Rechtsextremismus an NRW-Schulen

Aktuelle Stunde 17.09.2025 18:54 Min. UT Verfügbar bis 17.09.2027 WDR Von Martina Koch

Mehr Rechtsextremismus an Schulen und Unis in NRW

Stand:

Die Zahl rechtsextremer Vorfälle an Schulen und Hochschulen in NRW ist innerhalb eines Jahres sprunghaft angestiegen.

Von Lena Sterz

"Was mich besonders beschäftigt sind nicht diese ganz krassen Fälle, sondern die Alltäglichkeit. Viele Schülerinnen berichten fast alltäglich von rassistischen Vorfällen und Beleidigungen, die ihnen passiert sind," erzählt Rebecca Siersch von der GEW Bochum zwischen zwei Schulstunden. "An uns werden vermehrt Fälle herangetragen."

In manchen Schulen sehe man immer häufiger rechte Symbolik: "Neu ist, dass es vermehrt besonders junge Schüler gibt, die in diesen Nazi-Outfits der 90er-Jahre herumlaufen, also mit den Bomberjacken, Springerstiefeln, Glatze." Ein Thema, das viele Lehrer und Lehrerinnen beschäftigt und das sich auch in den Statistiken niederschlägt.

An Schulen und Unis in Nordrhein-Westfalen hat es im vergangenen Jahr deutlich mehr rechtsextreme Taten gegeben. Nach Angaben des NRW-Schulministeriums stieg die Zahl der registrierten Vorfälle auf 452. Im Jahr 2023 waren es noch 277 gewesen.

Die Zahlen stammen aus einer Antwort des Schulministeriums auf eine Kleine Anfrage der SPD-Fraktion im Landtag, die dem WDR vorliegt. Die Statistik fasst Vorfälle an Schulen und Hochschulen gemeinsam.

Anstieg auch bei antisemitischen Vorfällen

Zusätzlich zur Kriminalstatistik der Polizei verweist das Ministerium auf Erkenntnisse der Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus NRW. Auch die hat 2024 mehr antisemitische Vorfälle an Schulen mit rechtsextremem oder rechtspopulistischem Hintergrund gezählt.

Schulministerin Dorothee Feller (CDU) sagte zu den Zahlen: "Rechtsextremismus und andere Formen des Extremismus haben keinen Platz an den Schulen. Diese sind Orte, an denen sich alle am Schulleben Beteiligte sicher und gut aufgehoben fühlen müssen."

Schulministerin Feller machte deutlich, dass Rechtsextremismus ein gesamtgesellschaftliches Problem sei, dem man gemeinsam begegnen müsse.

Kritik von der SPD und von Lehrerseite

Die schulpolitische Sprecherin der SPD im Landtag, Dilek Engin, sieht vor allem die Schulen in der Pflicht: "Lehrkräfte brauchen schlicht und ergreifend mehr Zeit, sich mit den Jugendlichen zu beschäftigen, sie für politische Bildung zu sensibilisieren und ihnen die Dimensionen und Konsequenzen ihres Verhaltens aufzuzeigen."

Engin kritisierte, dass gerade für diese Art von Bildungsarbeit im schulischen Alltag häufig zu wenig Zeit bleibe. So sieht es auch Rebecca Siersch von der GEW: Sie probiert die Schule zu einem Schutzraum für Vielfalt und Demokratie zu machen.

"Wir versuchen, ein gutes Miteinander zu erzeugen, damit die Schülerinnen in der Schule wenigstens einen Schutzraum haben. Das ist unser Handlungsspielraum." Dafür brauche es jedoch dringend mehr institutionelle Unterstützung,

"An den Schulen herrscht ein großer Mangel. Wir brauchen ganz unbedingt mehr Ressourcen, um das demokratische Miteinander institutionell einzuüben, damit es nicht nur eine Verordnung bleibt, sondern damit es zur Haltung wird – nicht nur bei den Schülerinnen und Schülern, sondern auch bei uns Lehrkräften, am besten in der ganzen Schulgemeinschaft."

Mehr rechtsextreme Taten an Schulen

WDR Studios NRW 17.09.2025 00:54 Min. Verfügbar bis 17.09.2027 WDR Online


Unsere Quellen:

  • Nachrichtenagentur dpa
  • WDR-Anfrage beim Lehrerverband VBE
  • WDR-Interview mit Lehrergewerkschaft GEW

Kommentare zum Thema

6 Kommentare

  • 6 19.09.2025, 11:36 Uhr

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  • 5 19.09.2025, 11:15 Uhr

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  • 4 19.09.2025, 11:05 Uhr

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  • 3 Quatsch ! 19.09.2025, 10:53 Uhr

    Man darf nicht Alles glauben und unkritisch ,unverifiziert widergeben , was von der tiefst "grünroten GEW", den Sozis kommt: Der Zeitgeist an den Unis und Hochschulen ist immer noch tief grünrot, die Profs ticken meist rotgrün,besonders aber in den Gesellschaftswissenschaften und das gilt erst recht in den Schulen bei Schülern zu 50 % mit Migrationshintergrund, Wurzeln zu islamisch orientierten Ländern . Von dort kommt auch ganz wesentlich der Antisemitismus und nicht erheblich von dt. Rääääääächten mit angeblich Springerstiefeln ,Bomberjacken .

  • 2 Anonym 19.09.2025, 10:21 Uhr

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  • 1 Otto 18.09.2025, 12:13 Uhr

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