Papst Leo XIV. feiert erstmals Ostermesse | WDR aktuell
WDR. 04:38 Min.. Verfügbar bis 05.04.2027.
Osteransprachen in Zeiten von Kriegen: Wie Kirchen Mut machen wollen
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Bei seiner ersten Ostermesse als Papst richtete Leo XIV. einen Friedensappell in die Welt. Auch in NRW betonen leitende Geistliche Neuanfang und Frieden. Der künftige Bischof von Münster sagt: Ostern sei Rebellion gegen den Tod.
Vor mehreren Zehntausend Menschen auf dem Petersplatz hat Papst Leo XIV. erstmals an Ostern den Segen Urbi et Orbi (der Stadt und dem Erdkreis) gespendet. Angesichts der Kriege im Nahen Osten, der Ukraine und anderen Regionen mahnte das Oberhaupt von mehr als 1,4 Milliarden Katholiken zum weltweiten Frieden.
Zugleich warnte der erste Pontifex aus den USA davor, angesichts der vielen Konflikte in Gleichgültigkeit zu verfallen, sondern Hoffnung in die Welt hineinzutragen.
"Wer Waffen in der Hand hält, lege sie nieder. Wer die Macht hat, Kriege zu beginnen, entscheide sich für den Frieden. Nicht für einen Frieden, der mit Gewalt erzwungen wird, sondern durch Dialog." Papst Leo XVI bei seiner Osteransprache
Rheinische Vizepräses wirbt für Haltung, Mut und Liebe
Antje Menn, Vizepräses der Evangelischen Kirchen
Mit Blick auf die Herausforderungen der aktuellen Zeit, betonte die rheinische Vizepräses, Antje Menn, die Bedeutung von Teamarbeit. Gott setze darauf, "auf Menschen in aller Unterschiedlichkeit mit je ihren Gaben, auf Menschen, die ein neues Leben wagen, die das schwer zu glaubende Glück weitertragen, die im Licht wie im Dunkel nach Schlüsseln zum Leben suchen", sagte sie laut Predigttext am Ostersonntag in der evangelisch-reformierten Kirche Schöller in Wuppertal.
Es brauche österlichen Mut für Solidarität, Gerechtigkeit und Frieden sowie österliche Liebe, um Menschen zusammenzubringen.
"Steine, die Wege versperren - unsere Welt ist voll davon." Antje Menn, rheinische Vizepräses
"Steine, die Wege versperren - unsere Welt ist voll davon", unterstrich die Vizepräses der Evangelischen Kirche im Rheinland. Sie seien Varianten des großen Steins, der das Grab Jesu verschließe. "Es reichen Namen, um Bilder von grausamen Verbrechen, von Vertreibung, Gewalt und Tod vor Augen zu haben. Mariupol und Gaza, Teheran und Tel Aviv", betonte die Theologin. "Wie Steine reihen Krisen sich aneinander. Zu viel korrupte und verdorbene Macht." Zudem gebe es zu wenig "beherztes Handeln und Solidarität".
Ostern als Gegenentwurf zur Angst
Heiner Wilmer, Vorsitzender der katholischen Deutschen Bischofskonferenz
Die christliche Hoffnung auf Auferstehung sei laut dem Vorsitzenden der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Heiner Wilmer, ein Gegenentwurf zu Angst, Leid und Tod. Wilmer, der im Juni als Bischof nach Münster wechselt, ermutigte die Christen, auch in schwierigen Lebenslagen an dieser Hoffnung festzuhalten.
"Ostern ist Rebellion gegen den Tod" Heiner Wilmer, Vorsitzenden der katholischen Deutschen Bischofskonferenz
Botschaft des Friedens
Angesichts von Krisen und Kriegen erinnert auch der Kölner Erzbischof Rainer Maria Woelki zu Ostern an die Botschaft des Friedens. "Dass wir ihn nötig haben, ist in diesen Tagen mit Händen zu greifen", erklärte der Kardinal laut Redemanuskript in seiner Osterpredigt. Das Leiden in der Ukraine, im Libanon, in Palästina und andernorts sei unübersehbar. In dieser Situation sei Ostern, mit der Auferstehung Jesu als Friedenssieg, hochaktuell, so der katholische Geistliche.
Aus der Schockstarre ins Licht
Auch der Freiburger Erzbischof Stephan Burger hat zu Ostern grundlegende Erschütterungen und Zerstörungen des politischen und sozialen Miteinanders kritisiert. Die Spannungen zwischen Europa und den USA sowie die Kriege in Nahost und in der Ukraine zeigten, dass bislang verlässliche Bündnisse auseinanderzubrechen drohten, sagte Burger in seiner Osterpredigt im Freiburger Münster.
Der Bischof rief alle Christen dazu auf, die eigene Schockstarre angesichts einer unübersichtlichen, leidvollen Welt zu überwinden: "Gehen wir im Glauben und Vertrauen auf Christus hinaus ins Licht, ins Leben. So wird der Auferstandene auch für uns greifbar, lebendig erfahrbar im Hier und Jetzt."
Sendung: WDR Fernsehen, WDR Aktuell, 05.04.2026, 12:45 Uhr
Unsere Quellen:
- Nachrichtenagenturen KNA, dpa, EPD