Razzia gegen Schwarzarbeit auf Baustellen

Warum Schwarzarbeit in NRW ein Problem ist - und was sich ändern soll

Stand:

Die Bundesregierung hat ein Gesetz zur besseren Bekämpfung von Schwarzarbeit beschlossen. Was das für NRW bedeutet.

Ingo Lanowski ist Friseurmeister und in seiner Branche gut vernetzt. Er führt in Hamm ein eigenes Unternehmen mit 14 Mitarbeitenden. Darüber hinaus ist er Verbandsvorsitzender beim Friseur- und Kosmetikverband NRW und Vizepräsident beim Zentralverband Deutsches Friseurhandwerk.

Schon lange kämpfe seine Branche gegen Friseurbetriebe, die Schwarzarbeit ausübten, sagt er. Dass seine Branche künftig stärker vom Zoll ins Visier genommen werden soll, befürwortet er. "Ich bin froh, dass die Regierung heute ein entsprechendes Gesetz auf den Weg gebracht hat."

Regierung beschließt Gesetz gegen Schwarzarbeit

Die Bundesregierung will Schwarzarbeit künftig effektiver bekämpfen. Dafür sollen allgemein die Ermittlungskompetenzen des Zolls gestärkt und der Datenaustausch zwischen dem Zoll und anderen Behörden verbessert werden. Darüber hinaus sieht das Gesetz vor, dass die Bekämpfung von Schwarzarbeit speziell in der Friseur- und Kosmetikbranche intensiviert wird. Das Vorhaben muss noch durch den Bundestag.

"Schwarzarbeit kommt vor allem in Branchen vor, in denen viel bar bezahlt wird und in denen oft ungelernte Arbeitskräfte im Einsatz sind", sagt Felix Jaffke. Er ist stellvertretender Leiter der Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Hauptzollamts Münster. Die genannten Aspekte gelten laut Jaffke für Branchen wie die Gastronomie, das Bauhandwerk sowie die Gebäudereinigung - und eben auch für Friseur- und Kosmetikbetriebe.

Klingbeil plant schärfere Maßnahmen gegen Schwarzarbeit

WDR 5 Das Wirtschaftsmagazin - aktuell 06.08.2025 05:10 Min. Verfügbar bis 06.08.2026 WDR 5


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Schwarzarbeit in NRW: Viele Verdachtsfälle bei Zollkontrollen

Dass Schwarzarbeit bei Friseursalons, Barbershops und Nagelstudios auch in NRW ein Problem ist, belegen Kontrollen des Zolls. Im Land gab es im Herbst 2024 eine umfassende Kontrollaktion. Die Zollbehörden untersuchten damals rund 400 Barbershops und Friseursalons.

In insgesamt 18 Fällen wurden dabei direkt Strafverfahren eingeleitet, unter anderem wegen des Verdachts der Vorenthaltung von Sozialversicherungsbeiträgen oder des illegalen Aufenthalts beziehungsweise der Beihilfe hierzu. In hunderten weiteren Fällen nahm der Zoll weitere Ermittlungen auf. Ähnlich sieht die Situation bundesweit aus.

Deswegen kommen nun strengere Kontrollen. Die Bundesregierung will die Friseur- und Kosmetikbranche offiziell zu Branchen erklären, die besonders stark von Schwarzarbeit betroffen sind.

Die Folgen:

  • Beschäftigte müssen dann bei der Arbeit künftig immer ihren Ausweis mitführen.
  • Außerdem müssen Arbeitgeber Arbeitnehmer direkt ab dem ersten Tag bei den Sozialversicherungen melden. Sie können also nicht mehr behaupten, ein Mitarbeiter sei zufällig bei einer Kontrolle den ersten Tag im Einsatz und nur daher noch nicht angemeldet.

Friseurbranche begrüßt das Vorhaben

Der Friseurmeister Ingo Lanowski hält die Regeln für sehr sinnvoll. Es sei wichtig, dass Betriebe besser kontrolliert würden, findet er. In seiner Rolle als Verbandsvorsitzender des Friseur- und Kosmetikverbands NRW führt er derzeit Tarifverhandlungen für seine Branche. Er sagt: "Es ist wichtig, dass Mitarbeitende in unserem Handwerk fair behandelt und gerecht bezahlt werden." Dazu gehöre, Schwarzarbeit zu unterbinden. Auch für einen fairen Wettbewerb in der Branche sei das wichtig.

Das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales in NRW betont außerdem, dass das Gesetzesvorhaben der Bundesregierung gesamtgesellschaftliche Vorteile habe. Schwarzarbeit und illegale Arbeitsformen führten zusammen mit berufsbedingten Erkrankungen und Arbeitsunfällen sowie Arbeitsausbeutung jährlich zu enormen Ausfällen in Milliardenhöhe in den Kassen der Sozialversicherung und bei den Steuereinnahmen sowie zu gesellschaftlichen Spannungen, heißt es dort. "Insofern begrüßt das MAGS die durch die Bundesregierung beschlossenen Verbesserungen in der Bekämpfung von Schwarzarbeit in prekären Branchen."

Quellen:

  • Hauptzollamt Münster
  • Friseurmeister Ingo Lanowski, Hamm
  • Bundesfinanzministerium
  • Presseagenturen
  • Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales in NRW

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