Wolfgang Kubicki will kandidieren | Aktuelle Stunde
WDR. 03:34 Min.. Verfügbar bis 05.04.2028.
Wolfgang Kubicki will FDP-Chef werden - sein Konkurrent kommt aus NRW
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Nach Wahlniederlagen in Serie sortiert sich die FDP neu: Wolfgang Kubicki und NRW-Chef Henning Höne wollen die Partei führen. Es wird auf eine Kampfkandidatur hinauslaufen.
Eine Partei in der Krise sucht nach einer Perspektive: Der langjährige Vize-Vorsitzende der FDP, Wolfgang Kubicki, will beim Parteitag im Mai als Bundesvorsitzender antreten. Der amtierende Parteichef Christian Dürr verzichtet zugunsten von Kubicki auf eine neue Kandidatur. Dennoch ist das Rennen um den Parteivorsitz noch längst nicht entschieden. Der nordrhein-westfälische Partei- und Fraktionschef Henning Höne erklärte am Ostersonntag gegenüber dem WDR, dass er seine Kandidatur aufrechterhalten wird.
Zu einem glaubwürdigen Neuanfang gehören eben auch neue Gesichter, genau das ist Teil meines Angebots. Henning Höne (FDP)
Kubicki, seit mehr als 50 Jahren in der FDP und inzwischen 74 Jahre alt, hatte eigentlich schon den Rückzug aus der Politik angekündigt, als die Liberalen 2025 den Einzug in den Bundestag verpassten. Damals meinte er außerdem mit Blick auf den Parteivorsitz: "Dass ich nicht die Zukunft der Partei bin, das weiß ich selbst." Offensichtlich sieht er dies nun anders.
Kubicki: Keine Angst vor Populismus-Vorwürfen
Mit Kubicki würde die FDP einen ihrer prominenten Köpfe ins Rennen schicken - aber auch einen Liberalen, der mit seinen Äußerungen immer wieder aneckt. In seinem 2025 erschienenen Buch "Aufwind im freien Fall" rief er seine Parteifreunde dazu auf, öfter in die Offensive zu gehen. "Es darf keine Scheu vor Zuspitzung geben, keine Sorge, dass man des Populismus geziehen wird."
Die Freien Demokraten dürften sich "nicht zu fein sein, in Wählersegmente vorzudringen, die wir vorher liegengelassen haben". Beim Thema Migration vertritt Kubicki eine restriktive Linie. Wer sich nicht um Integration bemühe, der werde in Deutschland nicht gebraucht. Er warnt davor, die AfD-Wähler auszugrenzen.
Henning Höne: Neuanfang braucht neue Gesichter
Henning Höne ist Vorsitzender des FDP-Landesverbands Nordrhein-Westfalen.
Im WDR-Interview am Ostersonntag betonte hingegen sein Mitbewerber um das Amt, Höne, die FDP brauche dringend einen Neuanfang. "Zu einem glaubwürdigen Neuanfang gehören eben auch neue Gesichter, genau das ist Teil meines Angebots." Zuspitzung sei im politischen Betrieb völlig in Ordnung, so Höne. Allerdings müssten solche Aussagen stets "fachlich fundiert" sein, um zum Erfolg zu führen. Auf die Kandidatur Kubickis angesprochen, sagte Höne: "Ich bleibe bei meiner Kandidatur. Ich habe nicht kandidiert gegen eine bestimmte Person, sondern für den Bundesvorsitz der Freien Demokraten."
Der Politikwissenschaftler, und ehemaliges Mitglied der SPD-Grundwertekommission, Wolfgang Schroeder von der Uni Kassel, erklärte im WDR, die Existenznot der FDP sei "mit Händen zu greifen". Da liege es nahe, auf die "Resterampe" zuzugreifen. "Und die Resterampe heißt hier Populismus." Kubicki habe Erfahrung darin, öffentliche Aufmerksamkeit zu generieren, wie kaum ein anderer in der FDP. "Ob das allerdings ein Neuanfang ist, da muss man ein großes Fragezeichen machen."
Allerdings sei das Rennen noch völlig offen, so Schroeder. Höne sei jung und vertrete als NRW-Vorsitzender rund 25 Prozent aller FDP-Mitglieder. "Das ist eine hochspannende Machtkampfsituation innerhalb der FDP - mit offenem Ausgang."
Strack-Zimmermann plädiert gegen "alte Schlachtrösser"
FDP-Europaabgeordnete Strack-Zimmermann
Unterstützung für Höne kommt auch von der stellvertretenden FDP-Chefin Marie-Agnes Strack-Zimmermann, die bis vor Kurzem selbst eine Kandidatur in Betracht gezogen hatte: "Die FDP muss von einer neuen Generation in die Zukunft geführt werden, nicht nur von alten Schlachtrössern", sagte sie dem Berliner Tagesspiegel.
Unsere Quellen:
- WDR-Interview mit Henning Höne
- WDR-Interview mit Wolfgang Schroeder
- dpa
- AFP
- Tagesspiegel
Sendung: WDR Fernsehen, Aktuelle Stunde, 05.04.2026, 18:45 Uhr