Trump und Musk: Von ziemlich besten Freunden zu ziemlich größten Feinden

Aktuelle Stunde 06.06.2025 43:33 Min. UT Verfügbar bis 06.06.2027 WDR Von Raphael Markert

Streit zwischen Trump und Musk: Was das für Tesla und NASA bedeutet

Stand:

Trump ist "sehr enttäuscht", Tech-Milliardär Musk hält den US-Präsidenten für undankbar. Am Freitag wurde der Streit nicht beigelegt, im Gegenteil. Aus dem Weißen Haus kam die Nachricht, Trump überlege, seinen Tesla zu verkaufen oder zu verschenken. Was der Streit für Folgen haben könnte.

Minus 14 Prozent - so stark ist die Aktie des Elektroauto-Herstellers Tesla am 5. Juni 2025 gesunken. Ein regelrechter Absturz, ein so großes Minus gab es bei Tesla an einem Tag noch nie. Nicht nur Anleger an den Börsen reagieren panisch, auch für Musk selbst kann der Rückgang zum großen Problem werden.

Der Finanzdienst Bloomberg schätzt, dass Musks Vermögen durch den Kursverlust an einem Tag um knapp 24 Milliarden Dollar kleiner geworden ist. Jetzt soll es bei um die 335 Milliarden Dollar liegen. Verschmerzbar, könnte man meinen. Doch der Tech-Milliardär ist bekannt dafür, Kredite mit seinen Tesla-Aktien abzusichern. Ein schwacher Aktienkurs hat also Konsequenzen für seine Geschäfte.

Steuergesetz als Auslöser des Streits

Ums Geschäft, so die Vermutung, geht es auch beim Streit mit seinem einstigen Best Buddy Donald Trump. Auslöser ist ein vom US-Präsidenten geplantes Steuergesetz - laut Trump ein “großes, wunderschönes Gesetz”. Neben Steuererleichterungen und einer Anhebung der Schuldenobergrenze sieht dieses Gesetz auch vor, Steuererleichterungen für Elektrofahrzeuge zu kürzen.

Genau das passt Tesla-Besitzer Musk so gar nicht. Der sieht sein Geschäft mit Elektrofahrzeugen bedroht. Immerhin waren zuletzt die Absatzzahlen von Tesla schon stark zurückgegangen. Auf seiner Plattform X forderte Musk daher US-Abgeordnete im Repräsentantenhaus auf, gegen das Gesetz zu stimmen: “KILL the BILL”. 

Streit von Trump und Musk

WDR Studios NRW 06.06.2025 05:07 Min. Verfügbar bis 06.06.2027 WDR Online


Folgen für US-Raumfahrt

Dieser Aufruf von Musk wiederum missfällt dem amerikanischen Präsidenten. Musk sei “verrückt” geworden, sagte Trump am Donnerstag. Als Reaktion schlug der US-Präsident vor, Musk alle staatlichen Aufträge und Subventionen zu entziehen. Nicht nur für Tesla hätte das Folgen, auch für Musks Raumfahrt-Unternehmen SpaceX.

Dessen Dragon-Kapsel ist zurzeit das einzige amerikanische Raumschiff, das Astronauten zur Internationalen Raumstation ISS bringen und zurückholen kann. Musk hatte als erste Reaktion auf Trumps Äußerungen angekündigt, das Dragon-Raumschiff außer Dienst zu stellen. Inzwischen lenkte der Tech-Milliardär wieder ein. Auf X schrieb er, das Dragon-Raumschiff doch erst einmal weiter bereitstellen zu wollen.

Trump: Kein Telefonat, Tesla-Verkauf?

Wie sich dieser Streit weiter entwickelt, ist bisher unklar. Zunächst hatte Trump, angesprochen auf den Streit mit Musk, gegenüber der US-Zeitung Politico noch gesagt: "Oh, es ist alles okay". Im Raum stand danach ein Telefonat zwischen Trump und seinem ehemaligen engen Berater, das aber nicht zustande kam.

Gegenüber dem US-Fernsehsender ABC sagte Trump, er sei "nicht besonders" interessiert, im Moment mit dem Tesla-Chef zu sprechen. Zudem nannte er Musk am Freitag "den Mann, der seinen Verstand verloren hat". Und das Weiße Haus meldete, der Republikaner erwäge, sein Elektroauto von Musks Unternehmen Tesla zu verkaufen oder zu verschenken.

Erst vergangene Woche hatte sich Musk aus Trumps Machtzirkel und als Chef der hoch umstrittenen Effizienz-Behörde DOGE zurückgezogen - auch, um sich wieder mehr auf seine Unternehmen konzentrieren zu können.

Unsere Quellen:


  • Elon Musk am 05.06.2025 auf der Plattform X (https://x.com/elonmusk/status/1930718684819112251?s=46)
  • Börsenwerte vom 05.06.2025 um 20 Uhr
  • Nachrichtenagenturen (dpa, Reuters, AFP)

Über dieses Thema berichtete der WDR am 06.06.2025 auch im Hörfunk auf WDR 5, Das Wirtschaftsmagazin, 13.35 Uhr.

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