobachten, wie sich die Verkehrssituation vor den Schulen und auch in den Nebenstraßen entwickelt. Sollte das Pilotprojekt erfolgreich sein, sollen die Schulstraßen dauerhaft blieben und weitere Verkehrsversuche an anderen Grundschulen starten.

Ein großes Banner macht zusätzlich zu den Schildern auf den Verkehrsversuch aufmerksam | Bildquelle: WDR/Tim Belke

Möglich ist die unkomplizierte Einrichtung der temporären Straßensperrungen durch einen Erlass der Landesregierung. Laut NRW-Verkehrsministerium gibt es landesweit bereits 57 Schulstraßen.

Unsere Quellen:

  • Pressemitteilung Stadt Bielefeld
  • Gespräch mit Olaf Lewald, Amtsleiter im Amt für Verkehr
  • WDR-Reporter vor Ort

Kommentare zum Thema

  • Wolfgang 20.09.2025, 01:00 Uhr

    Das Problem sind nicht die Verkehrssünder. Das Problem sind die Elterntaxis allgemein. Gerade in diesem geschilderte Fall: enge Sackgasse, viele Autofahrer, UND KINDER ZU FUß, MIT DEM FAHRRAD ODER ROLLER. Ups. Die gibt es ja auch noch. Die am meisten gefährdeten. Gefährdet durch die Massen an Elterntaxis. Warum können Kinder nicht ganz normal zu Fuß zur Schule gehen? Die Eltern können die ersten Wochen noch mitgehen und die Kinder auf Gefahren aufmerksam machen bis sie es irgendwann selbständig können.

  • Jan Zerbe 19.09.2025, 18:34 Uhr

    Gute Idee, die Kinder müssen ja nicht genau vor der Schule in einer schmalen Sackgasse abgesetzt werden. Wenn die Eltern die Kinder ein paar hundert Meter zu Fuß laufen lassen, gibt es kein solches Gedrängel im direkten Eingangsbereich. Ein Verhalten, das bei ein bisschen Mitdenken selbstverständlich wäre, wird nun von Verbotsschildern eingefordert.

  • Martin 19.09.2025, 17:53 Uhr

    Wow! So Hirnverbrannt wie Elterntaxis sind hier so manche Kommentare! Ich bin selbst Busfahrer, Schulbusfahrer! Verbot von Elterntaxis...... Ja! Sofort, vor jeder Schule und das Landesweit!!! Und an die, denen es an Logik fehlt: Natürlich könnt ihr auf dem Weg zur Arbeit eure Kids mitnehmen! Was ist denn so schwierig daran, die Kids auf dem Weg an einer günstigen Bushaltestelle abzusetzen??? Überfüllte Busse, Zeitersparnis, nette Ausreden! Man findet ja immer irgendwas zum jammern;-) Tatsache ist, dass das Chaos, die Staus, die gefährlichen Situationen welche von den "Taxis" verursacht werden, kaum noch in Worte zu fassen sind.