Fußballclub Arminia Bielefeld spielt seit 100 Jahren im Stadion an der Melanchthonstraße in Bielefeld. So viel Tradition haben nur wenige Profifußball-Stätten in Deutschland. Und um dieses besondere Jubiläum zu feiern, haben Verein und Sponsor an dem Stadion, das inzwischen offiziell "Schüco Arena" heißt, jetzt feierlich wieder den traditionellen Namen "Stadion Alm" angebracht.
Der Fenster- und Türenhersteller Schüco aus Bielefeld verzichtet für das Wochenende rund um das Spiel der Arminia gegen den VFL Bochum auf die Namensrechte am Stadion, die er seit inzwischen 22 Jahren regelmäßig als Sponsor von Arminia Bielefeld erwirbt. Eine Kontinuität, die im modernen Profifußball ebenfalls selten ist.
Der Stadionname ist für die Fanszene ein emotionales Thema
Trotz des langjährigen Engagements des Sponsors ist der traditionelle Stadionname "Alm" der organisierten Fanszene von Arminia Bielefeld weiterhin extrem wichtig, seit Jahren kämpft sie immer wieder mit Aktionen für mehr Sichtbarkeit dieser Tradition. Im "Verkauf" der Namensrechte für das Stadion spiegelt sich für einige eine Kommerzialisierung des Fußballs.
Gerd Müller 1970 auf der "Alm"
Die offizielle Wieder-Umbenennung zum Stadionjubiläum soll deswegen auch ein Zeichen von Verein und Sponsor an die Fans sein, die das Stadion Saison für Saison zu einem atmosphärischen Highlight im Profi-Fußball machen.
"An diesem Tag soll das Stadion im Mittelpunkt stehen"
Arminias Geschäftsführer Christoph Wortmann meint dazu: "Wir sind extrem dankbar, dass wir hier einen Partner haben, der diesen wichtigen Moment erkennt. Es spricht für Vertrauen und gute Zusammenarbeit, dass wir dieser Tradition jetzt gemeinsam auch ihren Raum geben können."
Schüco-Sprecherin Sandra Greiser sagt: "Wir wollen, dass an diesem Tag das Stadion im Mittelpunkt steht. Wir haben zusammen mit dem Verein überlegt, was wir machen, und wir wollten, dass es zu diesem besonderen Jubiläum etwas ist, das keiner erwartet hat.“
Arminia Bielefeld hat mit Vertretern der Stadt und Sponsor Schüco den Auftakt zum Stadionjubiläum gefeiert.
"Das ist was Tolles für alle Fußballromantiker und zu denen zähle ich mich auch", sagt Arminia-Legende Fabian Klos bei der feierlichen Enthüllung des traditionellen Namens. "Das Stadion ist ein Alleinstellungsmerkmal, eine Pilgerstätte für Fußballfans aus ganz Deutschland. Was die Leute hier für eine Energie erzeugen können, das ist etwas ganz besonderes."
Die "Alm" war zunächst ein Sportplatz und vorher eine Kuhweide
Der Name "Alm" stammt daher, dass der Sportplatz an der Melanchthonstraße, an dessen Stelle heute das Stadion steht, früher eine Kuhweide war. Ein Bauer hatte das damals noch außerhalb der Stadt gelegene Land 1926 an Arminia Bielefeld verpachtet.
1926: Sportplatz an der Melanchthonstraße
Die Spielstätte hat seitdem extrem viel Drama erlebt: Auf- und Abstiege, europäische Top-Teams und auch weniger guten Fußball. Das Stadion ist in dieser Zeit stetig gewachsen oder geschrumpft. In den Siebziger Jahren hatte es mal fast 35.000 Plätze, aktuell sind es knapp 27.000.
Und die sind - zumindest mit Heimfans - im Moment immer voll belegt. Auch beim Spiel gegen den VfL Bochum. Wenn dann die offizielle Feier zum Stadiongeburtstag stattfindet, werden sich auch die Fans beteiligen - unter anderem mit einer großen Choreografie vor Spielbeginn.
Unsere Quellen:
- Arminia Bielefeld
- Schüco-Sprecherin Sandra Greiser
- Reporterin vor Ort
Sendung: WDR 2 Ostwestfalen-Lippe, Lokalzeit, 29.04.2024, 16:31 Uhr