Gaza und Israel: So hoffen Menschen auf ein Leben ohne Krieg | Aktuelle Stunde

06:46 Min. Verfügbar bis 12.10.2027

Gaza und Israel: So hoffen Menschen auf ein Leben ohne Krieg 

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Nach zwei Jahren Krieg schweigen die Waffen in Gaza. Die Ruhe lässt die Menschen in Israel und Gaza hoffen - auf die Heimkehr der Geiseln und ein Leben nach dem Krieg.

Von Katja Goebel

"Meine Gefühle sind immens, es gibt keine Worte, um sie zu beschreiben – für mich, für uns, für ganz Israel, das die Geiseln wieder zu Hause haben will und darauf wartet, dass sie alle zurückkehren", sagte Einav Zangauker, Mutter des 25-jährigen Matan Zangauker, der sich noch in den Händen der Hamas befindet. 

Geiselangehörige: "Alles hängt am seidenen Faden"

Einav Zangauker, die Mutter der Geisel Matan Zangauker

Einav Zangauker, Mutter einer Geisel

Schon am Samstag waren zehntausende Menschen auf dem sogenannten Geiselplatz in Tel Aviv zusammengekommen. Ein Ort der geschaffen wurde, um an das Leid der Geiseln zu erinnern. Viele, die an diesem Tag hierher kommen, schwenken israelische und amerikanische Flaggen, tragen T-Shirts mit den Gesichtern der Geiseln darauf oder recken Fotos der Entführten auf Plakaten in die Höhe "Wir wollen sie zurück und haben das Gefühl, dass alles am seidenen Faden hängt und ich nichts tun kann," beschreibt es eine andere Angehörige.

Ganz Israel erwartet die Rückkehr der Geiseln, die die Hamas-Terroristen vor zwei Jahren verschleppt hatten. Spätestens am Montagmorgen sollen sie freigelassen werden. Zum Feiern ist es vielen in Israel dennoch zu früh.

Friedensplan soll am Montag unterzeichnet werden

Ein gutes Zeichen ist, dass US-Präsident Trump sein Kommen nach Ägypten angekündigt hat. Die ägyptische Regierung erwartet bei dem Friedensgipfel am Montag Staats- und Regierungschefs aus mehr als 20 Staaten. In einer Zeremonie soll dann der Friedensplan unterzeichnet werden, dem Israel und die Terrororganisation Hamas Ende der Woche zugestimmt haben. Israel hat seine Armee schon bis zu einer vereinbarten Linie zurückgezogen.

Gaza: Hunderttausende kehren heim

Auch auf der anderen Seite der Grenze im Gazastreifen spielen sich schon seit Samstag bewegende Szenen ab. Rund 200.000 Menschen, die vor der israelischen Armee geflüchtet waren, sind jetzt nach palästinensischen Angaben seit Beginn der Waffenruhe zurückgekehrt. Die Zukunft ist jedoch ungewiss.

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"Papa, wo ist unsere Haus?"

Viele Menschen fanden bei der Rückkehr ihre Häuser in Trümmern vor. Wie zum Beispiel der 35-jährige Mohammed Abu Auda, der von seiner Rückkehr in seine Heimatstadt Bet Hanun im Norden des Gazastreifens erzählt: Die Straßen seien voller Menschen gewesen, die zu Fuß unterwegs waren. "Als wir unser Zuhause erreichten, sahen wir nur Ruinen. Selbst die Bäume, die ich gepflanzt hatte, waren verbrannt." Die Kinder hätten gefragt: "Papa, wo ist unser Haus?" Er habe erwidert: "Hier, das ist unser Zuhause – wir werden es wieder aufbauen."

Frau vor den Trümmern ihres Hauses

Spielzeug der Tochter in den Trümmern gefunden

Eine andere Heimkehrerin findet bei ihrer Rückkehr ebenfalls ihr Haus in Trümmern vor. Doch sie entdeckt noch etwas anderes - eine Puppe. "Das ist das Spielzeug meiner Tochter. Ich habe es aus den Trümmern gezogen. Wenn sie jetzt nach ihrem Spielzeug fragt, gebe ich ihr das. Ich bin froh, dass es überlebt hat."

Hoffen und Bangen auch in NRW

Auch in NRW hoffen und bangen viele Menschen mit. Beim jüdischen Laubhüttenfest in Bonn folgten zum Beispiel viele hundert Interessierte der Einladung zum Dialog. Im Mittelpunkt stand die Frage "Was gibt dir Hoffnung?". Begleitet wurde die Aktion von jüdischer Musik, koscherem Wein sowie Mitmach-Aktionen zur jüdischen Religion. Bonns Oberbürgermeisterin Katja Dörner begrüßte das große Interesse. Sie hoffe, dass sich eine Entspannung der zuletzt so bedrückenden Situation in Gaza und Israel auch positiv auf das Miteinander der Religionen und Kulturen in Deutschland auswirke, so Dörner.

In Siegen ging am Samstag die Palästinensische Gemeinde gemeinsam mit Mitgliedern anderer Gemeinden bei einer Pro-Palästina-Demonstration auf die Straße. Die Botschaft der Demonstrierenden war, dass trotz des Abkommens und der Erklärung, den Krieg zu beenden, die Menschen in Gaza immer noch leiden.

Unsere Quellen:

  • Nachrichtenagenturen dpa, AFP
  • Reporter vor Ort auf dem jüdischen Laubhüttenfest in Bonn
  • Gespräch mit Mohamed Barbarawi von der Palästinensischen Gemeinde Siegen -
  • WDR-Beitrag der Aktuellen Stunde vom 11.10.2025

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