Plastik im Meer | WDR Aktuell

01:58 Min. Verfügbar bis 17.06.2027

Wir können die Plastikflut nicht stoppen, Konzerne schon! | MEINUNG

Stand:

Seit Ölkonzerne den "ökologischen Fußabdruck" vermarkten, geißeln wir uns selbst mit Verzicht. Doch die Plastikflut kriegen wir so nicht in den Griff. Konzerne und Staaten sind viel mächtiger - sie müssen umdenken und handeln!

Von Caro Wißing

Plastikfreie Hygieneprodukte liegen an einem Waschbecken

Plastikfreie Alternativen im Bad

Die Zahnbürste ist aus Bambus. Die Zahnpasta kommt nicht aus der Tube, denn die wäre ja aus Plastik. Sie steht in Kautablettenform in einem Einmachglas am Waschbeckenrand. Daneben das Seifenstück - plastikfrei. Geputzt wird das Bad mit alten Zitronenschalen, denn zu kaufen gibt es Reinigungsmittel meist nur in Plastikflaschen. Immer wenn ich bei Freunden eine solche Anordnung im Badezimmer oder ähnlich in der Küche gesehen habe, musste ich anerkennend staunen: Wow, das ist mal Hingabe für den Umweltschutz. Möglichst ohne Plastik auskommen mit Verzicht und Umdenken.

Wenn wir das doch alle so machen würden, wäre die Plastikflut und die damit einhergehende Umweltbelastung bestimmt zu stoppen, habe ich lange gedacht. Ein Irrglaube.

Seit die Ölindustrie uns Verbrauchern mit dem ökologischen Fußabdruck vor Augen führt, wie sehr die eigene Lebensweise die Umwelt belastet, sind viele von uns eingestiegen in einen Wettbewerb: Wer schafft es ökologischer zu leben, mehr Plastik einzusparen? Gegenseitiges Beäugen, wer denn das größere Opfer bringt; mit dem Zeigefinger zeigen auf diejenigen, die nicht auf den Plastikfrei-Zug aufspringen. Kolumnistin Caro Wißing

Dabei können wir Verbraucher nur Teil der Lösung sein. Wir müssten unsere Energie eher dafür aufbringen Druck zu machen, auf die Ölindustrie, große Konzerne und Staaten. Die sitzen am viel längeren Hebel.

Elitärer Umweltschutz: Nicht jeder kann plastikfreie Alternativen kaufen

Und dazu kommt noch: Viele Verbraucher haben gar nicht die Wahl. Einige haben nicht die zeitlichen Kapazitäten, sich mit Produktalternativen, der Eigenherstellung von Putzmitteln und dem Vergleich von Ökosiegeln auf Verpackungen auseinanderzusetzen. Andere haben nicht das Geld im Unverpacktladen einzukaufen oder zur nicht-eingeschweißten, aber teureren Gurke im Supermarkt zu greifen. Das ist Luxus. Und damit wird ein solcher Umweltschutz auch elitär.

Erst recht, wenn wir auf die globale Ebene schauen. Auf Plastik zu verzichten, würde in manchen Weltregionen beispielsweise bedeuten, keinen Zugang zu frischem Trinkwasser zu haben, weil das nun einmal nur in Plastikflaschen zur Verfügung steht. Glasflaschen und Verpackungen aus Holzfasern erscheinen uns hier vielleicht als viel ökologischer. Aber die Herstellung von Holz bedeutet Abholzung von Wäldern am anderen Ende der Welt und die Herstellung von Metall und Glas ist wahnsinnig energieintensiv. Wir sollten Plastik deswegen nicht per se verteufeln. Das Problem ist nur, wie wir mit dem produzierten Plastik umgehen.

Jedes fünfte Plastikprodukt landet als Müll in der Umwelt

Ich habe vor einigen Tagen die Rhein-KRAKE besucht. Eine schwimmende Plattform am Flussufer in Köln. Sie filtert vorbeitreibenden Müll aus dem Wasser, der sonst irgendwann ins Meer gespült würde. Plastikflaschen, Chipstüten, Einkaufstaschen, auch mal Gummistiefel.

