Illegale Autorennen in NRW nehmen zu
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Die Zahlen sind ernüchternd: Allein im ersten Halbjahr hat die Polizei in Nordrhein-Westfalen 1.252 illegale Autorennen festgestellt. Es gab 320 Unfälle und zwei Menschen wurden getötet. Präventionsmaßnahmen an Schulen sind umstritten.
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Zu den Kommentaren [17]Seit Jahren steigt die Zahl illegaler Autorennen in Nordrhein-Westfalen, berichtet die Rheinische Post. Die Zeitung beruft sich auf eine Statistik des NRW-Innenministeriums. Ein Sprecher bestätigt die Zahlen auf WDR-Anfrage.
Schon jetzt lässt sich erkennen, dass die Zahlen im Vergleich zum vergangenen Jahr steigen: Allein im ersten Halbjahr hat die Polizei in Nordrhein-Westfalen 1.252 illegale Autorennen festgestellt. Es gab 320 Unfälle und zwei Menschen wurden getötet.
2024 registrierte die Polizei insgesamt 2.270 illegale Autorennen und 578 Unfälle. 15 Menschen sind in Folge der Rennen getötet worden. Es ist der höchste Wert seit 2017, heißt es in dem Bericht. Seitdem sind illegale Autorennen ein eigener Straftatbestand.
Illegale Rennen werden häufiger aufgedeckt
Glücklicherweise gibt es in diesem Jahr noch nicht so viele tödlich Verunglückte, wie im vergangenen Jahr. Mehr Rennen erhöhen aber die Gefahr. "Neben einem veränderten Verhalten von - in erster Linie - jungen Erwachsenen, bei denen es darum geht, sich zu profilieren", sieht das NRW-Innenministerium die steigenden Zahlen auch durch technische Fortschritte begründet.
Demnach könne die Polizei heutzutage mit Hilfe ausgelesener Fahrzeugdaten häufiger illegale Rennen nachweisen. Vergleichbar mit einer Blackbox im Flugzeug, zeichnen moderne Autos während der Fahrt verschiedene Informationen auf. "Das Gerät speichert wichtige Daten, wie Geschwindigkeit, Bremskraft und Drehzahl beim Unfall, die im Anschluss ausgewertet werden können", sagt ein Sprecher des NRW-Innenministeriums dem WDR.
Die Steigerung verbotener Rennen könne daher nicht auf eine Ursache zurückgeführt werden, sondern könne vielfältige Gründe haben.
Polizei beschlagnahmt Autos und Führerscheine
Um illegalen Rennen vorzubeugen, setzt die Polizei in Nordrhein-Westfalen auf unterschiedliche Maßnahmen. Wer erwischt wird, muss neben einer Strafe auch damit rechnen, dass der Führerschein und das Auto beschlagnahmt werden. "Im vergangenen Jahr wurden 363 Fahrzeuge und nahezu die gleiche Zahl an Führerscheinen sichergestellt", schreibt das Innenministerium auf WDR-Anfrage.
Daneben sollen verschiedene Präventionsangebote aufklären. Polizei und Rettungskräfte sowie Angehörige von Unfallopfern berichten zum Beispiel in Schulen über die Folgen illegaler Rennen. An dem Programm "Crash Kurs NRW" haben nach Angaben der Landesregierung schon mehr als eine Million junge Menschen teilgenommen.
Verkehrspsychologe fordert Prävention in Fahrschule
Doch womöglich setzten diese Programme in den Schulen zu früh an, kritisiert Verkehrspsychologe Professor Wolfgang Schubert vom Bonner Institut für Rechts- und Verkehrspsychologie in der Rheinischen Post. "Man müsste sie während der Führerscheinausbildung machen."
Daneben fordert er, die Strafverfolgung von Rasern mit Bildung zu kombinieren: "Die Leute müssen zu einer Schulung gehen – über Fahrphysik, über Bremswege." Sie müssten begreifen, dass bestimmte Vorgänge am Steuer einfach nicht beherrschbar seien.
