Streiks an Schulen | Aktuelle Stunde

00:49 Min. Verfügbar bis 21.01.2028

Warnstreiks an Schulen und Hochschulen in NRW

Stand:

Am Donnerstag hat es weitere Warnstreiks an Schulen in NRW gegeben - diesmal auch an Hochschulen. Für den 29.1. ist unter anderem in Köln ein bundesweiter "Streiktag Bildung" geplant.

Hintergrund der Warnstreiks sind die Tarifverhandlungen für die Beschäftigten der Länder. Ayla Çelik, Vorsitzende der GEW NRW, forderte "existenzsichere Löhne, von denen man leben kann, und Arbeitsbedingungen, die dauerhaft gesund halten."

Konkret fordern die Gewerkschaften in der Länder-Tarifrunde 7 Prozent, mindestens aber 300 Euro mehr Gehalt monatlich. Der Tarifabschluss soll eine Laufzeit von zwölf Monaten haben. Die dritte Verhandlungsrunde ist für den 11. und 12. Februar geplant.

Um den Druck auf die Arbeitgeber zu erhöhen, ruft die GEW für Donnerstag, 29. Januar, zu einem bundesweiten „Streiktag Bildung“ auf. Eine der zentralen Veranstaltungen findet in Köln statt, die weiteren in Berlin, Hamburg, Leipzig und Mannheim. 

Warnstreiks am Donnerstag an Schulen und Hochschulen in NRW

Bereits diese Woche hat es in NRW Warnstreiks gegeben. Für Donnerstag hatte die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Beschäftigte an Schulen und Hochschulen in Aachen, Düsseldorf, Krefeld, Neuss und Mönchengladbach dazu aufgerufen.

Demonstranten laufen in Wuppertal durch die Straßen.

Warnstreik in Wuppertal

Auch in Wuppertal gab es einen Warnstreik. Nach WDR-Informationen kamen dafür zunächst an der Alten Feuerwache rund 150 Personen zusammen. Später gab es unter anderem eine Kundgebung vor dem Hauptbahnhof.

Kein kompletter Unterrichtsausfall an den Schulen

An den Schulen kam es zu Ausfällen einzelner Unterrichtsstunden. Streiken dürfen nur angestellte Lehrerinnen und Lehrer - nicht die verbeamteten, die den Großteil des Personals an Schulen ausmachen. In NRW gibt es aktuell nach Angaben der Gewerkschaft etwa 40.000 tarifbeschäftigte Lehrkräfte.

Streikende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft

Streikende in Düsseldorf

Auch an der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf wurde gestreikt. Studentische Hilfskräfte wollten ebenfalls streiken. Rund 100 Streikende waren an der Universität.

Dina Kirschbaum in GEW Klamotten auf dem Streik

Dina Kirschbaum, Sozialpädagogische Fachkraft

Dina Kirschbaum ist sozialpädagogische Fachkraft vor allem in der ersten und zweiten Klasse. Auch sie war beim Streik dabei und erklärte, dass gerade in der Grundschule die Grundlage für Bildung gelegt werde und dass Bildung eines unserer wichtigsten Güter sei. "Deshalb finde ich es extrem schade, dass so wenig Entgegenkommen bei der Bezahlung ist", sagte sie.

In Aachen wurde an der RWTH und an der Uniklinik gestreikt. Erwartet wurden größere Auswirkungen. Es gab einen gemeinsamen Streikmarsch.

Schon am Mittwoch Streiks an Schulen in NRW

Warnstreiks an Schulen: Demo in Münster

Kundgebung in Münster mit etwa 50 Lehrkräften und Schulsozialarbeitern

Bereits am Mittwoch wurde an einigen Schulen in NRW gestreikt. Die GEW hatte in Gelsenkirchen, Köln, Münster, Bonn, Rhein-Sieg und Euskirchen Arbeitsniederlegungen von angestellten Lehrerinnen und Lehrern angekündigt.

Laut NRW-Schulministerium waren die Schulen bemüht, im Rahmen der personellen Möglichkeiten eine Aufsicht und Betreuung der Schüler sicherzustellen.

Bei einer Demo am Mittwochvormittag am Kölner Hans-Böckler-Platz waren nach Angaben eines WDR-Reporters vor Ort mehr als 100 Leute zusammengekommen. Viele zeigten sich frustriert über die aktuellen Tarifverhandlungen. Sie forderten mehr Geld und auch einen Tarifvertrag für Studierende.

