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Jung und gewaltbereit – So agiert die "Gen Z" der türkischen Mafia

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TikTok, Waffen und ein internationales Netzwerk machen die "Gen Z" der türkischen Mafia aus. Sie sind mittlerweile auch in Deutschland aktiv - vor allem in der Haupstadt Berlin.

Schutzgelderpressung, Waffenhandel, Mord – die Mafia-Gruppe "Daltons" ist in der Türkei längst berühmt-berüchtigt. Zunehmend machen sich die "Daltons" und andere türkisch-kurdische Gruppierungen auch in Deutschland breit.

Besonders in der Hauptstadt Berlin werden Unternehmer aus dem türkisch-kurdischen Kulturkreis erpresst. Von Besitzern von Supermärkten oder Fahrschulen wird Schutzgeld verlangt. Wer nicht zahlt, wird bedroht. Zum Beispiel mit Schüssen auf den eigenen Laden.

Mafiagruppen aus Istanbul bekannt

Die neue Generation der türkischen Mafia hat ihren Ursprung in Istanbul. Die "Daltons" sind nicht die einzige dieser Gruppen. Es treten außerdem Gruppen mit Namen wie "Casperlar", "Red Kits" oder "Şirinler", türkisch für "Schlümpfe" auf. In der Türkei werden solche Gruppen auch als "Gen-Z-Mafia" bezeichnet.

Die Gruppen gelten als besonders brutal und inszenieren ihre Taten in den sozialen Medien. Allein in Istanbul sollen sie in den vergangenen fünf Jahren mehrere Dutzend Menschen ermordet haben.

In der Türkei werden die Mitglieder zum Teil in sehr jungen Jahren rekrutiert. Manche ihrer Mitglieder sind erst 15 Jahre alt. Auf Tiktok kursieren Videos von Jugendlichen, die von fahrenden Motorrädern und aus Autos auf ihre Gegner schießen.

Diese jungen Mafiagruppierungen unterscheiden sich durch die Inszenierung ihrer Straftaten von klassischen Mafiastrukturen, sagt Markus Pohl. Er ist Recherche-Journalist vom rbb und dem ARD-Politikmagazin Kontraste und hat intensiv zu den "Daltons" recherchiert.

"Was sie auszeichnet ist, dass sie sehr jung sind, dass sie sehr offen mit ihren Straftaten umgehen und dass sie ausgesprochen gewaltbereit sind." Markus Pohl, Journalist beim ARD-Politikmagazin Kontraste

"Daltons"-Boss agiert aus Russland

Die "Daltons" sind international sehr gut vernetzt. Sie sind mittlerweile europaweit aktiv. Unter anderem in Ländern wie Spanien, Griechenland oder der Schweiz. In Deutschland seien die "Daltons" laut Angaben des Bundeskriminalamtes vor allem im Bereich der Bedrohung und Erpressung von Geschäftsleuten sowie im illegalen Waffenhandel tätig.

Der Chef der "Daltons", Berat Can Gökdemir, hält sich momentan in Russland auf und wird trotz eines Auslieferungsgesuchs nicht an die Türkei übergeben. Die "Daltons" selbst sagen, dass ihr Boss weiterhin alle Aktivitäten der Gruppe per Handy und Laptop koordiniere.

Für den türkischen Mafia-Experten Cevheri Güven werfen diese Russland-Verbindungen Fragen auf. "Es geht das Gerücht um, dass Gökdemir Verbindungen zum russischen Geheimdienst hat."

Sondereinheit "Ferrum"

Seit November hat die Berliner Polizei die Sondereinheit "Ferrum" (lateinisch für Eisen) eingerichtet. Sie soll Schusswaffen aus dem Verkehr ziehen und weitere Schießereien verhindern. Dazu laufen aktuell rund 200 Strafverfahren.

Wie genau operieren die "Daltons"? Welche Strukturen stecken dahinter? Und wie rekrutieren sie ihre Mitglieder in Deutschland? Darüber spricht Host Carolin Köhler mit Markus Pohl vom ARD-Politikmagazin Kontraste.

Jung und gewaltbereit - die Gen Z der türkischen Mafia agiert auch in Deutschland I nah dran

nah dran – die Geschichte hinter der Nachricht 20.03.2026 17:56 Min. Verfügbar bis 20.03.2031 WDR Online


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Der Podcast "nah dran"

Im Podcast "nah dran – die Geschichte hinter der Nachricht" erzählen unsere Reporterinnen und Reporter, was sie bei ihren Recherchen erlebt haben. Sie werfen einen Blick hinter die Nachrichten, hören Betroffenen zu und erleben selbst mit, wovon die meisten nur kurz in den wöchentlichen Schlagzeilen lesen. Näher ran als sie kommt keiner – egal ob im Ausland, in der Hauptstadt oder direkt vor unserer Tür in der Region.

Dieser Beitrag liefert Informationen zur Podcast-Folge "nah dran - die Geschichte hinter der Nachricht": "Jung und gewaltbereit - die Gen Z der türkischen Mafia agiert auch in Deutschland" vom 20.03.2026, 13:15 Uhr.

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