Drei Jahre lang haben Ehrenamtliche, Sozialarbeiter und der ehemalige Schuldnerberater Peter Becker dafür recherchiert und persönliche Geschichten, Zahlen und Erfahrungen aus Düren gesammelt.
Jedes dritte Kind betroffen
Die Zahlen dahinter sind deutlich: Laut Stadt gilt etwa jedes dritte Kind in Düren als arm oder armutsgefährdet. Im Kreis Düren beziehen 23.000 Menschen Bürgergeld oder andere Grundsicherungsleistungen. Besonders betroffen sind Alleinerziehende, Rentner, Familien mit mehreren Kindern und Langzeitarbeitslose.
"Welche Zukunft haben die Kinder, die heute in der Armut aufwachsen? Auf diesen Kindern bauen wir morgen unsere Gesellschaft auf." Peter Becker - Organisator
Gleichzeitig betrifft Armut längst nicht mehr nur Menschen ohne Arbeit. Viele Familien und Rentner kommen trotz Einkommen kaum noch über die Runden. Hohe Mieten, steigende Lebensmittelpreise und Energiekosten verschärfen die Situation zusätzlich. Laut Bürgermeister Frank Peter Ullrich haben rund 60 Prozent der Menschen in Düren Anspruch auf einen Wohnberechtigungsschein.
Armut oft unsichtbar
Auch die Dürener Tafel merkt die Entwicklung. Immer mehr Menschen brauchen Unterstützung. Edith Becker von der Tafel erzählt vor allem von älteren Frauen, die nach dem Tod ihres Partners nur mit wenigen hundert Euro Witwenrente leben müssen.
"Armut versteckt sich, man sieht sie nicht", sagt Peter Becker. Genau deshalb soll die Ausstellung das Thema sichtbar machen und Menschen zum Nachdenken bringen.
Unsere Quellen:
- Beobachtungen der Reporterin vor Ort
- Interview mit Peter Becker - Ausstellungsorganisator
- Interview mit Edith Becker von der Dürener Tafel
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit aus Aachen, 19.05.2026, 19:30 Uhr