Papst Leo XIV. feiert erste Messe in Sixtinischer Kapelle | Kurzvideo

00:31 Min. Verfügbar bis 09.05.2027

Neuer Papst: Leo XIV. feiert seine erste Messe

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Der neue Papst heißt Leo XIV. und kommt aus den USA. Am Freitag hielt er bereits seine erste große Messe.

Leo XIV. hat am Freitag seine erste große Messe in der Sixtinischen Kapelle im Vatikan gehalten. In seiner Predigt beklagte er die "dramatischen Begleiterscheinungen" eines Mangels an Glauben. Der Sinn des Lebens gehe verloren, die Barmherzigkeit werde vergessen und die Würde des Menschen "in den dramatischsten Formen verletzt", sagte das neu gewählte Kirchenoberhaupt.

Weiter nannte er "die Krise der Familie und viele andere Wunden, unter denen unsere Gesellschaft nicht unerheblich leidet". Der Gottesdienst fand am Freitag in der Sixtinischen Kapelle statt.

Erster US-Amerikaner im Amt

Mit dabei waren auch die Kardinäle. Sie hatten seit Mittwoch in der Sixtinischen Kapelle über die Nachfolge von Papst Franziskus beraten und sich recht schnell - schon im vierten Wahlgang - geeinigt. Am frühen Donnerstagabend war weißer Rauch über der Sixtinischen Kapelle aufgestiegen - das Zeichen für eine erfolgreiche Papstwahl. Kurz darauf jubelten die Massen auf dem Petersplatz - die Nachricht wurde verkündet: Kardinal Robert Francis Prevost aus den USA ist neuer Papst Leo XIV.

Er ist der erste US-Amerikaner im Amt und hat sich in der Vergangenheit kritisch zu Entscheidungen von Trumps Regierung geäußert. Es wird daher gemutmaßt, dass Leo ein politischer Papst werden könnte.

Glückwünsche auch vom NRW-Ministerpräsidenten

Zu den vielen Menschen, die dem neuen Papst Leo XIV. zu seiner Wahl gratulierten, gehört auch NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst. Auf X schrieb er, die katholische Kirche habe schnell und geschlossen ein neues Oberhaupt gewählt. Das sei ein gutes Zeichen für alle Katholiken, so Wüst. Er sei zuversichtlich, dass sich der neue Papst - wie von ihm angekündigt - für den Frieden einsetzt.

Spannend bleibt bislang, wann genau die große Amtseinführung sein wird mit hochkarätigen Gästen aus aller Welt. Bei Franziskus war es 2013 eine knappe Woche nach der Wahl im Konklave - damals war auch Bundeskanzlerin Angela Merkel dabei.

Der neue Papst wird von Konservativen und Progressiven geschätzt

Der am 14. September 1955 in Chicago geborene Kirchenmann gilt als diplomatisch, pragmatisch und geschätzt bei progressiven wie konservativen Kirchenvertretern, ebenso bei seinen Mitarbeitern. Internationale Erfahrung sammelte Prevost nicht erst durch seine letzte Position in der Kurie.

Porträt von dem neuen Papst Leo XIV

Als Kardinal leitete Prevost die Vatikanbehörde

Während der Zeit seines Vorgängers Papst Franziskus leitete der 69-Jährige die Vatikanbehörde für Bischöfe, quasi die Personalabteilung der katholischen Weltkirche. In dieser Funktion war er in den vergangenen zwei Jahren zuständig für Bischofsernennungen weltweit.

Zum ersten Mal ein US-Amerikaner als Papst

WDR Studios NRW 08.05.2025 01:36 Min. Verfügbar bis 08.05.2027 WDR Online


Erste Rede: "Frieden ohne Furcht suchen"

In seiner erste Rede erinnerte Leo XIV. nicht nur an Franziskus, sondern knüpfte auch inhaltlich an dessen Amtszeit an. Nachdem er die jubelnden Menschen auf dem Petersplatz mit den Worten "Der Friede sei mit euch allen" begrüßt hatte, betonte er, wie wichtig Frieden für alle Menschen und Völker sei und dass Gott alle Menschen ohne Bedingungen liebe.

"Wir wollen gemeinsam unterwegs sein, den Frieden und die Gerechtigkeit ohne Furcht suchen. Wir wollen gemeinsam als Missionare unterwegs sein." Papst Leo XIV.

Gratulationen aus der ganzen Welt

Schon kurz nachdem feststand, wer der neue Papst ist, meldeten sich Staatschefs und Politikerinnen aus der ganzen Welt, um zu gratulieren. Es sei "aufregend" und eine "große Ehre" für die Vereinigten Staaten, dass der US-Kardinal Robert Francis Prevost "zum ersten amerikanischen Papst" gewählt worden sei, schrieb US-Präsident Donald Trump in seinem Onlinedienst Truth Social. Er freue sich darauf, den neuen Papst zu treffen. "Das wird ein sehr bedeutender Moment", betonte Trump.

Auch der erst am Dienstag zum Bundeskanzler gewählte Friedrich Merz (CDU) gratulierte Leo XIV. und versicherte ihm, dass die Menschen in Deutschland "mit Zuversicht und positiver Erwartung" auf seine Zeit als Oberhaupt der Katholischen Kirche blickten. "Durch Ihr Amt geben Sie in diesen Zeiten großer Herausforderungen Millionen von Gläubigen weltweit Hoffnung und Orientierung", hieß es in einem in Berlin veröffentlichten Gratulationsschreiben des Kanzlers an den Papst. "Für viele Menschen sind Sie ein Anker für Gerechtigkeit und Versöhnung."

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen wünschte dem Papst, "dass sein Pontifikat von Weisheit und Stärke geleitet sein wird, indem er die katholische Gemeinschaft durch seinen Einsatz für Frieden und Dialog ermutigt", wie sie nach der Wahl des neuen Kirchenoberhaupts auf X schrieb.

Auch der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, hat sich mit der Wahl der neuen Papsts Leo XIV. sehr zufrieden gezeigt. "Ich halte die Wahl für hervorragend", erklärte der Limburger Bischof in Bonn. Er sei sich "sicher, dass der neue Papst ein Pontifex, ein Brückenbauer im wahrsten Sinne des Wortes, ist".

Weißer Rauch am Donnerstagabend

Am Donnerstag gegen 18.08 Uhr war weißer Rauch aus dem Schornstein über der Sixtinischen Kapelle gequollen, kurz danach strömten viele Menschen aus allen Teilen Roms zum Vatikan, um den Namen des neuen Papstes zu erfahren und ihn zu sehen. Es waren laute Rufe "Viva il Papa" zu hören. Der Autoverkehr wurde weiträumig umgelenkt. Die Glocken der Kirchen in Rom läuteten.

Mit der Wahl am zweiten Tag des Konklaves enden Spekulationen darüber, ob Debatten unter den Kardinälen über den Kurs der Kirche zu einem zähen Ringen um einen Nachfolger für Papst Franziskus führen würden.

Franziskus hatte in seinem Pontifikat von 2013 bis 2025 einige Öffnungen in der Moraltheologie und in der Lehre der katholischen Kirche eingeleitet. Zudem hatte er durch Gesten der Nächstenliebe auch viele Menschen außerhalb der Kirche angesprochen.

Unsere Quellen:

  • Nachrichtenagenturen dpa, KNA, epd
  • NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst bei X

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