Warnstreiks an Schulen: Demo in Gelsenkirchen

Streikende in Gelsenkirchen

Auch in anderen Städten gab es Kundgebungen, darunter in Gelsenkirchen, Münster und Wuppertal.

Warnstreiks Lehrer am Mittwoch

WDR Studios NRW 19.01.2026 00:19 Min. Verfügbar bis 19.01.2028 WDR Online


Auch Sozialarbeiter und Fachkräfte zum Streik aufgerufen

Am Mittwoch waren auch Schulsozialarbeiter, die im Landesdienst beschäftigt sind, Fachkräfte im multiprofessionellen Team (MPT-Kräfte), sozialpädagogische Fachkräfte in der Schuleingangsphase, Lehrkräfte für den herkunftssprachlichen Unterricht (HSU-Lehrkräfte) sowie alle TV-L-Beschäftigte und studentisch Beschäftigte an Hochschulen zum Streik aufgerufen.

Unsere Quellen:

  • Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW)
  • Beobachtungen von WDR-Reportererinnen und -Reporter vor Ort
  • Nachrichtenagentur dpa

Sendung: Nachrichten auf WDR 2 und WDR 4, 21.01.2026, ab 06.00 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, Aktuelle Stunde, 21.01.2026, 18.45 Uhr

Kommentare zum Thema

12 Kommentare

  • 12 nrw-bürger 24.01.2026, 16:32 Uhr

    Ich bin sebst im ÖD. Ich finde, 3% reichen. Der Öff Dienst braucht Respekt und die Durchsetzung der Regeln. Geld ist nicht das Hauptproblem. Verdi überspannt den Bogen.

  • 11 Paul S. 23.01.2026, 14:31 Uhr

    Diese Hetze hier in Richtung Lehrer und Beamte --- wie immer..., zeigt nicht von Bildung.

  • 10 Schaefer 23.01.2026, 11:35 Uhr

    Geld ist nicht alles. Besonders als Pensionär bin ich dankbar, dass der Staat mich angemessen allimentiert. Das ist auch eine Entschädigung für die Hetze in Richtung: "alle Beamte sind faul!"

  • 9 Anonym 22.01.2026, 15:36 Uhr

    Ich finde es ist das gute Recht der Angestellten Lehrer zu streiken, da es nicht sein kann, dass diese im Vergleich zu ihren verbeamteten Kollegen für den selben Job schlechter bezahlt werden, zumal es mWn. eine Altersobergrenze für die Verbeamtung gibt. Zudem ist es bei weitem nicht mehr so, dass Lehrer nur bis 13 Uhr unterrichten, da die meisten Schulen inzwischen nach dem Ganztagskonzept arbeiten. Ein weiterer Punkt ist die erhöhte Belastung von Lehrkräften durch langfristig ausfallende Lehrkräfte z.B. durch Elternzeit oder Sabbatical. Diese Stellen dürfen nämlich nicht in allen Fällen neu ausgeschrieben werden, sodass auf dem Papier eine Schule vollbesetzt sein kann, aber in der Realität fünf Lehrkräfte fehlen. Des Weiteren endet der Job der Lehrkräfte ja nicht mit Unterrichtsschluss. Danach müssen noch Klausuren kontrolliert oder erstellt werden und der Unterricht für den nächsten Tag vorbereitet werden. Zuletzt finde ich, dass auch Lehrer ein Recht auf angemessene Bezahlung haben

  • 8 Esel auf dem Eis 22.01.2026, 14:54 Uhr

    Selbstverständlich sollen angestellte Lehrer und Lehrerinnen für ihre Interessen streiken dürfen. Allerdings sollte auch der Handlungsspielraum für deren Arbeitgeber dahingehend erweitert werden, schlechte, faule, unfähige, desinteressierte, unmotivierte Lehrer und Lehrerinnen loszuwerden.

