Kranke Person sitzt auf dem Sofa

Im Internet Krankheiten suchen: Das sollte man tun - und das nicht

Stand:

Arzttermin machen oder selbst googeln? Wer krank ist, fragt heute oft das Internet. Aber wo gibt es seriöse Hilfe?

Und, läuft die Nase? Hämmert es von innen an die Schädeldecke? Fängt der Tag an, wie der Abend geendet ist: schlapp, müde, beschwerlich? Dass sich derzeit viele Menschen angeschlagen fühlen, ist kein Wunder: Denn Herbstzeit heißt Erkältungszeit. Sinkende Temperaturen belasten das Immunsystem, trockene Heizungsluft macht die Schleimhäute anfälliger für Viren, die sich gerade häufiger verbreiten.

Aber was ist, wenn zu den "normalen" Symptomen, die man kennt, andere Beschwerden kommen? Wenn man plötzlich mit Fieber, Ausschlag oder ungewohnten Schmerzen zu tun hat? Wenn einem nicht klar ist, woran man gerade leidet? Viele Menschen wenden sich in solchen Fällen an "Doktor Google", geben ihre Symptome in die Suchmaschine ein und hoffen auf Erklärungen und Diagnosen aus dem Netz. Umfragen zufolge hält die Mehrheit der Menschen in Deutschland solche Informationen für verlässlich.

"Cyberchondrie": Wenn googeln krank macht

Ein Vorgehen, das viele Fachleute allerdings kritisch sehen. "Im Netz sind unqualifizierte Fehldiagnosen quasi unausweichlich", heißt es in einer Stellungnahme der Techniker Krankenkasse. Gerade medizinischen Laien fällt es oft schwer, seriöse von unseriösen Quellen zu unterscheiden. Zudem kommt es immer wieder vor, dass die Internet-Diagnose falsch oder übertrieben alarmistisch ausfällt.

Im Extremfall kann sich sogar eine so genannte "Cyberchondrie" entwickeln: Wer darunter leidet, hat extreme Angst davor, an gefährlichen Krankheiten zu leiden - getriggert durch übermäßiges googeln. Statt zu einem Arzt zu gehen, stellen die Betroffenen Selbstdiagnosen, geraten in eine Angstspirale und werden am Ende vielleicht wirklich krank, obwohl der Anlass unter Umständen eher harmlos war.

Eine KI, die sich nur aus seriösen Quellen bedient

Dieses Problem wollen die Berliner Charité und der "Bosch Health Campus" mit der neuen Plattform "Sundi" angehen. Das Angebot richtet sich an Menschen, die von der Fülle an Gesundheitsinformationen im Internet verunsichert sind "und gerne gesund leben möchten", heißt es in einer Mitteilung. "Sundi" liefert dabei mit einem KI-Assistenten Informationen und Alltagstipps zu diversen Gesundheitsthemen.

Eine Person liegt auf dem Sofa und schaut auf ein Fieberthermometer

Normale Erkältung? Oder doch etwas Ernstes?

Nun gibt es mit ChatGPT und Co. im Internet zwar schon diverse KI-Systeme, die man natürlich auch zu Gesundheitsthemen befragen kann. Allerdings greife der KI-Assistent von "Sundi" nicht auf das gesamte Netz zu, sondern nur auf wissenschaftlich geprüfte Literatur, sagte Katja Vonhoff, Leiterin im Robert Bosch Centrum für Innovationen im Gesundheitswesen. Zudem könne man "ihm Fragen stellen, bis man es verstanden hat". "Sundi" ist in 80 Sprachen verfügbar und richtet sich vor allem an ältere Menschen.

Trotz aller Expertise: Eine tiefgehende medizinische Beratung sollte man hier nicht erwarten. "Sundi" versteht sich als "Gesundheitsplattform für allgemeine Informationen". Wer den Chatbot mit Symptomen füttert und um Rat fragt, erhält als Standardantwort: "Bitte wenden Sie sich an entsprechende Praxis, um Ihre Beschwerden abklären zu lassen."