Eine Plastiktüte treibt im Meer

Umhertreibende Plastiktüte die Schildkröten mit einer Qualle verwechseln könnten

"Das hier sieht für eine Meeresschildkröte aus wie eine Qualle", sagt KRAKE-Betreiber Christian Stock und zieht eine transparente Plastiktüte aus dem Fangkorb. "Die Schildkröte frisst das dann und verhungert auf Dauer, weil ihr Magen mit Plastik gefüllt ist, den er nicht verdauen kann."

Die Müllfalle "Rheinkrake" im Rhein in Köln nördlich der Zoobrücke

Die Müllfalle "Rheinkrake" im Rhein in Köln

Was die Ehrenamtlichen auf der KRAKE machen, ist toll und bewundernswert. Aber nur ein Tropfen auf den heißen Stein, das sagen sie selbst. Die KRAKE fängt ungefähr zwei Tonnen Müll pro Jahr. Ein verschwindend geringer Anteil der Gesamtmenge im Rhein. Aus allen Flüssen weltweit geraten 20 Millionen Tonnen Plastikmüll in die Meere und Ozeane - jedes Jahr. Weitere 60 Millionen Tonnen gelangen in die Landschaft. Und da bleiben sie. Plastik zerfällt über Jahrzehnte und Jahrhunderte in immer kleinere Teile, aber es zersetzt sich nicht komplett.

Die Plastikproduktion ist einfach zu billig

Das Problem ist: Das meiste Plastik wird nur ein einziges Mal verwendet. Nur neun Prozent werden recycelt. Das hat mir Henning Wilts erklärt. Er ist Experte für Kreislaufwirtschaft am Wuppertal Institut. Zum einen liegt es daran, dass es in vielen Ländern der Welt gar kein System der Mülltrennung, Müllabholung und Müllverwertung gibt. Zum anderen bestehen zum Beispiel viele Plastikverpackungen aus mehreren Schichten, die sich kaum mehr voneinander trennen und damit auch nicht recyceln lassen. Das Produktdesign ist das Problem, so Wilts.

Und warum konzipieren die herstellenden Unternehmen dann nicht bessere Produkte? Die Antwort ist einfach. Es geht ums Geld. Wie immer. Selbst wenn ein Unternehmen eigentlich ein Herz für die Umwelt hat, müsste es bereit sein, 20 bis 30 Prozent mehr für eine Recyclingoption auszugeben. Es ist günstiger Neuplastik zu produzieren - aus Erdöl. Der Rohstoff ist im Vergleich zu billig. Das könnte eine Steuer ändern. So fordern es auch verschiedene Experten und Wissenschaftler. Aber bisher fehlt der politische Wille so etwas durchzusetzen.

Für ein Umdenken müssen sich Staaten zusammentun

Es bräuchte vor allem auch internationale Bemühungen. Aktuell findet die UN-Klimakonferenz in Bonn statt. Dort ist das Thema auf der Agenda. Die Vereinten Nationen arbeiten an einem Plastik-Abkommen. Aber erdölfördernde Länder - wie zum Beispiel Russland und Saudi-Arabien - stellen sich dem entgegen, "weil sie sehr davon profitieren, immer weiter Öl zu produzieren und daraus Plastik zu machen", so Wilts. Aber immerhin: Das Thema ist auf der Weltbühne und im August wollen die Staaten weiterverhandeln für ein Abkommen.

Manche Länder haben mit eigenen Regelungen schon einiges bewirkt. Das habe ich in Marokko beobachtet. Bei meinem ersten Besuch 2011 hing in fast jedem Strauch, in jedem Baum eine weiße oder blaue Plastiktüte. 2016 hat das Land die Herstellung, den Import, den Verkauf und die Nutzung von Plastiktüten verboten. Wer sich nicht dran hält, muss horrende Strafen fürchten. Das hat Wirkung gezeigt. Bei meinem zweiten Besuch 2018 war ich wirklich erstaunt: Das blau-weiße Tütenmeer in der Landschaft war weg. Noch eindrücklicher muss es in Ruanda sein. Das ostafrikanische Land ist seit 2008 quasi einwegplastikfrei.

