Demnächst OB a.D.: Diese bekannten Köpfe treten nicht mehr an

Viele Oberbürgermeister und Oberbürgermeisterinnen treten nicht wieder zur Kommunalwahl an. Wer geht und was dahinter steckt.

Henriette Reker

Henriette Reker, Oberbürgermeisterin von Köln: Die erste Oberbürgermeisterin von Köln tritt nach zwei Amtszeiten nicht mehr an, weil sie sich auf ihre weitere Lebensplanung konzentrieren will. Schlagzeilen machte das Messerattentat auf die parteilose OB noch während ihre Wahlkampfes. Die größte Stadt in NRW sollte unter ihrer Führung ein Vorbild für Vielfalt sein – die Regenbogenflagge wurde vor dem Rathaus gehisst. Kritisiert wurde Reker für eine umstrittene Aussage nach der Kölner Silvesternacht.

Henriette Reker, Oberbürgermeisterin von Köln: Die erste Oberbürgermeisterin von Köln tritt nach zwei Amtszeiten nicht mehr an, weil sie sich auf ihre weitere Lebensplanung konzentrieren will. Schlagzeilen machte das Messerattentat auf die parteilose OB noch während ihre Wahlkampfes. Die größte Stadt in NRW sollte unter ihrer Führung ein Vorbild für Vielfalt sein – die Regenbogenflagge wurde vor dem Rathaus gehisst. Kritisiert wurde Reker für eine umstrittene Aussage nach der Kölner Silvesternacht.

Tim Kurzbach (SPD), Oberbürgermeister Solingen: Zehn Jahre lang stand er an der Spitze Solingens und navigierte die Stadt durch schwierige Zeiten. Im August 2024 tötete ein Attentäter drei Menschen auf einem Stadtfest und löste damit ein Beben in der Asylpolitik des Bundes aus. Nur fünf Monate zuvor wurde eine vierköpfige bulgarische Familie bei einem Brandanschlag getötet. In den letzten Monaten stand Tim Kurzbach wegen der sogenannten Schleuseraffäre in der Kritik. Die gegen ihn erhobenen Vorwürfe weist er von sich. Jetzt, mit 47 Jahren, wolle er mehr Zeit für die Familie haben.

Karin Welge (SPD), Oberbürgermeisterin von Gelsenkirchen: Nach fünf Jahren fehle der 62-Jährigen die Kraft für eine weitere Amtszeit. Zu Welges Erfolgsbilanz zählt, dass sie das Problem der Schrottimmobilien in der Stadt aktiv angegangen ist. Als Oberbürgermeisterin musste sie aber auch Kritik einstecken. Während der Fußball-EM 2024 fällten ausländische Berichterstatter harte Urteile: Es herrsche Verkehrschaos, Gelsenkirchen sei ein "Drecksloch".

Uwe Schneidewind (Grüne), Oberbürgermeister von Wuppertal: Nach einer Amtszeit tritt der Grüne kein weiteres Mal an. Sein Ziel war es, mit einer mutigen Verkehrspolitik eine Signalwirkung zu erzielen. Doch 2022 fiel die schwarz-grüne Koalition im Rat auseinander. Grund für seinen Rückzug: Er wolle der Stadt und sich keinen polarisierenden Wahlkampf zumuten. Er habe es nicht geschafft, breiten Rückhalt in der Bevölkerung aufzubauen.

Pit Clausen (SPD), Oberbürgermeister von Bielefeld: Seit 2009 ist er der Oberbürgermeister der größten Stadt Ostwestfalens, zudem war er viele Jahre Vorsitzender des NRW Städte-Tages. Mit 63 Jahren will Clausen nicht wieder für den höchsten Posten der Stadt antreten. Es sei gut, wenn es nach so langer Zeit einen Führungswechsel gebe. Während seiner Amtszeit hat Bielefeld für verschiedene Projekte fast neun Millionen Euro vom Bund erhalten, um die Stadt an den Klimawandel anzupassen. Zwar ist die Zahl der Arbeitsplätze in den letzten zwei Jahren zurückgegangen. Über Clausens gesamte Amtszeit hinweg gab es aber eine positive Entwicklung und Bielefeld bleibt ein attraktiver Arbeitsort.

Daniel Zimmermann, Bürgermeister von Monheim: Zwar nicht als Oberbürgermeister, aber als jüngster Bürgermeister NRWs wurde er über Monheim hinaus bekannt. Vor 16 Jahren, im Alter von 27 Jahren gewählt, tritt Zimmermann nicht wieder an. Seine Partei PETO hatte er 1999 zusammen mit Mitschülern gegründet. Zimmermann prägte seine Stadt mit Projekten wie weitgehend autonom fahrenden Bussen und einer niedrigen Gewerbesteuer. Kritiker warfen ihm die Bereicherung seiner Kommune auf Kosten der Nachbarorte und Geldverschwendung vor.

Stand: 12.09.2025, 11:02 Uhr