Patienten-Navis und Livechats mit Ärztinnen und Ärzten

Etwas konkreter wird da das "Patienten-Navi" der Kassenärztlichen Bundesvereinigung. Unter 116117.de kann man in einem geführten Chat eine Selbsteinschätzung über seine Beschwerden abgeben. Das "Patienten-Navi" berücksichtigt dabei Faktoren wie Geschlecht, Alter und Vorgeschichte und empfiehlt am Ende, welche Praxis in der Nähe man aufsuchen sollte. In Fällen, die bedrohlich wirken, erscheint ein Hinweis, sofort den Notarzt zu rufen.

Auch diverse Krankenkassen bieten Apps und Chatbots an, die Kranken weiterhelfen können. So kann man sich etwa über die App der Techniker Krankenkasse in einem Livechat rund um die Uhr von Ärztinnen und Ärzten beraten lassen. Hier kann man Fotos und Dokumente hochladen, um ein genaueres Bild von den Beschwerden zu zeichnen.

googeln kann helfen, den Arztbesuch besser vorzubereiten

Eine Person schaut ihre Krankheitssymptome im Internet nach, neben ihr steht Medizin

Krankheiten und Symptome googeln? Ja, aber...

Wenn man das googeln von Symptomen seriös und kompetent angeht, kann eine Internetsuche helfen, den Arzt oder die Ärztin besser zu verstehen, glaubt die Psychologin Stefanie Jungmann.  "Eine gesundheitsbezogene Internetrecherche kann durchaus Vorteile und positive Effekte haben, wie ein schneller, zeitlich unbegrenzter Zugang zu Informationen, zu ersten Hilfestellungen und zu Einschätzungen der Symptome", sagte sie dem WDR. Das Vorwissen könne einen in die Lage versetzen, die richtigen Fragen zu stellen und in der Praxis ein Gespräch auf Augenhöhe zu führen.

Wichtig bei der Eigenrecherche ist, dass diese einen Arztbesuch nicht ersetzen kann. Zudem sollte man darauf achten, sich bei mehreren, seriösen Quellen zu informieren. Auch das Veröffentlichkeitsdatum von wissenschaftlichen Studien und Artikeln sollte man beachten und auf möglichst aktuelle Quellen bauen. In vielen Bereichen ändert sich der Forschungsstand schnell.

Unsere Quellen:

  • Nachrichtenagenturen dpa, KNA
  • Techniker Krankenkasse
  • Barmer GEK
  • Sundi.eu
  • 116117.de

Kommentare zum Thema

17 Kommentare

  • 17 Isis 15.11.2025, 09:38 Uhr

    Ohne die Informationen aus dem Internet und Podcast wäre ich vermutlich nicht mehr am Leben. Habe leider bei meiner Erkrankung (SIBO/SIFO) gar keine echte Hilfe erhalten, nachdem die Standarddiagnostik abgeschlossen war. Die Diagnostik erfolgte außerdem in einem so langsamen Tempo, das hätte ich wirklich nicht überlebt. Ich bin unfassbar dankbar, dass es mittlerweile so gute Informationen im Internet und auch in Podcasts gibt. Man muss sich halt die Informationen wirklich gut anschauen, seriöse Quellen wählen. Studien lesen, Aussagen abgleichen. Ich bin froh, dass ich solche Sachen überhaupt verstehe und auswerten kann. Jeder der das nicht kann und allein auf Ärzte angewiesen ist tut mir da wirklich schon ziemlich leid.

  • 16 j.m. 15.11.2025, 04:44 Uhr

    Fiel mir ein, als ich meinen ersten Kommentar bereits verfasst habe. Ich habe das bereits schon mehrere Male erlebt, dass auch Ärzte in Gegenwart eines Patienten Google fragen und sich von Google Krankheiten erklären lassen. Diese Ärzte erlärten mir dann etwas, was der Folgebehandler als "Das ist falsch" widerlegte. Es wäre mal interessant zu erforschen, ob nur den Patienten die Kompetenz im Umgang mit Google fehlt. Meiner Erfahrung nach ist auch bei Ärzten mehr "Google-Kompetenz" nötig.