Geht doch! Erste Regulierungen zeigen kleine Erfolge

Und auch die EU hat mit ihrem Einwegplastikverbot vor sechs Jahren immerhin ein Zeichen gesetzt. Wissenschaftler sagen zwar, dass die eingesparten Plastikbecher, Strohhalme oder Wattestäbchen nur einen Bruchteil des Plastikmülls ausmachen. Aber es hat Unternehmen zumindest gezwungen, hier umzudenken und Produktalternativen zu entwerfen. Und das haben auch wir Verbraucher mitbekommen.

So schließt sich der Kreis. Wir sind also wieder bei unseren plastikfreien Produkten im Haushalt angekommen. Sie sind ein Teil der Lösung, wie gesagt. Aber das große Rad wird in der Industrie und der Politik gedreht. Wenn wir wirklich die Plastikflut stoppen wollen, dann bringt es nicht genug, im Unverpacktladen einzukaufen - dann müssen wir Druck machen auf die Entscheider, uns Verbrauchern überall auf der Welt bessere Alternativen zu bieten.

Achtet ihr im Alltag darauf Plastik zu vermeiden? Welche Regeln gegen Plastimüll brauchen wir von der Politik? Lasst uns darüber diskutieren. In den Kommentaren auf WDR.de oder auf Social Media.

Kommentare zum Thema

48 Kommentare

  • 48 Ylander 27.06.2025, 12:43 Uhr

    Die SPD hat nun gegen unter Missachtung betriebs- und volkswirtschaftlicher Vernunft (ähnlich wie Mietpreisbremse oder Erhöhung der Beitragsbemessungsgrenze für die GKV) viel zu hohe Mindestlöhne durchgedrückt. Doch auch die Umwelt wird leiden, da das Basisvolk nun noch mehr Plastik verkonsumieren kann. Unser Republik ist ein gigantischer Selbstbedienungsladen großer Lobbies. Der Missbrauch der System zu Lasten der Mittelschicht ist gewollt.

    Antworten (4)
    • Ex-SPD-Wähler 27.06.2025, 16:05 Uhr

      Jede Stunde kostete bei 12,41 Mindestlohn 10 Euro mehr als in Bulgarien; (Ukraine 1,07 Mindestlohn). In der EU ist ein Gleichgewicht unmöglich was Einkommen zu Ausgaben in Deutschland angeht. Uns laufen Arbeitsplätze in der Produktion weg weil Lohn und Energiekosten zu hoch sind. Wir würden aber mehr Einkommen brauchen wegen ungebremster Mieten, ideologisch überzogener Energiekosten und Inflation besonders bei Lebensmittel. Lebensmittel braucht jeder, irgendwie müssen die verpackt sein, das ist der Krempel der irgendwann im Meer landet auf der anderen Seite der Erde. Mit Schröder stürzte die SPD ab wegen Niedriglohnsektor, jetzt weil Sozialdemokraten Politik für Grüne machen vorbei an der Realität der Ex-SPD-Wähler. Caro hat Recht mit „Luxus“ und „elitären Umweltschutz“. Wir brauchen gar nicht über weniger Plastik oder besseren (teureren) Recycling nachdenken weil wir Anspruch und Wirklichkeit bei Lohn und Lebenshaltungskosten nicht zusammen bekommen; im groben also Zustimmung.

    • Anonym 27.06.2025, 22:01 Uhr

      Die Rindviecher in D zu Haltungsform 2 haben ein besseres Leben , als die vom pol. Establishment zu EU-Hochleistungsmelkkühen dressierten Deutschen, die wegen administrativ verursachter Wohnungsverknappung praktisch in "Käfighaltung" gehalten werden . Fragt sich , wie lange die Deutschen das Spiel noch willig mitmachen , ohne aufzumucken, zumal eine wirtschaftliche Besserung trotz Schuldenorgie und Steuergeschenke für die Wirtschaft nicht in Sicht ist. Das viele Kreditgeld wird vielmehr die Belastung mit öffentlichen Abgaben, Kommunalgebühren , Inflation bei Konsumgüterpreisen ,Mieten besonders auch . Kapitalmarktzinszinsen en in die Höhe treiben , so daß deretwegen die Konjunktur auch per se schon wieder abgewürgt wird.

