Ein Jäger sitzt auf einem Hochsitz

Drückjagd im Bergischen gegen Afrikanische Schweinepest

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Der Herbst ist traditionell die Zeit großer Drückjagden im Bergischen Land. An der Neyetalsperre im oberbergischen Wipperfürth ging es dabei am Wochenende vor allem um eines: die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest zu verhindern.

Von Timo Spicker

Mehr als hundert Jägerinnen und Jäger sind an die Neyetalsperre gekommen. Und müssen im frühmorgendlichen Nebel erst einmal durch Wannen mit Desinfektionsmittel waten.

Es ist eine Schutzmaßnahme gegen die Afrikanische Schweinepest, kurz ASP. Ein ziemlicher Aufwand, der notwendig ist. Denn die ASP ist eine hochansteckende Viruserkrankung, die für infizierte Schweine meist tödlich ist. Menschen und andere Haus- und Nutztiere können sich nicht anstecken.

Afrikanische Schweinepest: eine echte Bedrohung

Das Waldgebiet gehört der Stadt Remscheid. Lukas Sieberth ist als Leiter des kommunalen Forstamtes Jagdleiter. Er macht klar, welche Gefahr von der Afrikanischen Schweinepest ausgeht, die sich derzeit in NRW ausbreitet.

„Die Seuche ist nicht nur für Wildschweine tödlich, auch für Hausschweine. Und deshalb für Schweinemastbetriebe eine echte Bedrohung.“ Lukas Sieberth, Jagdleiter

Große Wildschweinrotten gesichtet

Mehrere Jäger stehen versammelt und spielen das Horn.

In den vergangenen Wochen sind immer wieder große Wildschweinrotten in den bergischen Wäldern gesichtet worden. Die Tiere richten erheblichen Schaden auf landwirtschaftlichen Flächen an. Alleine deshalb muss ihr Bestand überschaubar bleiben.

In diesem Jahr ist die Jagd der Wildschweine aber auch eine Maßnahme zum Schutz vor der Tierseuche. Denn je mehr Wildschweine es gibt, desto größer ist die Gefahr einer ASP-Ausbreitung.

Treiber, Schützen und Hunde

Ein Jagdhund mit Warnweste

Rund um die Talsperre hat Jagdleiter Sieberth Schützen postiert. Mehrere sogenannte Treiberwehren durchkämmen laut rufend das Unterholz. Das sind Jäger mit Stöcken und Hunden, die das Wild aufschrecken sollen. Der Jagderfolg blieb aber überschaubar. Gerade einmal drei Wildschweine wurden erlegt.

Sperrzonen zur Eindämmung vor der Tierseuche

Ende November wird es an der Neyetalsperre eine weitere Drückjagd geben. Sofern es bis dahin keinen nachgewiesenen ASP-Fall in der Gegend gibt.

Dann würde auch die Region zur Sperrzone, wie sie bereits in den Kreisen Olpe und Siegen-Wittgenstein eingerichtet worden ist. Dadurch soll eine Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest verhindert werden.

Drückjagd im Bergischen gegen Afrikanische Schweinepest

WDR Studios NRW 09.11.2025 00:29 Min. Verfügbar bis 09.11.2027 WDR Online

Unsere Quellen:

  • Reporter vor Ort
  • Forstamt Stadt Remscheid
  • Landesamt für Verbraucherschutz und Ernährung NRW

Über dieses Thema berichtet der WDR am 10.11.2025 auch im Hörfunk auf WDR2 und im Fernsehen in der Lokalzeit Bergisches Land, 19:30 Uhr.

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