  • 15 Franziska 1 14.11.2025, 19:50 Uhr

    Die Sundi-APP ab 55Jahre gedacht? Spät, wenn jüngere Leute nicht zur Vorsorge gehen sollten, weil der Arzt dafür da ist für ein gr. Blutbild inkl. Cholesterin -Test. Jüngere können die Hinweise von Sundi annehmen, der ältere Mensch hat kaum die Chance bei schlechte Werte sie ohne Arzt zu senken. Nicht da, wenn das hohe Cholesterin familienbedingt festgestellt wurde, da kann es gefährlich werden, wenn alte Menschen annehmen ohne Medikamente gehts auch lt. Hinweise, nicht mehr zum Arzt gehen und die Statine nicht mehr regelmäßig nehmen. Ich habe das Gefühl, solche APPs werden absichtlich gesteuert um die Ärztepraxen zu entlasten beim Gesundheitssystem. Wobei Ärzte sagen: am Schluss ihrer Selbstmach- Reise kommen sie doch alle in die Arztpraxis mit mehr Schäden am Körper, auch wegen altersbedingter Diabetes was oft nach unbehandelten Cholesterin vor kommt. Am Laptop lässt sich die APP lesen, aber am Smart Phone für Senioren? Ich wünsche der APP alles Gute. Den Senioren aber den Arzt.

  • 14 Franziska 1 14.11.2025, 18:00 Uhr

    Ich habe mir „Sundi“ Mal angeschaut, ich bin direkt geflasht über die Fülle der Informationen die zu mehr Gesundheit führen soll. Wenn diese massigen Hinweise überwiegend für ältere Senioren gelten sollen, wo die meisten schon den Senioren bekannt sein dürften durch Erfahrungen im Leben und durch Hausärzte, dann frage ich mich schon, was werden sie auswählen und noch alte Gewohnheiten ändern im Alltag? Tee statt Kaffee trinken? Im Grunde wenn ein älterer Mensch Probleme hat, geht er zum Arzt um Hilfe zubekommen bei ihren Beschwerden. Es war zwar gut gemeint Sundi ins Netz zu stellen, aber ältere Menschen werden selbst überfordert sein so viele Hinweise durchzulesen. Ich habe den Kopf schon richtig voll vom langen lesen, bis ich auf den Punkt gestoßen bin der bei mir angebracht wäre um ein Wehwehchen zu mildern -nachhaltig. Wie sollen alte Menschen das alles verkraften, was Sundi an Vorschlägen bringt? Das Leben verlängern wird auch Sundi nicht schaffen.

  • 13 Franziska 1 14.11.2025, 16:46 Uhr

    Webseiten mit www.de sind in der Regel sicherer, wenn sie über HTTPS verfügen. Wer auf einen Bingo- Treffer setzt bei Dr. Google, der bekommt oft eine Auskunft die alles bedeuten kann, aber den Suchenden nur beängstigt. Krankheiten, Medikamente, Beschwerden, eine sichere Teledoktor -App von bekannten deutschen Krankenkassen gibt eine sichere seröse Antwort. Ich weiß nur nicht, ob alle Krankenkassen sie anbieten. Das Internet weiß immer Rat? Vorsicht vor der Digital-Auskunftskiste!

  • 12 j.m. 14.11.2025, 15:51 Uhr

    Naja, wenn man als Patient 50 Jahre lang von Arzt zu Arzt rennen muss, über 70 falsche Diagnosen bekommt, bis man dann endlich nach 50 Jahren zufällig auf einen Arzt trifft, der die Krankheit, die ich habe, kennt und erkennt, ... Schlimmer kann es Google auch nicht machen.

    Antworten (1)
    • Marita Reckling 15.11.2025, 09:31 Uhr

      Da bin ich ganz bei Ihnen,.. !!! Eine lange Reise als Wanderpokal hatte ich hinter mir, unzählige Ärzte mit einem❓im Gesicht. Bis der Zufall den richtigen Arzt fand, der es erkannt hat und mir helfen konnte. ‼️

  • 11 Brigitta S. 14.11.2025, 13:55 Uhr

    Bei Dr. Google eine Meinung über Krankheit einholen das kann nicht gut gehen, wenn man unseriösen Webseiten den Glauben schenkt. Surfen durch die Internetwelt, sich hörig machen bei Informationen von „Internet- Götter in Weiß“, hat oft Nachteile. Es kann zu einer Selbstmedikation führen, was nicht immer gut ist. Sich zuhause beobachten, täglich Beschwerde- Notizen darübermachen und zum Arzt gehen ist besser. Der Arzt bekommt einen besseren Überblick über die Probleme. Es gibt Patienten die beim Arzt einen langen Roman erzählen wollen über Probleme bei zu vielen Baustellen, wobei der Arzt kaum zu einer genauen Diagnose kommen kann. Wenn man dem Arzt selbst eine Diagnose vorlegt, was man im Internet gelesen hat, ist nicht gut gedacht. Manche Patienten reden beim Arzt kaum was und meinen der Arzt hat Röntgenaugen ohne Mithilfe von ihm selbst. Das nennt man auch den „Weißkitteleffekt“, der sogar Blutdruck hochtreiben kann. Bevormundung hier, von mir? Nein, nur gut gemeinte Ratschläge!