Unsere Quellen:
- Rheinische Post
- Polizei NRW
- Ministerium des Innern des Landes Nordrhein-Westfalen
17 Kommentare
Kommentar 17: Brigitta S. schreibt am 18.08.2025, 11:57 Uhr :
Die Präventionsarbeit sollen Schulen übernehmen? Bei dieser Verantwortungs- Verschiebung macht sich die Verkehrspolitik doch frei damit. Illegale Autorennen werden junge Leute trotzdem veranstalten. Die Jugend und mancher ältere Mensch wird es nicht lassen, sie wollen sich beweisen was sie auf der Straße können. Jeder weiß, der allgemeine Verkehr auf den Straßen nimmt zu, egal wie viele Städte öffentliche Verkehrsmittel bereitstellen. Deutschlands Verkehrsminister sollten Mal mehr eine Geschwindigkeitsbeschränkung (130) in die Wege leiten überall auf den Autobahnen, wo sich auch der PS- Rausch -Tourismus aufhält. Geht nicht aus bestimmten Gründen? Dann gibt es nur den sauren Apfel in den die Autoindustrie Mal reinbeißen muss. Die PS- Stärke der Autos zu drosseln bei ihrer Massen- Produktion, wäre schon ein guter Hinweis von der Politik. Geht nicht wegen den Reichen, die teure Autos kaufen. Sorry, wo fahren die ihre Auto PS- Stärke aus? Bestimmt nicht auf ihren Anwesen.
Kommentar 16: Luba schreibt am 17.08.2025, 14:43 Uhr :
Es gibt einige Länder, die die Strafe prozentual des Einkommens berechnet. Jemand, der hier mit einem dicken Porsche durch die Stadt rast, lacht sich doch darüber schlapp, was er bezahlen muss. Es ist ja hier für alle festgeschrieben. Würde es aber nach dem Einkommen berechnet werden, dann würde es nicht mehr so schnell passieren.
Kommentar 15: Luba schreibt am 17.08.2025, 14:40 Uhr :
Da bringt auch ein Tempolimit nichts. Die Raser werden dann nämlich nicht sagen: "Oh, hier darf ich nur 100 fahren, dann werde ich mal bremsen..." Denen ist es total egal, dass sie andere gefährden. Selbst bei uns auf dem Land wird mit Tempo 50 in der 30er gefahren und es wird nichts getan. Und hier ist ein Wohngebiet plus Kindergarten und Spielplatz. Es müssten mehr unangekündigte Kontrolle und mobile Blitzer geben. Es müsste dann auch verboten sein, das vorher anzukündigen auch über Radio.
Kommentar 14: Völlig egal schreibt am 17.08.2025, 10:23 Uhr :
Mögliche Konsequenzen stört die Tätergruppe nicht. Warum? Weil die Tätergruppe weiß, dass die Gefahr erwischt zu werden, gering ist. Weil die Täterguppe aus Erfahrung weiß, dass die deutsche Justiz im Zweifel blind ist. Weil diese Täterguppe regelmäßig auch ohne Führerschein fährt. Weil Bußgelder von dieser Tätergruppe oft sowieso nicht gezahlt werden können. Weil sich die Tätergruppe bei drohender Freiheitsstrafe regelmäßig in ihre Heimatländer absetzt.
Kommentar 13: Angela schreibt am 17.08.2025, 08:57 Uhr :
Das Ganze ist eine Männerkrankheit
Antwort von Gerald , geschrieben am 17.08.2025, 12:11 Uhr :
Haha, stimmt leider. Die Diagnose lautet übrigens hormonelle Fernsteuerung - sie können nix dafür.
Antwort von 🫣 , geschrieben am 17.08.2025, 14:41 Uhr :
Nein, die armen Männer können nichts dafür... Was für ein Schwachsinn.
Antwort von Vijona , geschrieben am 17.08.2025, 19:56 Uhr :
Komisch das sogar gewisse deutsche Sängerinnen sowas gemacht haben oder auch mit 2,1°% erwischt wurden. Sind alles nur Männer und deren Krankheit Genau so wie Frauen ab 60 auch eine 60% wascheinlichkeit haben an einem Unfall schuld zu sein. Bei Männern erst ab 70 woran das wohl liegt.
Antwort von Gerald , geschrieben am 17.08.2025, 22:16 Uhr :
Tja, Ironie ist halt nichts für Jeden. Das Andere ist offensichtlicher Hass auf Männer, Stichwort: Männerkrankheit. Beides geht manchmal auch Hand in Hand. Insgesamt indiskutabel.
Kommentar 12: J. S. schreibt am 17.08.2025, 06:51 Uhr :
Solange die Kontrollen im Alltag fehlen kann der Rechtsstaat nur nach einem Unfall die Daten der Fahrzeuge auswerten. Die Strafen für zu schnelles Fahren müssen abschreckend sein. Dass doppelte der erlaubten Geschwindigkeit sollte den Entzug der Fahrerlaubnis für mindestens 2 Jahre bedeuteten. Warum wurde wie beim Motorrad nicht für Fahranfänger die max. Motorleistung auch beim Auto beschränkt?
