Zu gut für die Tonne: Ideen gegen Lebensmittel-Verschwendung
Stand:
Rund 11 Millionen Tonnen Lebensmittel landen jedes Jahr im Müll - 76 Kilogramm pro Person. Wie könnte das verhindert werden?
Von Annika Witzel
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Zu den Kommentaren [2]76 Kilogramm Lebensmittel landen bei jedem Einzelnen von uns statistisch gesehen pro Jahr im Mülleimer. Dazu kommen viele Tonnen Lebensmittel, die in Supermärkten weggeworfen werden - obwohl das Mindesthaltbarkeitsdatum noch lange nicht erreicht ist. Die bundesweite Aktionswoche "Zu gut für die Tonne" möchte auf das Problem aufmerksam machen.
Auch in NRW gibt es einige Mitmach-Aktionen. Veranstaltet wird die Aktionswoche vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat. Landwirtschaftsminister Alois Rainer (CSU) appelliert: "Nur gemeinsam können wir es schaffen, diese immense Verschwendung wertvoller Ressourcen zu reduzieren." Hier kommen einige Ideen, wie Lebensmittelverschwendung verringert werden kann.
Besondere Supermärkte und Bäckereien
Der Supermarkt ISSWAS in Wetter bietet Lebensmittel an, deren Mindesthaltbarkeitsdatum entweder kurz bevor steht, oder wenige Tage überschritten ist. Die Einkäuferinnen und Einkäufer freuen sich, weil die abgelaufenen Waren rund 70 Prozent günstiger sind als in regulären Supermärkten. Und die umliegenden Supermärkte freuen sich, weil sie ihre abgelaufenen Waren nicht wegwerfen, sondern dem ISSWAS-Markt spenden oder gegen eine kleine Summe abgeben können.
Gegen Verschwendung: Supermarkt in Wetter für abgelaufene Lebensmittel
Lokalzeit aus Dortmund. 15.08.2025. 03:16 Min.. Verfügbar bis 15.08.2027. WDR. Von Claudia Dolgner.
Die Marktbetreiberin lässt ihre Produkte regelmäßig in einem Labor überprüfen. Um sicher zu gehen, dass die Ware in Ordnung ist. Ähnlich läuft es auch bei einer Filiale der Bäckerei-Kette Terbuyken in Düsseldorf-Flingern. Hier werden Backwaren des Vortags günstiger verkauft.
Containern - bislang eine Straftat
Wenn es nach den Verbraucherzentralen ginge, wäre Containern bald eine legale Möglichkeit, um gegen Lebensmittelverschwendung vorzugehen. Laut Bundesverband werden in Supermärkten häufig Lebensmittel fünf Tage vor Ablauf der Mindesthaltbarkeit entsorgt. Dieses Essen ist noch ess- und genießbar und landet doch in Containern.
Das Einsteigen in diese Container und Herausfischen der Lebensmittel wird als Containern oder Mülltauchen bezeichnet. In Deutschland ist das rechtswidrig, weil es als Diebstahl eingestuft wird.
Die Verbraucherzentralen möchten das ändern, unter anderem weil Containern gerade den Menschen hilft, die sich einen regulären Einkauf nicht leisten können. Der Handel ist dagegen, Containern zu legalisieren. Der Supermarkt könnte nämlich im Falle einer Lebensmittelinfektion haftbar gemacht werden.
Auch die Politik wird sich beim Containern nicht einig. Zwar hat sich der Bundestag 2023 mit einer Legalisierung beschäftigt, die erforderliche Mehrheit der Bundesländer kam aber nicht zustande.
Essensretter-Apps und Plattformen
Komplett legal hingegen sind Lebensmittelretter-Apps wie "To Good To Go" oder "ResQ Club". Hier können sich Partnerläden, wie Bäckereien, Bistros oder Restaurants anmelden und Lebensmittel eintragen, die am Ende des Geschäftstages noch übrig geblieben sind. Nutzerinnen und Nutzer der App können sich zu einem niedrigen Preis eine Überraschungstüte sichern, zu einem bestimmten Zeitpunkt beim Laden vorbeigehen und so Lebensmittel vor dem Müll bewahren.