  • 10 Oldtimer 14.11.2025, 12:09 Uhr

    Wenn ich nach Hausmitteln suche habe ich meist noch Erinnerungen aus der Vergangenheit oder schaue mirmehrere Quellen an. Auch da braucht man Meinungsvielfalt und kritische Distanz.

  • 9 Silvia Sumpf 14.11.2025, 11:28 Uhr

    Ich bin gelernte Zahnarzthelferin der "alten Schule". Ausbildung noch intensiv mit Pathologie und Anatomie. Oft wird gegoogelt, weil man beim Arzt per "Schnelldurchlauf" überhaupt keine Antwort bekommt..Ich habe einen fehlverheilten Weber-C-Bruch des rechten Innenknöchels seit Januar 2025. Bis die Diagnose " fehlverheilt" gestellt wurde, hat es ein halbes Jahr und 3 Orthopäden gebraucht. Da war Goggle und ChatGPT wesentlich schneller. Manche Ärzte interessieren sich für ältere Patienten nicht, da wird nur noch durch geschleust. Wenn dann gegoogelt wird, weil Ärzte standardisiert " ist altersbedingt" diagnostizieren, ist das nicht gut. Willkommen im Deutschen Gesundheitssystem..

  • 8 Brigitta S. 14.11.2025, 11:21 Uhr

    Sich zum Oberlehrer machen, weil im Artikel mal gelegentlich ein Schreibfehler auftritt, ist wie "unbedingt Läuse suchen". Tretet nicht so gegen das WDR. Team. Ihr könntet bei einen Kommentar auch mal mit Fehler knapp daneben liegen. Der Sinn des Artikels ist ausschlaggebend, nicht die Kontrolle über "googln, googeln oder über Google was ein Markenname ist.

  • 7 Lilime 14.11.2025, 10:39 Uhr

    Keine Ahnung, wie viele Texte das WDR Team täglich schreibt: Mir ist es wichtiger, dass der Inhalt der Texte korrekt ist, als dass vielleicht mal die Rechtschreibung nicht vollkommen korrekt ist. Falsche Texte und Rechtschreibfehler wären viel schlimmer.

  • 6 Patient 14.11.2025, 08:31 Uhr

    als momentan genervter Patient nutze ich zwar weder Google noch Wikipedia (beides nicht als wissenschaftliche Quelle anerkannt), würde mir aber eine Art Aufsichtsbehörde wünschen, die sicherstellt, dass medizinische Fachangestellte in Hausarztpraxen nach immerhin drei Jahren Ausbildung in der Lage sind, fehlerfrei Verordnungen auszustellen bzw. vom Compliancepartner sogar vorgegebene Muster fehlerfrei abzuschreiben. Eine Tragödie in mehreren Akten.

    Antworten (1)
    • Franziska 1 14.11.2025, 16:56 Uhr

      Nobody is perfect. Der Patient sollte besser kontrollieren was er in die Hände bekommt. Falls er es nicht gleich in der Praxis macht, dann muss er leider eine zweite Anfahrt zum Arzt riskieren oder woanders sich melden. Vertrauen ist gut, sofortige Kontrolle ist immer besser. Eine extra Aufsichtsbehörde kostet kein Geld?

  • 5 Jona 14.11.2025, 07:14 Uhr

    (Sorry - Fortsetzung ...) chungsstand betrifft und anderseits sind ja von der GKV auch nur "ausreichende" Leistungen vorgesehen. Die Erwartung an die medizinische Versorgung kann also durch KI und Infoportale größer werden als an real existierenden Möglichkeiten vorhanden ist.

