Solinger Innenstadt abgesperrt

Am 1. April hatte ein Messerangriff in Solingen einen Großeinsatz ausgelöst, die Innenstadt war weiträumig abgesperrt worden.

Solinger Polizei zieht Konsequenzen Mehr Streifen nach Messerangriff

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Bei der Auseinandersetzung Anfang April waren zwei Menschen schwer verletzt worden. Eine Messerverbotszone, wie es sie andernorts gibt, steht für Solingen trotz des jüngsten Vorfalls nicht im Raum.

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Vanessa Kockegei

Der Kommunale Ordnungsdienst (KOD) und die Polizei weiten ihre gemeinsamen Streifen in der Solinger Innenstadt weiter aus - das ist das Ergebnis von Gesprächen zwischen Stadtspitze und Polizei nach dem Vorfall im April.

Messerangriff in der Solinger Innenstadt

Messerangriff in der Solinger Innenstadt

Dieser hatte einen Großeinsatz der Polizei ausgelöst, die Innenstadt war daraufhin abgesperrt worden. Ein 48-Jähriger soll mit einem 52-Jährigen in Streit geraten sein und auf ihn und einen weiteren Mann mit einem Messer eingestochen haben. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Wuppertal dauern die Ermittlungen weiter an und der Tatverdächtigte befindet sich nach wie vor in Untersuchungshaft.

Mehr Sicherheit in Solingen

Dass solche Vorfälle mit Messern in der Solinger Innenstadt ein sensibles Thema sind, sei verständlich, sagt Polizeisprecher Alexander Kresta. Auch deshalb hatten Stadt und Polizei nach dem Großeinsatz Gespräche geführt, um das Sicherheitsgefühl dort zu erhöhen.

Trotz des jüngsten Vorfalls steht die Einrichtung einer Messerverbotszone, wie es sie etwa in der Düsseldorfer Altstadt gibt, für Solingen nicht im Raum, bestätigen Polizei und Stadtverwaltung auf WDR-Anfrage.

Rechtliche Grundlage für Messerverbotszone fehlt

Alexander Kresta sagt: "Die Kriminalität im Bereich der Innenstadt wie der Konrad-Adenauer-Straße ist nicht auffallend erhöht, somit fehlt uns allein schon die Voraussetzung, um eine Messerverbotszone einzurichten." So sei Solingen nicht vergleichbar mit der Düsseldorfer Altstadt.

Solche Messerverbotszonen seien außerdem "kein Allheilmittel" um sämtliche Probleme sofort in den Griff zu bekommen, so Tobias Kollig, Pressesprecher der Stadt Solingen. Sie könne allenfalls eine Ergänzung zu bereits bestehenden Maßnahmen darstellen - und auch nur dann, wenn sie von der Polizei ausdrücklich befürwortet werde.

Hoher Personalaufwand und begrenzte Wirkung von Messerverbotszonen

Mit solchen Zonen sei ein riesiger Personalaufwand verbunden - ohne, dass dadurch jeder Einzelfall verhindert werden könnte, so Alexander Kresta weiter. "Dass wir unsere Präsenz in der Innenstadt verstärken - im Schulterschluss mit dem KOD ist schon ein deutliches Signal und wir analysieren auch fortlaufend, wie sich die Messerkriminalität entwickelt."

Schon im vergangenen Jahr seien rund 6.500 Personalstunden in Solingen für Schwerpunkteinsätze im Bereich der Gewalt und Straßenkriminalität aufgewendet worden. Die rechtlichen Befugnisse, die die Beamten hätten, seien jetzt schon weitreichend. So könnten sie auch unter bestimmten Bedingungen ohne konkreten Verdacht Personen kontrollieren.

Diese Befugnisse reichen laut Kresta bisher aus, um für die öffentliche Sicherheit in Solingen zu sorgen. Nichtsdestotrotz werde die Lage fortlaufend analysiert. "Wir werden eine Messerverbotszone als Stadt nicht aktiv vorantreiben", schreibt auch Oberbürgermeister Daniel Flemm (CDU) auf WDR-Anfrage.

Nach Messerangriff: Polizei verstärkt Streifen in Solingen

WDR Studios NRW 20.04.2100 00:53 Min. Verfügbar bis 20.04.2028 WDR Online

Polizei verstärkt nach Messerangriff Streifen in Solinger Innenstadt

WDR 01:41 Min. Verfügbar bis 11.03.2028

Unsere Quellen:

  • Polizeisprecher Alexander Kresta
  • Interview mit Pressesprecher der Stadt Solingen Tobias Kollig
  • Schriftliches Statement von Oberbürgermeister Daniel Flemm (CDU)
  • Staatsanwaltschaft Wuppertal

Sendung: WDR 2 Bergisches LandLokalzeit, 20.04.2026, 15.31 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Bergisches Land, 20.04.2026, 19.30 Uhr

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