Mehr als hundert Jägerinnen und Jäger sind an die Neyetalsperre gekommen. Und müssen im frühmorgendlichen Nebel erst einmal durch Wannen mit Desinfektionsmittel waten.
Es ist eine Schutzmaßnahme gegen die Afrikanische Schweinepest, kurz ASP. Ein ziemlicher Aufwand, der notwendig ist. Denn die ASP ist eine hochansteckende Viruserkrankung, die für infizierte Schweine meist tödlich ist. Menschen und andere Haus- und Nutztiere können sich nicht anstecken.
Afrikanische Schweinepest: eine echte Bedrohung
Das Waldgebiet gehört der Stadt Remscheid. Lukas Sieberth ist als Leiter des kommunalen Forstamtes Jagdleiter. Er macht klar, welche Gefahr von der Afrikanischen Schweinepest ausgeht, die sich derzeit in NRW ausbreitet.
„Die Seuche ist nicht nur für Wildschweine tödlich, auch für Hausschweine. Und deshalb für Schweinemastbetriebe eine echte Bedrohung.“ Lukas Sieberth, Jagdleiter
Große Wildschweinrotten gesichtet
In den vergangenen Wochen sind immer wieder große Wildschweinrotten in den bergischen Wäldern gesichtet worden. Die Tiere richten erheblichen Schaden auf landwirtschaftlichen Flächen an. Alleine deshalb muss ihr Bestand überschaubar bleiben.
In diesem Jahr ist die Jagd der Wildschweine aber auch eine Maßnahme zum Schutz vor der Tierseuche. Denn je mehr Wildschweine es gibt, desto größer ist die Gefahr einer ASP-Ausbreitung.
Treiber, Schützen und Hunde
Rund um die Talsperre hat Jagdleiter Sieberth Schützen postiert. Mehrere sogenannte Treiberwehren durchkämmen laut rufend das Unterholz. Das sind Jäger mit Stöcken und Hunden, die das Wild aufschrecken sollen. Der Jagderfolg blieb aber überschaubar. Gerade einmal drei Wildschweine wurden erlegt.
Sperrzonen zur Eindämmung vor der Tierseuche
Ende November wird es an der Neyetalsperre eine weitere Drückjagd geben. Sofern es bis dahin keinen nachgewiesenen ASP-Fall in der Gegend gibt.
Dann würde auch die Region zur Sperrzone, wie sie bereits in den Kreisen Olpe und Siegen-Wittgenstein eingerichtet worden ist. Dadurch soll eine Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest verhindert werden.
Unsere Quellen:
- Reporter vor Ort
- Forstamt Stadt Remscheid
- Landesamt für Verbraucherschutz und Ernährung NRW
Über dieses Thema berichtet der WDR am 10.11.2025 auch im Hörfunk auf WDR2 und im Fernsehen in der Lokalzeit Bergisches Land, 19:30 Uhr.