    Antworten (2)
    • Frag nur mal so 23.01.2026, 08:42 Uhr

      Das ist eine nette Idee, den Handlungsspielraum zu erweitern, um unfähige Lehrer loszuwerden, aber wie wollen Sie das messen? Am Notenschnitt im Unterricht? An den subjektiven Aussagen von Schülern/Eltern? Sitzt da dann hinten einer in der Klasse und bewertet pseudosubjektiv, ob ihm der Unterricht gefällt? Oder müssen die Lehrer irgendwelche sinnfreien Fortbildungen machen, um als motiviert zu gelten? Was unterscheidet einen desinteressierten Lehrer von einem interessierten Lehrer, wenn beide sich an den vorgegebenen Lehrplan mit den vorgegebenen Inhalten halten? Klar, bei dem einen haben die Kids mehr Spaß, aber soll das Grundlage der Bezahlung sein? Und wenn ja, wie misst man das? An der Anzahl der Lacher? Ist halt nicht so einfach.

    • Brigitta S. 23.01.2026, 12:02 Uhr

      Sorry, man muss sich schämen, ich finde es krass wie der Schreibstil ist. Der Groll in Verbindung mit anonymer Unterstellung geht gar nicht. Den sollte man lieber zuhause lassen privat. Ich sehe es als pure Hetze, was nicht für eine sachliche Diskussion steht.

  • 7 Heinz 22.01.2026, 13:28 Uhr

    Die Forderung "existenzsichernde Löhne", irritiert mich etwas. Soll diese für die studentischen Hilfskräfte gelten? Das fände ich gut. Aber ich glaube nicht, dass angestellte Lehrkräfte unter dem Niveau der Existenzsicherung bezahlt werden. Sicher erhalten sie auch weit mehr als den Mindestlohn. So wird leider der Eindruck erweckt, dass die GEW ein wenig die Verhältnisse verkennt.

    Antworten (1)
    • Rika 22.01.2026, 16:51 Uhr

      Ich bin selbst gewerkschaftlich an der Uni aktiv. Das Problem sind eher die befristeten Verträge und die schlechten Arbeitsbedingungen. Außerdem gibt es viele halbe und sogar viertel Stellen. Davon kann man alleine schwer leben. Und als Studierende kann ich sagen, es ist ein großes Problem im wissenschaftlichen Arbeiten wenn man nicht weiß ob der Dozent bei dem man beispielsweise die Bachelor Arbeit schreiben möchte plötzlich weg ist. Der Kampf gegen Befristungen ist leider ein sehr schwieriger. Den durchzusetzen ist deutlich schwerer als Lohnerhöhungen..

  • 6 Otto P. 22.01.2026, 13:14 Uhr

    Vormittags Recht und nachmittags frei - diese Zeiten sind lange vorbei. Vormittags Stress und den Rest des Tages Knechterei, das trifft es besser. Das Problem sind dabei aber nicht nur mies erzogene unanständige Kinder und Jugendliche, von denen es bei genauem Hinsehen deutlich weniger gibt, als man landläufig so meint. Das Hauptproblem machen die Schulen und die Bildungspolitiker selber, denn die fortschreitende Standardisierung von Lehrplänen, Prüfungen, Korrekturmaßstäben und Unterrichtsvorgaben macht es dem Lehrer eigentlich so schwer. Wer hat schon Lust auf einen Beruf, in dem das Gehalt schon lange nicht mehhr stimmt und im Grunde jeder popelige Vokabeltest (ich übertreibe jetzt) grundsätzlich der (Dienstaufsichts)beschwerde unterliegt und Schulleitungen oft in erster Linie bemüht sind, den eigenen Hintern an der Wand entlang zu manövrieren? Lehrer müssen endlich wieder amtsangemessen bezahlt werden und das ihnen zustehende gesellschaftliche Ansehen für ihr Amt zurückerhalten.

  • 5 Versteh ich nicht ! 22.01.2026, 11:22 Uhr

    Wieso streiken die Lehrer ? Lehrer sind grundsätzlich verbeamtet. Beamte dürfen aber nicht streiken, weil das Streikverbot ein hergebrachter Grundsatz des Berufsbeamtentums ist (Art. 33 , Abs. 5 GG). Aber bei dem grünroten GEW und den meisten Lehrern mit rotgrüner Gesinnung würde mich das nicht verwundern, wenn sie trotzdem streiken würden, Kennen wir nämlich schon von den Grünen : Worklife-balance , bis der Kassenarzt kommt ohne Risiko, weil sie als Beamte unkündbar sind , megalange Schulferien und mittags ab 13 Uhr ist Schulschluß .