Kommentar 11: Franziska 1 schreibt am 16.08.2025, 23:08 Uhr :
Bußgeld und Führerschein wegnehmen, dass macht bestimmt die hohe Zahl der illegalen Autorennen und Raser nicht viel kleiner. Die Strafe wegen der Gefährdung anderer Menschen auf der Straße könnte ergänzt werden durch ein Anfänger-Kennzeichen am Auto, für junge und ältere Fahr/Neulinge. Da würde sich mancher überlegen ob er rast und Autorennen macht. Tragzeit für 2 Jahre. Bei Autofahrten mit dem Fahrlehrer sieht auch jeder das ein Schüler das Auto fährt, oder ist es von Bundesland zu Bundesland wieder unterschiedlich? Damit wird keiner beschämt, jeder fängt erst an Erfahrungen zu machen. Die Politik bringt mit Ihrer Regelwut viel in die Wege an Verbot und Vorschriften, dann könnte auch bei Fahranfänger die Idee auf den Plan gebracht werden. Wenn einer bei Rasen und Autorennen erwischt wird, dann sollte er wieder die Fahrschule durchmachen, bis der Raser es kapiert hat andere Menschen nicht zu gefährden. Jeder hat selbst die Freiheit darüber, wie er sich entscheidet. Das ist fair!
Kommentar 10: Gerald schreibt am 16.08.2025, 22:22 Uhr :
Selbst 1000 Euro Tickets werden nicht helfen, diese Typen haben schließlich das Vielfache in ihre Karren gesteckt. Ergo kann es nur der Entzug der Fahrerlaubnis sein.
Kommentar 9: Axel schreibt am 16.08.2025, 20:01 Uhr :
Ich verstehe nicht, wie man bei drohendem Einzug des Führerscheins und gar des eigenen (teuren) Autos immer noch so doof sein kann.
Kommentar 8: Thomas schreibt am 16.08.2025, 19:19 Uhr :
Ich sehe es genauso wie "Eckhard" und dem "Bürger aus Neuss": Auch vor meiner Haustür wird eine Straße regelmäßig zum Rasen genutzt. Da aber die Kontrollen durch die Polizei fehlen, wird das auch so weiter gehen. Getreu dem Motto: "Solange ich als Verkehrsteilnehmer nicht kontrolliert werde, sehe ich auch keine Notwendigkeit mich an die Regeln zu halten. " *sfz*
Kommentar 7: Andre Schäfer schreibt am 16.08.2025, 18:51 Uhr :
Erstens müssen die Fahrerlaubnis- und Fahrzeugzulassungs-Regeln geändert werden. Es braucht Grenzen für Fahrzeuggewicht, Leistungsgewicht, Leistung und Drehmoment. Der normale Lappen gilt nur noch unterhalb dieser Grenzen. Wer ein Fahrzeug oberhalb der Grenzen erwerben, zulassen oder fahren will, muss analog zum WaffG einen Bedarf nachweisen und braucht einen erweiterten Führerschein, bei dem eine jährliche Fahrsicherheitsprüfung Pflicht wird. Zweitens braucht es Tempolimits. Zone 30 Innerorts, Zone 60 außerorts, die bisherigen 100 außerorts nur noch, wo Geh-/ Radwege baulich von der Straße getrennt sind und auf min. 2,5 km keine Einmündungen, Ausfahrten oder Ampeln liegen. Tempo 80 auf der rechten Spur der Autobahn, Tempo 130 auf den linken Spuren. Drittens muss der Bußgeldkatalog geändert werden, von Festbeträgen in Prozent des monatlichen Einkommens. Und das nicht nur wegen den Rasern, sondern wegen dem ganzen alltäglichen Wahnsinn auf Straße und Autobahn.
Antwort von Franziska 1 , geschrieben am 16.08.2025, 20:05 Uhr :
Tempo 80 rechts, Tempo 130 links und in der Mitte fahren manche LKW nur 80 zum überholen ? Bei Tempo 80 rechts, würden die meisten Autofahrer links fahren. Denn jeder könnte 80 links fahren, weil 130 nur bedeutet, du darfst nicht schneller fahren, sonst droht Strafe. Also, ich wäre für 130 für alle und die LKW rechts 80 generell. (Bei drei Spuren) Bitte bildlich es vorstellen, sonst kommt Verwirrung, danke?