Mittlerweile nutzen 100 Millionen Menschen weltweit "To Good To Go" und 175.000 Partnerläden stellen ihre Lebensmittel zur Verfügung. Darunter auch Hotels, Tankstellen und einige Supermärkte.
Foodsharing-Ideen
Ein Fairteilerschrank mit Lebensmitteln
Eine Plattform, die lokale Ideen übersichtlich bündelt, ist foodsharing.de. Hier gibt es viele Vorschläge, die besonders im Kleinen gut funktionieren: Menschen, die in den Urlaub fahren, machen ihren Kühlschrank leer und geben ihre Lebensmittel bei den Nachbarn ab. Eine foodsharing-Gruppe kann ein öffentliches Event organisieren, bei dem Lebensmittel zur Verfügung gestellt werden.
Eine weitere Möglichkeit sind so genannte "Fairteiler"-Systeme. Orte, an denen Lebensmittel weitergegeben werden können. Das können Regale oder sogar Kühlschränke an gut zugänglichen Orten sein. Auch Cafés wie das B-Side in Münster können Teil des Fairteiler-Systems werden.
Unsere Quellen:
- WDR-Reporter
- Bundesverband Verbraucherzentralen
- Internetauftritte der App-Anbieter und Plattformen
- Nachrichtenagenturen
2 Kommentare
Kommentar 2: Oldtimer schreibt am 30.09.2025, 11:10 Uhr :
Containern legalisieren klingt nach Nötigung legalisieren für Klimakleber. Oder es erinnert an die Legende von Robin Hood, der in der Erzählung die Reichen ausraubt um es Armen zu geben; war eigentlich nicht üblich im Mittelalter. Es ist keine gute Idee nach guten und schlechten Einbrechern zu Unterscheiden. Außerdem bezweifel ich stark, dass 76kg pro Person an Lebensmittel aus privaten Haushalten stammen, wie hier als Eindruck transportiert. Das macht 200g pro Tag in den Müll geworfen, in Wurst umgerechnet würde ich täglich so viel wegwerfen wie ich in fast einer Woche verbrauche. Das sieht nach Haltungsstatistiker im Haltungsjournalismus aus, traue keiner Statistik die du nicht selbst gefälscht hast. Irgendwie stört es mich schon wenn ich alle 2 Jahre vorzeitig eine Scheibe Brot wegwerfen muss weil vor Ablaufdatum verschimmelt. Aber daraus mache ich keine Philosophie, da haben wir ganz andere Probleme. Es kollidiert auch mit dem Appell auf gesunde frische Lebensmittel zu achten.
Kommentar 1: Franziska 1 schreibt am 29.09.2025, 23:01 Uhr :
Also bitte, wer wirft jeder von uns Einzelnen statistisch etwas über 6 Kilogramm im Monat an Lebensmittel in den Mülleimer? Soviel bleibt bestimmt nicht bei jeden auf den Essensteller übrig. Wer nimmt verfaulte, ungenießbare, gärende Reste aus den Müllbeutel und wiegt sie? Wer wirft im Jahr so viel Lebensmittel weg, was man noch essen kann, bei den hohen Preisen? Lebensmittel landen eher vom Discounter in die Tonne, was soll er damit machen, wenn Lebensmittel nicht mehr so gut ausschauen wie der Kunde es sich wünscht? XXX-Mal am Tag drücken Kunden das Obst, Gemüse und anderes und legen es wieder zurück. Übrig gebliebene Waren, die weg müssen vor Feiertagen könnte man auch verschenken. Hat die zuständige Politik da was dagegen, gibt es dazu einen Passus? Bei mir kommen Gartenprodukte auf den Kompost und der Einkauf wird so geplant, dass nur das weggeworfen wird, was mir der Supermarkt an schlechte Ware untergejubelt hat ohne es zu sehen im Laden.