Kein Streik: Tarifabschluss in der nordwestdeutschen Stahlindustrie

Aktuelle Stunde 01.10.2025 34:20 Min. UT Verfügbar bis 01.10.2027 WDR Von Nils Rode

Kein Streik: Tarifabschluss in der nordwestdeutschen Stahlindustrie

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Für die rund 60 000 Stahl-Beschäftigten in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Bremen gibt es einen Tarifabschluss: Ab Januar steigen die Löhne um 1,75 Prozent. Kurz vor Ende der Friedenspflicht in der Nacht zu Mittwoch haben die Gewerkschaft IG Metall und der Arbeitgeberverband Stahl das Ergebnis verkündet.

Die angeschlagene Stahlbranche hat Warnstreiks abgewendet: In letzter Minute einigten sich Gewerkschaft und Arbeitgeber. Den Verhandlungsführern beider Seiten war anzuhören, dass das Ergebnis hart errungen war. Fast wäre es gescheitert, sagte NRW-Bezirksleiter Knut Giesler nach acht Stunden Verhandlungen. "Wir haben außergewöhnlich hart verhandelt", meinte auch sein Gegenüber, Gerhard Erdmann vom Arbeitgeberverband Stahl.

Die IG Metall wollte eigentlich mehr: Die Löhne sollten in Höhe der Inflation steigen. Jetzt fällt die Lohnsteigerung mit 1,75 Prozent niedriger aus - auch die Einmalzahlungen, die sich die IG Metall gewünscht hat, gibt es nicht. Auszubildende bekommen mit 75 Euro mehr pro Monat eine überproportionale Erhöhung. Das Ergebnis trage der besonderen Situation der Branche Rechnung, sagte der IG-Metall-Bezirksleiter.

IG Metall und Arbeitgeberverband Stahl mit Last-Minute-Einigung

Der Abschluss gelang fast in letzter Minute: Um Mitternacht hätte die Friedenspflicht geendet, also der Streik-Verzicht während der Laufzeit des vorherigen Tarifvertrags. Im Falle eines Scheiterns hätte die IG Metall die Beschäftigten zu Warnstreiks aufgerufen. In der wirtschaftlich schwierigen Situation hätte das aber nur geschadet, sagte IG-Metall-NRW-Chef Giesler. Aus seiner Sicht eine Frage der Verantwortung.

Hohe Energiepreise und Wettbewerbsdruck durch ausländischen Stahl

Wir haben nichts zu verteilen, heißt es von den Arbeitgebern. Das Ergebnis sei das Äußerste, was sich die Hersteller leisten könnten. Beide Seiten sehen jetzt die Politik gefordert. Die Rahmenbedingungen seien schlecht – durch hohe Energiepreise und Wettbewerbsdruck durch Stahl aus anderen Ländern. Wegen der US-Zölle leitet etwa China seinen Stahl nach Europa um, was die Preise drückt. Um das auszugleichen, fordern Unternehmen und IG Metall einen Schutzzoll.

Tarifabschluss in der nordwestdeutschen Stahlindustrien

WDR Studios NRW 01.10.2025 01:24 Min. Verfügbar bis 01.10.2027 WDR Online


Unsere Quellen:

  • IG Metall
  • Arbeitgeberverband Stahl

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