Ein DJ legt Techno Musik in einem Nachtclub auf

Sexualisierte Gewalt? Schwere Vorwürfe gegen Techno-DJs

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Unbestätigte Vorwürfe gegen mehrere Hard-Techno-Acts sorgen für Unruhe in der Szene. Erste Festivals und Veranstalter reagieren bereits und nehmen betroffene Künstler vorläufig aus ihren Line-ups- auch in NRW.

Seit mehreren Tagen stehen fünf Hard-Techno-Artists wegen schwerwiegender, bislang nicht bestätigter Vorwürfe im Fokus, darunter CARV, Odymel und Shlomo. Den DJs wird Macht- und Drogenmissbrauch vorgeworfen und sexualisierte Gewalt im Backstage.

Hard-Techno ist eine besonders schnelle und harte Form von Techno mit starkem, treibendem Beat und wenig Melodie. Die Musik ist auf intensive Club- und Rave-Momente ausgelegt. Trotz wachsender Szene bleibt Hard-Techno eher ein Nischen-Genre und ist weniger im Mainstream verbreitet.

Die Vorwürfe haben spürbare Auswirkungen auf aktuelle Festivalprogramme. Verschiedene Veranstalter haben sich inzwischen öffentlich geäußert und die betroffenen Künstler bis zur weiteren Aufklärung vorerst aus ihren Line-ups gestrichen.

Arena Rave in Dortmund entfernt "betroffene Künstler"

Der Arena Rave in Dortmund beispielsweise hat mitgeteilt, Künstler, die mit den Vorwürfen konfrontiert sind, aus dem Line-Up zu nehmen. Auf Instragram schreibt Arena Rave, man sei zwar nicht in der Lage, die Vorwürfe zu beurteilen oder zu bestätigen. Man halte dies zum jetzigen Zeitpunkt jedoch für die verantwortungsvollste Entscheidung.

"Die Sicherheit, das Vertrauen und das Wohlergehen unserer Besucher und Community haben für uns weiter höchste Priorität" Arena Rave Dortmund bei Instagram

Ähnlich äußert sich der Club Sams in Bielefeld. Auch dort wurden "die betroffenen Acts" aufgrund der aktuellen Entwicklungen aus dem Line-Up entfernt. Diese Entscheidung diene einer "ruhigen und sicheren Durchführung unserer Veranstaltung".

Auch außerhalb von NRW haben Veranstalter reagiert. "Verknipt" zum Beispiel aus den Niederlanden, das "Open Beatz" bei Nürnberg, Isle of Summer in München und der World Club Dome in Frankfurt.

Instagram-Profil veröffentlicht seit Tagen Anschuldigungen

Den Anstoß gab ein Instagram-Profil mit dem Namen „bradnolimit“, dessen Betreiber angibt, früher geschäftlich mit Steer Management in den USA verbunden gewesen zu sein. Steer Management ist eine internationale Künstleragentur im elektronischen Musikbereich. Die Agentur vertritt bzw. vermittelt Auftritte für mehrere Acts aus der Hard-Techno-Szene. In dieser Debatte taucht der Name der Agentur auf, weil einige der betroffenen Künstler dort unter Vertrag standen oder stehen. Der WDR hat die Agentur schriftlich zu den Vorwürfen angefragt. Bisher hat die Agentur nicht auf die Anfrage reagiert.

Seit knapp einer Woche werden auf dem Instagram-Account von "bradnolimit" weitreichende, bislang nicht belegte Anschuldigungen gegen mehrere Künstler veröffentlicht. Dabei geht es unter anderem um Anschuldigungen sexualisierter Übergriffe, unangemessene sexuelle Kontakte, Machtmissbrauch im Tour-Umfeld sowie grenzüberschreitendes Verhalten gegenüber Frauen.

Nach Angaben von bradnolimit sollen die Beiträge dauerhaft zugänglich bleiben. Auf dem Account wurden zahlreiche Storys und Screenshots geteilt – teilweise ungefiltert und ohne inhaltliche Vorwarnung. Eine unabhängige Bestätigung der erhobenen Vorwürfe steht bislang aus. Eine Anfrage des WDR ließ der Account bisher unbeantwortet.

DJs äußern sich nur vereinzelt

Und was sagen die betroffenen DJs? Die haben sich bisher nur vereinzelt geäußert - die meisten über Instagram. CARV, der im Zuge der Vorwürfe genannt wird, hat sich persönlich geäußert. Er gesteht Untreue sowie explizite private Chats und das Versenden intimer Bilder ein. Zugleich weist er nicht-einvernehmliches oder strafbares Verhalten zurück und kündigt eine Pause an.

Auch Odymel hat sich zu Wort gemeldet - er schildert einen Vorfall aus einer früheren einvernehmlichen Beziehung. Laut eigener Aussage läuft eine vorläufige Untersuchung; ein Urteil gebe es nicht. Auch er wolle sich vorerst zurückziehen.

Shlomo erklärte in einem Post auf Instagram, er distanziere sich von den Anschuldigungen, es handele sich um Verleumdung.

DJ Rieß: "Verhalten der Veranstalter scheinheilig"

Damit, dass sich einzelne Festivals jetzt vorerst von den Künstlern distanzieren, ist es nicht getan, findet Larissa Rieß. Die ehemalige 1Live-Moderatorin ist seit einigen Jahren als Techno-DJ unter dem Namen "Lari Luke" tätig. In einem Instragram-Video bezeichnet sie das Verhalten der Veranstalter in einem aktuellen Post "scheinheilig". Es müsse viel mehr passieren, so Rieß, indem zum Beispiel neue Sicherheitskonzepte für den Backstage-Bereich vorgestellt würden.

Schwere Vorwürfe gegen Techno-DJs

WDR Studios NRW 24.02.2026 00:48 Min. Verfügbar bis 24.02.2028 WDR Online


Sendung: 1Live, Das Pop, 24.02.2026, 9:36 Uhr

Unsere Quellen:

  • Instagram-Accounts von CARVE, Odymel und Shlomo
  • Instagram-Account "bradnolimit"
  • Arena Rave Dortmund, Club Sams Bielefeld via Instagram
  • DJ Larissa Rieß, ehemalige 1Live-Moderatorin via Instagram

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