    • Maximilian 28.06.2025, 00:06 Uhr

      @anonym Ich dachte, unsere Lebendbedingungen würden vergleichsweise zumindest die Laufstallhaltung mit Außenklima im Standard erfüllen?

    • Maximilian 28.06.2025, 01:04 Uhr

      @ExSPD-Wähler. Der WDR zeigt montags immer "Lecker" Sendungen. Dort werden elitäre landwirtschaftliche Betriebe gezeigt, die Eigenwerbung betreiben. Etwas Hollunder in den Prosecco und die Stimmung wallt auf. Nie kocht das Lecker-Menu eine Person, die abends erschöpft und müde an der Pantryküche steht. Dort liest man auch nicht mehr im Kaltlicht die Land-Lust. Wenn man eine Inselküche auf einem Gutshof jedoch sein Eigen nennen darf, dann entwickelt man kreative Ressourcen zur gesunden Ernährung. Alles frisch, unverpackt. Den meisten Menschen ist auch nicht vergönnt mit dem Hausboot wie Herr Freitag auf Flüssen rumzuschippern und nach Anlegeschluck mit dem E-Bike Biohöfe zu erkunden. Ich verstehe die Sehnsucht im Unterhaltungsfornat. Mit der Realität der meisten Menschen hat dies wenig zu tun. Die vielen Informationen über das Weltgeschehen machen auch mich müde. Die vielen Veränderungen in meiner Heimat binden auch viele meiner Ressourcen für ein verantwortliches Handeln. Plastikfrei.

  • 47 Maximilian 27.06.2025, 10:37 Uhr

    Allmählich muss ich derzeit leider einen Wohnungshaushalt auflösen. Deswegen fallen mir viele Plastikprodukte in die Hände. Die meisten sind mit der Zeit brüchig, vergilbt oder klebrig geworden. Dennoch hat es irgendwann für diese Gegenstände einen Kaufanreiz gegeben. Ein Weinöffner klebrig, vielleicht 3x gebraucht, ein Mozzarellaschneider vergilbt 2x gebraucht, ein Home-Trainer in Plastik Chassis mit 2 km Laufleistung, ein Videorecorder mit Kunststofffront, der höchstens 5x einen Film gespielt hat. Für den Anschaffungspreis des Recorders hätte man 200x ins Kino gehen können. Jede Woche neue Prospekte, neue Designs. Viele Haushalte kaufen Pfannen mit imitietren Bambusgriffen. Der Mähroboter fährt, wo Gemüseanbau nicht stattfindet. Beregnet mit dem neuen Vierecksprengler. Eigenes Carport für den Roboter. Ich kann Leute verstehen, die reduziert in ein Tiny-House ziehen und wieder Zeit gewinnen.

  • 46 Klare Korrelation 26.06.2025, 14:56 Uhr

    Das Quantum des Plastikverbrauchs und Plastikgebrauchs ist reziprok zum Bildungsniveau. Achten Sie einmal darauf.

    Antworten (4)
    • Maximilian 26.06.2025, 16:59 Uhr

      Nur im Verbrauch von Tüten, Wassereis, PET-Flaschen etc. würde ich Ihre Beobachtungen bestätigen wollen. Am anderen Ende sind auch die Managements, CEOs der chemischen Industrie, der Verpackungslobby, der grüne Punkt, Politiker, die Lebensmittelindustrie, alle Hersteller, die mit billigem Plastik und geplanter Obsoleszenz die Vergänglichkeit der eigenen Produkte beschleunigen wollen und zu guter Letzt der Ölscheich - reziprok ungebildete Leute.

    • Nachhilfelehrer Theo 26.06.2025, 17:21 Uhr

      Das bleibt auch nach Wiederholung falsch: „https://de.wikipedia.org/wiki/Scheinkorrelation“

    • Anonym 27.06.2025, 08:00 Uhr

      Dieser Kommentar wurde gesperrt, weil er gegen unsere Netiquette verstößt. (die Redaktion)

    • Klare Korrelation 27.06.2025, 11:51 Uhr

      @ Theo Ihre Behauptung, meine These sei falsch, wird auch durch Wiederholung nicht richtig.