  • 4 Jona 14.11.2025, 07:12 Uhr

    Wenn es mal so einfach wäre mit KI eine korrekte Diagnose zu erhalten. Die ärztliche Untersuchung würde ich stets vorziehen. Es bringt ja auch nichts, mit irgendwelchen Verdachtsdiagnosen aus dem Internet in einer Praxis vorstellig zu werden. Viel wichtiger ist, den Behandlern eine klare Beschreibung der Beschwerden zu geben. Dafür ist es sinnvoll, die Symptome aufzuschreiben und mit dieser Notiz als Gesprächsgrundlage in die ärztliche Konsultation zu gehen. Die medizinische Fachsprache und Diagnose-Codes lassen sich aber gut auf solchen Fachportalen allgemein verständlich übersetzen. Manchmal besteht allerdings der Eindruck, KI würde in Praxen eingesetzt, um schnell die Maßnahmen anbieten zu können, die von der KV übernommen werden, wonach sich dann Diagnose und Behandlung ausrichten. Dies scheint nicht immer nach den neuesten Erkenntnissen medizinischer Kunst zu laufen, sondern eben danach, was die GKV bezahlt. Insofern sind einerseits Diskrepanzen vorhanden, was den aktuellen Fors

  • 3 Anna 13.11.2025, 20:33 Uhr

    Liebes WDR-Team, "das Googeln" schreibt man groß (substantiviertes Verb, ist hier mehrfach falsch) und das Wort "Veröffentlichkeitsdatum" existiert nicht. Es existieren Veröffentlichung und Öffentlichkeit, aber kein Baby der Beiden. Es macht einen extrem schlechten Eindruck, wenn Sie jemanden über seriöse Quellen informieren wollen und dabei den Hinweis Nummer 1 selbst begehen: Rechtschreibfehler.

    Antworten (2)
    • Lisa 13.11.2025, 22:59 Uhr

      Tja, Rechtschreibfehler, ausgelassene Wörter und merkwürdige Satzstellungen kommen hier bei wdr.de leider öfter vor. Kenne ich von anderen bzw. privaten Nachrichtenportalen so gut wie garnicht. Aber vielleicht ist man sich, da von den Rundfunkgebühren finanziert, zu sicher und wird nachlässig.

    • Moni 14.11.2025, 10:45 Uhr

      Überschätzung/Überbewertung hinterlässt auch einen schlechten Eindruck...

  • 2 Johann Moritz 13.11.2025, 18:49 Uhr

    Und was sagt Sundi dazu? "Do not use my answers as a substitute for medical advice.". Und weiter: "If you are experiencing severe symptoms please consider contacting your nearest hospital or doctor immediately.". Aber einen Termin beim Arzt bekommt man auch in der Regel nicht für den nächsten Tag, außer in Notfällen (was aber ist tatsächlich ein Notfall?). Wobei man ja auch nicht bei jeder Kleinigkeit zum Arzt, und schon gar nicht zur Notaufnahme gehen soll. Und bei der 116117 kommt der Doc erst Stunden später. Allerdings braucht man wiederum für die allermeisten wirksamen Medikamente in der Regel sowieso ein Rezept. Es ist kompliziert im deutschen Gesundheitswesen. Am besten wäre eine gute medizinische Bildung schon in der Schule und etwas mehr Freiheit beim Medikamentenkauf, aber davon war merkwürdigerweise noch nie die Rede.

  • 1 Hausärztin 13.11.2025, 18:20 Uhr

    Als Allgemeinärztin kann ich nur sagen: Fluch und Segen. Google und die undifferenzierten, Angst einflößenden "Antworten" sind ein großer Arbeitgeber für mich in der Hausarzt-Und Notfallpraxis. Da kommt dann ein junges Mädchen mit einem Gelbstich in den Augen und meint, laut Google sei sie nierenkrank und da täte es ihr auch weh, im Bauch. Ich sage: das ist am ehesten Morbus Meulengracht, komm zur Blutentnahme und dann war sie super schnell beruhigt. Oder eine Patientin hat komische Bauchneschwerden und ich sage, Sie haben vermutlich eine Hiatushernie, melden Sie sich zur Magenspiegelung an. Oder ein Patient kommt mit allerlei Cremes von der Hautärztin , sie hat keine Diagnose genannt, ich rate ihm, das dishidrotische Fußekzem zu googeln. Auch bei der Entscheidung zu Medikamenten wie Cholesterinsenkern oder Blutverdünnern im.Vergleich können intelligente Patienten gute Infos für ihren Entscheidungsprozess finden. Aber man muss in der Lage sein, zu differenzieren.

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