Deutlich mehr Unfälle auf Schulwegen bei Kindern in NRW
Stand:
Zwölf Prozent mehr Schulwegunfälle wurden im ersten Halbjahr in NRW registriert. Versicherungen sehen Elterntaxis als Problem.
Von
Peter Hild
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Zu den Kommentaren [3]Die Zahl der Verkehrsunfälle auf dem Schulweg von Kindern und Jugendlichen ist im ersten Halbjahr dieses Jahres gegenüber dem Vorjahreszeitraum in NRW um rund zwölf Prozent gestiegen. Das teilte die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) am Donnerstag mit.
In Nordrhein-Westfalen wurden in ersten sechs Monaten 2025 rund 10.500 Unfälle auf dem Schulweg gemeldet (1. Halbjahr 2024: 9.373), davon endeten vier tödlich (2024: 0). Damit gab es jetzt schon mehr tödliche Schulwegunfälle an Rhein und Ruhr als jeweils in den gesamten Jahren seit 2021.
Häufige Wegeunfälle mit dem Fahrrad
Häufig passieren Schulwegunfälle mit dem Rad
Nach Angaben der DGUV waren die Schülerinnen und Schüler in knapp der Hälfte der Schulwegunfälle mit dem Fahrrad unterwegs, knapp elf Prozent waren Autounfälle und neun Prozent Unfälle als Fußgänger. Vor allem waren 10- bis 18-jährige Schüler betroffen, meist von weiterführenden Schulen, heißt es weiter.
Für Grundschulen lagen die Unfallzahlen niedriger, weil die Wege laut Versicherung kürzer und einfacher sind und viele Kinder zu Fuß gehen. Für den Weg zu den weiterführenden Schulen werde gerade in Städten häufiger das Rad genutzt.
Unfallversicherung: Elterntaxis sind ein Problem
"Trotz des aktuellen Anstiegs der Unfallzahlen sind wir sehr dafür, dass Kinder lernen, den Schulweg selbstständig zu bewältigen", sagt DGUV-Hauptgeschäftsführer Stephan Fasshauer. Elterntaxis sind aus seiner Sicht ein zunehmendes Problem.
Elterntaxis halten die Versicherungen für problematisch
"Je mehr Kinder mit dem Auto bis zum Schultor gefahren werden, umso chaotischer wird die Verkehrssituation dort. Das gefährdet dann alle – unabhängig davon, wie sie zur Schule kommen", betont Fasshauer. Elterntaxis hätten nicht umsonst einen schlechten Ruf.
Kritik: Schulwegepläne zu selten genutzt
"Ein wichtiges Instrument der Unfallverhütung wird leider zu selten genutzt: Der Schulwegeplan", erklärt die DGUV-Sachgebietsleiterin Verkehrssicherheit, Sabine Bünger. In diesem Plan, den die Schule oder Kommune erstelle, werde angegeben, welche Wege zur Schule risikoarm seien.
"Kinder sollten immer den sichersten Weg zur Schule nehmen und nicht unbedingt den Kürzesten. Der Versicherungsschutz bleibt dabei bestehen", betont Bünger. Ein aktueller Schulwegeplan könne da eine große Hilfe sein. Allerdings geben 70-80 Prozent der von der DGUV befragten Eltern wie Lehrkräfte an, dass ihre Schule keinen Schulwegeplan habe oder sie davon nichts wissen.
Unsere Quellen:
- Pressemitteilung Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung
- Unfallstatistiken Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung
3 Kommentare
Kommentar 3: Mutter schreibt am 25.09.2025, 21:45 Uhr :
Nicht die Elterntaxis sind das Problem, sondern die Unfähigkeit, den Verkehr an Schulen vernünftig zu steuern. Man wird es nicht verhindern, dass Kinder mit dem Auto gebracht werden. Aber die Durchfahrt zur Schule sollte zu bestimmten Zeit reglementiert werden, sofern es möglich ist. Und man sollte vernünftige Kiss and Drop Zonen einrichten. Und diese sollten nicht direkt vor dem Schultor sein! Da ist noch sehr viel ungenutztes Potenzial um die Sicherheit der Schüler zu verbessern, wenn man es nur mal vernünftig angehen würde.
Kommentar 2: Johann Moritz schreibt am 25.09.2025, 18:37 Uhr :
Bringt die Kinder mit dem Schulbus zur Schule, bis vor das Schultor! Nicht mit Linienbussen, nicht mit Elterntaxis und nicht auf dem Fahrrad. Besonders nicht auf dem Fahrrad, denn Schüler haben während der Fahrt andere Dinge im Kopf - die anstehende Klassenarbeit, das zurückgegebene Zeugnis, oder den Liebesbrief vom hübschen Jungen oder Mädel aus der Parallelklasse. Sie können sich nicht auch noch auf eine sichere Fahrt mit dem Rad konzentrieren!
Kommentar 1: Britta schreibt am 25.09.2025, 14:47 Uhr :
Nicht nur das Elterntaxi ist das Problem. Die Rücksichtslosigkeit der Auto Fahrer ist oft einfach nicht mehr zu verstehen. Ob ich mit dem Fahrrad unterwegs bin oder mit dem Kinderwagen ist ist teilweise schon echt kriminell wie sich Auto Fahrer verhalten. Zb. auf der Luegallee hier in Düssedorf gibt es Tempo30 und die Radwege sind prima breit. Auch ein Blitzer ist konstant an verschiedenen Stellen aufgestellt. Geht doch!!!!