  • 45 Maximilian 26.06.2025, 12:50 Uhr

    Tante Emma war gut. Frühkindlich habe ich einen solchen Laden in seiner Spätphase noch erlebt. Der Holländer-Käse wurde frisch vom Laib geschnitten, nur etwas in Papier gedreht. Mit Bleistift wurde der Kaufbetrag per Hand auf Papier ermittelt. Fehlerfrei. Heute stören mich in Supermärkten die Kunden, die Gemüse und Obst überpenibel prüfen. Das unterste Schälchen Erdbeeren ist das beste und selbst dann werden die Erdbeeren nach Reifegrad noch umsortiert. 10 Avocados werden zerdrückt, bis eine den Ansprüchen genügt. Das ist auch ein Grund, warum viele Läden verpackte Lebensmittel anbieten. Die Gemüseverkäuferin wurde vorher wegrationalisiert. Scheint sich gelohnt zu haben, denn nicht umsonst, findet man die Aldis u. Lidls Schwarz-Gruppe etc. auf Liste der reichsten Deutschen. Ich sehne mich nach "Agnes" in ihrem Tante Emma. Die begrenzte Auswahl war ebenfalls entlastend. Der persönliche Plausch auch.

    Antworten (7)
    • K-H R. 26.06.2025, 17:38 Uhr

      Warum Erdbeeren, Kirschen und anderes Obst oft verpackt sind,hat den Grund, dass das Obst aus anderen Ländern importiert wird, zweitens gibt es den eigenständigen Strafbestand bei Mundraub schon lange nicht mehr, da packen viele die Ware auch aus dem Inland ab.Wenn jeder meint, er könnte bei offener Ware probieren und jeder Kunde würde das so machen, sind die 500 g. Erdbeeren bei allen Körbchen die oben stehen,vielleicht nur 350 g. schwer. Aldi und Lidl hatten noch nie eine Gemüseverkäuferin, ihr Prinzip ist die Selbstbedienung, um Kosten zu sparen und die Preise niedrig zu halten. Das Aldi und die Schwarz Gruppe in Deutschland zu den größten zählen, hat bestimmt nichts mit der fehlenden Gemüseverkäuferin zu tun.

    • Ylander 26.06.2025, 19:33 Uhr

      Wo ich wohne, gibt es noch Obst- und Gemüseläden. Das kommt Tante Emma nahe. Haben Sie das nicht bei Ihnen in der nähe? Das Basisvolk kauft natürlich im Discounter - die plastikverpackte Ramschware.

    • K-H R. 26.06.2025, 22:08 Uhr

      Das Basisvolk kauft die plastikverpackte Ramschware.Die nächste Gruppierung macht in Abfallcontainern Dumpster Diving, weil sie nicht das Geld haben,um im Gemüseladen Obst und Gemüse, alles Bio, zu kaufen.

    • Maximilian 26.06.2025, 22:44 Uhr

      @K-H R.---Ware ungefragt probieren ist durch den Gewahrsamswechsel nach wie vor ein Tatbestand des Diebstahls. Nicht schmeckende spanische Erdbeeren sind verpackt. Später im Jahr werden deutsche Erdbeeren an der Kasse im Supermarkt grammgenau gewogen u. nach Gewicht bezahlt. Zur Gemüseverkäuferin schrieb ich, dass Aldi u. Lidl diese "vorher" wegrationalisiert hätten. Bei Rewe wurde damals die Obst- u. Gemüseabteilung durch eine Fachkraft betreut. Das war auch gut so. Außerdem ist ein Warenkorb unter Berücksichtigung der Eigenmarken wie "Ja" "gut u. günstig" nahezu in allen Supermärkten im Preis identisch. Aldi u. Lidl haben einen erschreckenden Personalschlüssel. Kaum jemand bei Aldi erreicht das Rentenalter im Unternehmen. Also Fazit: Mit Discount wird gut verdient. Aber andere zahlen den Preis. Die Erzeuger, die Tiere, die Kunden durch Gesundheits- u. Umweltschäden im Konsum von in Kunststoffen abgepackter Waren.

