Hundesteuer, Grundsteuer und Co: Für viele Menschen wird es teurer
Aktuelle Stunde . 18.12.2025. 27:22 Min.. UT. Verfügbar bis 18.12.2027. WDR. Von Anne Bielefeld.
Hundesteuer, Futter, Versicherung: Was kostet ein Hund im Jahr?
Stand:
Trotz Protest hat die Stadt Lünen eine deutliche Erhöhung der Hundesteuer für 2026 beschlossen. Doch die Steuer ist nicht der einzige Kostentreiber für Menschen, die einen Hund halten. Was kostet eigentlich ein Hund im Jahr?
Von Katja Goebel
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Zu den Kommentaren [3]In Lünen hat der Rat am Donnerstag eine deutliche Erhöhung der Hundesteuer für 2026 beschlossen. Für einen Hund zahlt man in Zukunft 156 Euro statt 108 Euro im Jahr. Bei zwei Hunden mehr als 200 Euro pro Hund, statt bisher 120 Euro. Sie erwartet so ein Plus von gut 300.000 Euro pro Jahr. Eine Online-Petition und eine Demonstration im Vorfeld konnte die Erhöhung der Steuer nicht verhindern.
Tatsächlich liegen die Hundesteuersätze in mancher NRW-Kommune sogar noch über der neuen Marke von Lünen. Und die Unterschiede zwischen den einzelnen Städten und Gemeinden sind groß.
Hagen bleibt Spitzenreiter - auch Ahlen erhöht
Der Bund der Steuerzahler Nordrhein-Westfalen hat auch in diesem Jahr einen Hundesteuervergleich aller 396 Städte und Gemeinden in NRW veröffentlicht. Das Ergebnis: Spitzenreiter ist die Stadt Hagen mit 180 Euro im Jahr für den ersten Hund. Gar keine Hundesteuer für den ersten Hund hat bisher übrigens die Stadt Ahlen erhoben.
Doch das ändert sich zum 1.1.2026. Wenn nur ein Hund gehalten wird, fallen in Ahlen dann 78 Euro pro Jahr an. Bei zwei oder mehr Hunden werden dann mindestens 108 Euro pro Tier und Jahr fällig. Deutlich teurer wird es bei "gefährlichen Hunden". Bei ihnen beträgt die jährliche Steuer ab dem ersten Tier jeweils 624 Euro im Jahr.
Und noch etwas hat der Bund der Steuerzahler herausgefunden: 37 Kommunen in Nordrhein-Westfalen haben die Hundesteuer erhöht. Davon haben neun Kommunen zugleich die Hundesteuer für gefährliche Hunde erhöht und drei sogar neu beschlossen. In Monheim müssen Besitzer für Hunde, die nach Liste als gefährlich eingestuft sind, 1.440 Euro berappen. "Gefährliche Hunde" sind nach Landeshundegesetz NRW Tiere, die aufgrund ihrer Rasse oder ihres Verhaltens (im Einzelfall) als gefährlich eingestuft werden.
Steuerbefreiung für alte Tierheimhunde
Es gibt aber auch Kommunen, die die Hundesteuer zumindest in speziellen Fällen erlassen. Mehr Städte und Gemeinden in NRW wollen auf die Hundesteuer künftig verzichten, wenn jemand einen Tierheim-Hund adoptiert, der acht Jahre oder älter ist. Im Rhein-Sieg-Kreis haben die Stadt Troisdorf und die Gemeinde Eitorf gerade eine solche Steuerbefreiung beschlossen. Sie gilt lebenslang für Senioren-Hunde aus dem Tierheim Troisdorf, das für die meisten Kommunen im Rhein-Sieg-Kreis zuständig ist.
In 190 NRW-Kommunen und Gemeinden gilt die Steuerbefreiung zumindest für ein Jahr, wenn jemand einen Hund aus dem Tierheim übernimmt. Ganz neu beschlossen haben das in diesem Jahr zum Beispiel Oberhausen, Hilden, Coesfeld oder Velbert.
Was kostet ein Hund?
