Bundeswehr probt in Mönchengladbacher Militärstützpunkt
02:35 Min.. Verfügbar bis 13.03.2028.
Bundeswehr probt in Mönchengladbacher Militärstützpunkt
Stand:
Die Bundeswehr trainiert aktuell im "JHQ" Mönchengladbach. Sie plant, das Gelände zukünftig öfter für Übungen zu nutzen.
Von
Hanna Makowka
Die Übung mit 80 Soldaten, 25 Fahrzeugen und acht Drohnen läuft noch bis Freitag und soll insgesamt eine Woche dauern. Trainiert wird auf dem Gelände des ehemaligen JHQ Rheindahlen, einem ehemaligen Militärgelände.
Das JHQ aus der Luft
Laut Bundeswehr würden "die Fähigkeiten und Verfahren der Operativen Kommunikation unter Bedingungen der Landes- und Bündnisverteidigung" geprobt. Ziel der Übung ist also, die Kommunikation mit Bevölkerung und Öffentlichkeit in Krisen oder im Verteidigungsfall zu trainieren.
Gelände wie eine eigene Stadt
Oberstleutnant Florian M.
Das JHQ biete sich dafür gut an, erklärt Oberstleutnant Florian M.: "Das Gute an dem Gelände ist, dass ich ein stadtähnliches Konstrukt habe, also Straßenzüge, alte Häuser." Dadurch lassen sich viele Szenarien möglichst realistisch proben. Gleichzeitig lässt sich das Gebiet gut absperren, wodurch Bürgerinnen und Bürger nicht gestört werden und Übungen sicher stattfinden können.
Mit den ersten Tagen des Trainings in Mönchengladbach ist der Oberstleutnant zufrieden: "Die Übung war ein Erfolg, weil wir unsere Taktiken in einer alten Militärliegenschaft super üben können und das sehr, sehr realistisch an dem Einsatzszenario ist."
JHQ regelmäßig Austragungsort für Übungen
Das JHQ wird regelmäßig für Übungen genutzt, unter anderem von Spezialeinheiten der Polizei oder vom Katastrophenschutz. Im August 2025 beispielsweise hatte das Technische Hilfswerk hier einen Teil einer landesweiten Übung absolviert.
Auch die Bundeswehr plane, in den kommenden Wochen und Monaten weitere Übungen auf dem Gelände durchzuführen, erklärt Oberstleutnant Florian M. im Interview.
Gelände so groß wie 660 Fußballfelder
Als Hauptquartier für das Britische Militär und als Teil des NATO-Komplexes wurde das JHQ (abgeleitet von "Joint Headquarters") 1954 eröffnet. Das gesamte Gelände ist 471 Hektar groß - das entspricht etwa 660 Fußballfeldern.
Eine Straße mit ehemaligen Wohnhäusern im JHQ
Auf der Fläche, die zwischen Mönchengladbach, Wegberg und dem Kreis Viersen liegt, gab es über 1.400 Wohnungen. Dazu kamen noch 980 Baracken, die laut Stadt Mönchengladbach vor allem als Werkstätten und Büros genutzt wurden. Das Gelände wurde bis 2013 genutzt und ist heute leerstehend.
Anwohner in Mönchengladbach könnten Knallgeräusche hören
Für die Bevölkerung besteht bei der Übung der Bundeswehr keine Gefahr, heißt es in einer Mitteilung des Landeskommandos Nordrhein-Westfalen.
Möglicherweise wird die Übung zu hören sein, da auch geschossen werden soll. Allerdings sollen dabei nur Platzpatronen und keine echte Munition genutzt werden. Der Knall sei laut Bundeswehr deutlich leiser als bei einem Schuss und würde sich eher wie ein Feuerwerkskörper anhören.
Unsere Quellen:
- Landeskommando der Bundeswehr
- Interview mit Oberstleutnant Florian M.
- Stadt Mönchengladbach
- Kreis Viersen
- Stadt Wegberg
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit aus Düsseldorf, 13.03.2026, 19:30 Uhr
Sendung: WDR 2 Rhein und Ruhr, Lokalzeit, 17.03.2026, 15.31 Uhr