    • Maximilian 26.06.2025, 22:57 Uhr

      @Ylander. Leider habe ich einen solchen Laden nicht in Reichweite. Die Angebotsstruktur hat sich stark verändert. Den Supermarkt gibt's auf der grünen Wiese. Im Ortskern sind jetzt, wo früher Rewe, Bäcker, usw. waren, arabische Friseure. Schuhladen und der von mir geliebte Tante Emma, sind durch Pizzerien ersetzt worden, die nur noch dem Namen nach italienisch klingen.

    • K-H R. 27.06.2025, 14:20 Uhr

      @Maximilian, im Bezug zum Probieren gebe ich ihnen Recht, zwar wurde der Begriff "Mundraub" 1975 abgeschafft, aber es erlaubt das Probieren damit nicht (§242 StGB) dabei kommt es auch auf die Kulanz des Supermarktes an,der eine geht bei kleineren Mengen darüber weg, der andere könnte es zur Anzeige bringen, aber wer mach das schon? Schon wegen dem Ruf oder Image. Sie hatten geschrieben: Die Gemüseverkäuferin wurde vorher wegrationalisiert.Scheint sich gelohnt zu haben, denn nicht umsonst, findet man die Aldis u. Lidls Schwarz-Gruppe etc. auf Liste der reichsten Deutschen. Was ich darauf geschrieben habe können sie ja nochmals nach lesen:Aldi und Lidl hatten noch nie eine Gemüseverkäuferin! Was sie zusätzlich noch in ihrem Kommentar einbringen wurde weder von Ihnen oder von mir kommentiert, also dazu von mir keine Stellungnahme.

    • Maximilian 27.06.2025, 23:29 Uhr

      @K-H R. Bitte Bedenken Sie, dass die Albrecht-Brüder den kleinen Laden der Mutter übernommen haben. Damals führten die ersten eigenständigen Filialen Frischgemüse u. hatten auch eine Frischfleischtheke. Weil die Albrecht-Brüder aber im Vergleich zu Konkurrenten kein Vollsortiment führten, war deren Geschäftsidee zunächst nicht so erfolgreich. Erst dann setzten sie auf voll und ganz auf Discount. Heute hinterfragen wir die Art der Verpackung und stellen den Vergleich mit Unverpackt-Läden konzeptionell mit Bezug zur Kolumne. Die Begrifflichkeit des "wegrationalisieren" war meinerseits bezogen auf die jüngere Unternehmensgeschichte vielleicht etwas missverständlich ausgedrückt. Mir ging es jedoch um den Discount-Gedanken grundsätzlich und sehe darin den Kontext zur Kolumne. Mit meinen vielen Beiträgen habe ich nur versucht die Diskussion zu beleben.

  • 44 Theo 26.06.2025, 12:45 Uhr

    Konstruktionsfehler beim Grünen Punkt war, es ging nach Gewicht, nicht ob recycelbar oder nicht. Daher die Verpackungen aus untrennbaren Schichten denn es musste leicht, billig und stabil sein. So habe ich das jedenfalls in Erinnerung.

    Antworten (2)
    • Maximilian 26.06.2025, 16:38 Uhr

      Der grüne Punkt in seiner jetzigen Wirkungsweise muss ABGESCHAFFT werden. Ich bezahle doch nicht für Recycling, obwohl der Vorgang de facto nicht stattfindet. Die Industrie ist nicht fähig für Kunststoffverpackungen chemische Standards festzusetzen, die die Recycling-Quote erhöhen könnte.

    • Ylander 26.06.2025, 22:18 Uhr

      Rcycling im eigentlichen Sinne nicht, aber das gewonnene Granulat wird für andere Zwecke verwendet. Das ist natürlich keine gute Lösung. Zu meiner Zeit lebten die Menschen noch in Einklang mit der Natur. Heute fällt die Umweltbilanz der meisten Menschen verheerend aus. Erschwerend kommt hinzu, dass diese Menschen auch sonst nichts Positives zu bieten haben. Ihr Impact ist durchwegs stark negativ. Man könnte gut auf sie verzichten.

