Geburt ohne Geburtshilfe: Was die Schließung in Düren für werdende Familien bedeutet

WDR 03:13 Min. Verfügbar bis 23.06.2028

Geburtshilfe schließt Wieso Alexas vierte Geburt besondere Sorgen macht

Ende Juni schließt die Geburtshilfe im Dürener Krankenhaus. Alexa Kleemann, die bald entbindet, erfüllt das vor allem mit Sorge.

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Lena Wohlgefahrt

Eigentlich war für Alexa Kleemann alles klar: Wie schon bei ihren anderen Kindern wollte sie auch ihr viertes Baby im Krankenhaus Düren zur Welt bringen. Doch daraus wird nichts. Die Geburtshilfe im Krankenhaus schließt Ende Juni. Damit ist sie in der Region nicht die einzige. Für die werdende Mutter bedeutet das: neu planen, neue Klinik suchen, neue Unsicherheit.

"Mein erster Gedanke war: Das darf nicht wahr sein", erzählt die 36-Jährige. Besonders emotional sei die Situation für sie, weil sie mit der Klinik viele Erinnerungen verbinde. Dort kamen ihre beiden älteren Kinder zur Welt. Auch nach einer schweren Erfahrung vor zwei Jahren, als sie ihr Sternenkind Mathilda verlor, fühlte sie sich dort gut begleitet.

Geburtshilfe verändert sich in NRW

Mit ihrer Hebamme Yael Zervos spricht die werdende Mutter deshalb nicht nur über die Schwangerschaft, sondern auch über ihre Sorgen rund um die anstehende Geburt im September. Während die Hebamme den Bauch abtastet und die Herztöne des Babys hört, geht es immer wieder auch um die Frage: Wo soll das Kind jetzt geboren werden?

Zwei Frauen stehen dicht nebeneinander. Eine von ihnen ist schwanger. Deshalb hat sie eine Hand auf den Bauch gelegt. Die Frau neben ihr hat wiederum ihre Hand auf die Hand, die auf dem Bauch liegt, gelegt.

Alexa Kleemann und Hebamme Yael Zervos bedauern, dass die Geburtsstation Düren schließt

Die Schließung in Düren ist Teil der Krankenhausreform in Nordrhein-Westfalen. Kliniken sollen sich künftig stärker spezialisieren. Das Land NRW entscheidet dabei stärker mit, welche Häuser bestimmte Leistungen weiterhin anbieten dürfen. Ziel ist laut Landesregierung eine bessere medizinische Qualität und eine stärkere Konzentration komplexer Behandlungen auf größere Standorte.

Hebammen erleben große Unsicherheit

Kritik gibt es vor allem dort, wo Geburtshilfen wegfallen. Familien sorgen sich um längere Wege und weniger Wahlmöglichkeiten. Besonders Frauen mit mehreren Kindern hätten Angst, nicht rechtzeitig in der Klinik anzukommen, berichtet Hebamme Yael. Gleichzeitig versucht sie, Schwangeren Sicherheit zu geben und gemeinsam neue Lösungen zu finden.

Die Kliniken, die künftig mehr Geburten übernehmen, bereiten sich bereits darauf vor. Im St.-Marien-Hospital Düren-Birkesdorf werden zusätzliche Hebammen und Ärzte eingestellt. Chefarzt Axel Sauerwald sieht in der Reform auch Chancen: Größere Zentren könnten die medizinische Versorgung bündeln und dadurch mehr Expertise anbieten.

Zu sehen ist eine Liege mit aufgerichtetem Rückenteil. Auf der Liege liegt ein weißes Laken und eine folierte Schutzabdeckung. Außerdem befindet sich im Rückenbereich ein blaues Kissen im U-Form.

Auf Liegen wie diesen entbinden Frauen ihre Babys.

Für Alexa bleibt ein Gefühl von Abschied. Sie denkt jetzt darüber nach, in einer Aachener Klinik zu entbinden. Gleichzeitig versucht sie, den Fokus auf das zu richten, worauf sie sich eigentlich freut: "Der erste Moment, wenn ich das Baby endlich im Arm halten darf."

Was das Ende der Geburtsstation in Düren bei Familien auslöst

WDR 23.06.2026 00:35 Min. Verfügbar bis 22.06.2028

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Unsere Quellen:

  • Interview mit Alexa Kleemann und Yael Zervos, Hebamme
  • Interview mit Dr. Axel Sauerwald, St.-Marien-Hospital Düren-Birkesdorf
  • Recherche zur Krankenhausreform des Bundes

Sendung: WDR 2 Aachen und die Region, Lokalzeit, 23.06.2026, 13:31 Uhr

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