Neben den Anschaffungskosten ist die Hundesteuer aber natürlich nur ein kleiner Teil der jährlichen Kosten für den geliebten Vierbeiner. Der Deutschen Tierschutzbund hat grob überschlagen, was ein Hund mindestens im Jahr kostet und beziffert die jährlichen Kosten auf 1.200 bis 1.350 Euro. Darin enthalten sind Steuern, Haftpflichtversicherung, Futter, Impfungen und Entwurmung sowie gegebenenfalls noch eine Tierkrankenversicherung. Die Helvetia-Versicherung hat ausgerechnet, dass ein Hund durchschnittlich circa 15.000 Euro während seines Lebens kosten kann.
In der angegebenen Jahresrechnung nicht erhalten sind die Tierarztkosten, die dazukommen können. Und die haben es in sich. Die Gebührensätze für den Tierarztbesuch sind in den letzten Jahren extrem gestiegen. Der Grund: Eine neue Gebührenordnung. Damit können Tierärzte seit 2022 den dreifachen Satz berechnen. Statt 23,62 Euro für die Untersuchung mit Beratung bei Hund oder Katze werden jetzt schon mal 70,86 Euro fällig. Im jährlichen Durchschnitt belaufen sich die Tierarztkosten nach Angaben der Versicherung Hanse-Merkur auf etwa 150 bis 200 Euro.
Hilfe für bedürftige Hundebesitzer
Immer mehr Senioren stoßen an ihre finanziellen Grenzen, wenn ihre Haustiere schwer krank werden. Die Behandlungskosten sind oft zu hoch, und viele ältere Menschen wissen nicht, wo sie Hilfe finden. Es gibt Vereine, die sich solcher Probleme nach genauer Prüfung annehmen. Ein Beispiel ist der Verein pro Vobis. Er springt in akuten Notfällen ein und bezahlt Operationen oder Therapien für Tiere, deren Besitzer finanziell überfordert sind.
Außerdem gibt es in manchen NRW-Städten auch Tiertafeln. Sie wollen mit Futterspenden Mitbürgern helfen, die finanziell nicht in der Lage sind, ihre Haustiere gesund und artgerecht zu halten. Solche Tiertafeln gibt es zum Beispiel in Düsseldorf, Duisburg, Wuppertal, oder Gelsenkirchen.
Unsere Quellen:
Sendung: WDR 2, 4, 5, Hörfunknachrichten, 18.12.2025, 11 Uhr
3 Kommentare
Kommentar 3: Anonym schreibt am 20.12.2025, 14:50 Uhr :
Strafen für Hundekot!!!
Kommentar 2: Silke S. schreibt am 19.12.2025, 13:22 Uhr :
Das Listenhunde so viel Steuer kosten ist eine Zumutung. Diese Rasseliste haben sich ahnungslose Idioten ausgedacht. Diese Tiere haben kaum eine Chance aus dem Tierheim zu kommen. Alles andere: Wir haben kaum eine Handhabung.
Kommentar 1: Frank schreibt am 19.12.2025, 12:25 Uhr :
Das mit den Kosten kommt auch stark auf den Besitzer an. Mein (kleiner) Hund ist gar nicht so teuer. Er hat kein Körbchen, kein extra Spielzeug, keine Decken etc. Er schläft bei mir im Bett und wird mit alten Handtüchern gereinigt. Zu fressen bekommt er morgens Trockenfutter mit Insekten, da hält ein 50€-Beutel ca. 6 Monate, abends bekommt er das gleiche, was ich für mich koche (vegan/vegetarisch), nur ohne Gewürze. Alle drei Jahre bekommt er seine Tollwut-Impfung, das sind auch die einzigen Tierarztbesuche. Er war noch nie krank. Statt Wurmkur mache ich einmal jährlich (früher häufiger) einen Wurmtest, der kostet 11€. Der war bisher immer negativ. Ansonsten sind wir den ganzen Tag zusammen, gehen viel spazieren, fahren mit dem Wohnmobil herum etc. Ein Hund braucht nicht wirklich viel zum Leben, Zeit mit seinem Besitzer ist ihm das wertvollste.