    Antworten (2)
    • Dr. SYLVIA Burkert 22.01.2026, 14:43 Uhr

      Schon mal was von angestellten Beschäftigten gehört? Schau dich doch mal um im Lehrerzimmer! Steht sogar im Artikel, wieviel davon Angestellte sind. Und die "rotgrün versiffte" GEW - ich bin in der GEW - ist die einzige Gewerkschaft, die gegen solche Verleumdungen von Herrn oder Frau VERSTEH ICH NICHT was ausrichtet und bewegt.

    • Wieimmer 23.01.2026, 06:46 Uhr

      Nein, Lehrende sind zwar oft, aber nicht grundsätzlich verbeamtet. Und wie es im Text zu lesen ist, gibt es in NRW 40000 angestellte Lehrende. Dazu kommt noch das weitere angestellte Personal.

  • 4 Lukas 21.01.2026, 21:36 Uhr

    Der Arbeitsmarkt wird wie jeder andere Markt auch von Angebot und Nachfrage geregelt. Das Angebot, Lehrer in NRW zu werden haben die meisten von uns Absolventen dankend abgelehnt. Wenn ich sehe, was hier passiert bin ich froh, kein Lehrer geworden zu sein. ;)

  • 3 Max 21.01.2026, 20:34 Uhr

    Barbara, da sieht man mal, dass Sie keine Ahnung vom Schuldienst haben. Unqualifizierte Kommentare sollten vermieden werden. Danke.

  • 2 Barbara Brüggemann 21.01.2026, 18:16 Uhr

    Ich kann es nicht nachvollziehen, dass eine Lehrerin die Hauptschpler Klasse 8 mit 30 Schülern noch noch mehr Geld schreit. 3.600,00 Euro Netto sind weitaus genug. Man kann es nur begrüßen das noch weniger Lehrerinnen und Lehrer auf die Straße gehen. Die Stadt Gelsenkirchen hat genug andere Baustellen. Die wichtiger sind.

    Antworten (3)
    • Sonja 21.01.2026, 18:57 Uhr

      Nein. Ist eben noch nicht genug für diesen Job und nein, ich bin keine Lehrkraft. Bei dem Stundenpensum, der Verantwortung usw. steht anderswo keiner auf.

    • David 21.01.2026, 22:55 Uhr

      Wie haben Sie denn 3600 Euro Netto ausgerechnet. Ja, ich bin angestellter Lehrer in Gelsenkirchen und ich verdiene nach E13, 2850 Euro Netto. Und nein, das reicht leider nicht - nicht nur für die Lehrkräfte. Die Reallöhne sind in Deutschland einfach zu niedrig.

    • Brigitta S. 22.01.2026, 13:28 Uhr

      @Barbara Brüggemann, man kann es nicht nachvollziehen, was Sie über eine Lehrerin schreiben. Sie steht hier anonym! Sie behaupten, 3.600,00 Euro Netto sind weitaus genug, von woher bekamen Sie diese finanzielle Aussage? Kennen Sie persönlich die Lehrerin? Für Sie sind andere Baustellen wichtiger? Welche? Sorry, nur vermutet von mir, eine eigene Baustelle? Wenn ja, dann haben Sie das gleiche Recht zu demonstrieren, wenn Sie sich ungerecht bei Lohn, Gehalt sich fühlen. Sie erwarten bestimmt nicht, dass gesagt wird: „Man kann es nur begrüßen das noch weniger Frauen auf die Straße gehen „für existenzsichere Löhne“.

  • 1 Trend 21.01.2026, 14:57 Uhr

    Allen Sozialarbeiterinnen, Sozialpädagoginnen und angestellten Lehrkräften wünsche ich viel Erfolg und einen guten Tarifabschluss! Eure Arbeit ist so wichtig für unser Land!

    Antworten (2)
    • Karin 22.01.2026, 07:18 Uhr

      Unsere auch nur nicht so hoch bezahlt 100%sicheren Arbeitsplatz kostenlose zusatzrente usw usw

    • Rentner 22.01.2026, 09:21 Uhr

      JEDER Job ist wichtig ! Ob ein Lehrer einer Grundschule mehr als 3600 Euro im Monat verdienen muß, erschliest sich mir nicht , ist einfach eine u n v e r s c h ä m t e Forderung !

Mehr Nachrichten