  • 43 Maximilian 25.06.2025, 20:33 Uhr

    @Franziska 1..Eine ältere Dame hat mir erzählt, dass heute eine junge Dame ihre Polly-Pocket-Sammlung bei Bares für Rares an einen Händler verkauft hätte. Hersteller von Polly-Pocket: Der übliche Verdächtige. Bei Bares für Rares glauben einige Leute, dass sie mit dem Fernseher ein gutes Geschäft machen könnten. Das Prinzip ist aber wie bei RTL: Wer wird Millionär? "Günther Jauch"! Ich kannte Polly-Pocket zu meiner Entlastung vorher nicht. Ich kenne aber andere Figürchen aus Plastik auf dem Dachboden. Da müssten meine Fingerabdrücke noch drauf sein.

  • 42 Simon 25.06.2025, 20:19 Uhr

    Es muss aus der Politik ein eindeutiges Signal gegen Plastik geben, notfalls, denn das schmerzt alle, mit finanziellen Mitteln, Plastiktüte besteuern/ verteuern.

    Antworten (1)
    • Theo 26.06.2025, 12:56 Uhr

      Lassen Sie mich raten, Sie haben keine Geldsorgen und wählen die Grünen.

  • 41 Brigitta S. 25.06.2025, 20:11 Uhr

    Interessant wäre bestimmt für einige User der Artikel vom WDR: "20.8.10...50 Jahre ist es her, Plastiktüten auf dem Markt". Zitat. Toll, 50 Jahre lang wurde immer mehr Plastik auf den Markt geworfen ohne Bremse. Erfindung und Fortschritt beißt uns jetzt gewaltig. Die Menschen erfinden mit Köpfchen und dann kommt der Katzenjammer nach 50 Jahren erst?

  • 40 Franziska 1 25.06.2025, 18:08 Uhr

    Die Menschen könnten bei vielen Sachen nachhaltiger sein, beim Konsumieren, am Arbeitsplatz, beim Haushalt und Körperpflege, wenn nicht noch das Plastik das Mikroplastik am Markt noch überwiegend wäre im Leben. Plastik voll, sind oft noch die vielen Kinderzimmer. „Konzerne müssen umdenken und handeln“? Irgendwann wird der Geistesblitz dazu kommen, dass könnte aber noch X- Hersteller - Generationen heraus fordern Umdenken ist leicht gesagt, es werden nicht alle Länder gleich mitziehen. So ist es auch beim Klimaschutz auf der Welt, ein Land ist zu streng, dass andere Land rudert noch mit Demokratie- Freiheiten, versucht aber die Bürger zu erziehen. Der Mensch hat in der Gegenwart nicht viele Chancen wegen dem Markt, ohne Plastik leben zu können. Nur nach dem Ableben könnte der Mensch wirklich nachhaltig sein, wenn er ein Organspender wäre.

  • 39 Maximilian 25.06.2025, 18:03 Uhr

    Seit dem Flughafenbrand in Düsseldorf ist PVC ( Polyvinylchlorid ) verrufen. Deswegen nennt die Bodenbelagsindustrie bestimmte Böden nur noch Vinylboden oder Designboden. Das P und C lässt man einfach weg.

  • 38 Maximilian 25.06.2025, 17:29 Uhr

    Die Politik sollte Kombinationsprodukte zur Disposition stellen. Muss denn in jedem Ü-Ei eine Plastiküberraschung stecken? Die Tüten in Schnellrestaurants, die kurzlebiges Plastikspielzeug beifügen finde ich auch bedenklich.

    Antworten (1)
    • Franziska 1 25.06.2025, 22:45 Uhr

      @Maximilian, die Doggy bag im Restaurant wo manche Gäste Speisereste mitnehmen oder bei Bestellung von Fastfood Shops, die nennt man Hundetüte. Früher wurde gesagt, ich nehme den Rest mit für den Hund. Ich bin nicht begeistert über diese Verpackung bei Fastfood. Der Geruch beim öffnen riecht bei warmer Speise wie nach einem alten nassen Karton. Ob diese Doggy bag Jahrzehnte überstehen wird? I don't believe it. Ja, dass kleinste Plastikfigürchen ist ein weiteres Problem. Aus Tausende oder Millionen ergibt wieder Plastik nach dem Recycling. Der Markt lernt es nie, Plastik zu reduzieren.

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