Brand-Katastrophe in der Schweiz: Opfer werden auch in NRW behandelt
Aktuelle Stunde . 03.01.2026. 17:18 Min.. UT. Verfügbar bis 03.01.2028. WDR. Von Meike Hendriksen.
Brand-Katastrophe in der Schweiz: Crans-Montana-Opfer in NRW-Städten
Stand:
Opfer des Brandes von Crans-Montana werden auch in NRW versorgt. Patienten bisher sind in Köln und Aachen.
Auch in der Aachener Uniklinik wird ein Opfer der Brandkatastrophe von Crans-Montana behandelt. Das hat das Krankenhaus am Samstag dem WDR bestätigt. Es handele sich um einen jungen Mann.
Eine weitere aus der Schweiz eingeflogene Person liegt im Krankenhaus in Köln-Merheim, so eine Sprecherin der Klinken Köln. Insgesamt werden neun Opfer aus Crans-Montana in Deutschland behandelt.
Außerdem hat das Universitätsklinikum Bergmannsheil in Bochum zwei Versorgungsplätze in seinem Zentrum für Schwerbrandverletzte angeboten, teilte die Klinik am Freitag mit. Diese seien aber noch nicht in Anspruch genommen worden, so das Krankenhaus.
Alle Brandopfer verteilt
Die Verteilung der Brandopfer erfolgt aus Köln nach dem sogenannten Kleeblattkonzept, welches Bund und Länder während der Corona-Pandemie entwickelt haben. Es soll garantieren, dass auch in einem außergewöhnlichen Notfall eine geordnete Verteilung von Patienten möglich ist.
Dass weitere Brandopfer aus der Schweiz in den kommenden Tagen zur Behandlung nach Nordrhein-Westfalen gebracht werden, ist laut den Kliniken Köln unwahrscheinlich. Alle Überlebenden mit Verbrennungen hätten bereits einen Krankenhausplatz zugewiesen bekommen. Insgesamt 50 Patientinnen und Patienten sollen bis Sonntag in Krankenhäuser ins Ausland gebracht werden.
Köln, Bochum und Aachen auf Verbrennungen spezialisiert
Das Krankenhaus Köln-Merheim hat eine der größten Abteilungen zur Behandlung von Verbrennungen in ganz Deutschland. In der Klinik werden seit fast 30 Jahren Menschen mit schweren Verbrennungen verarztet. Seit 2012 gibt es dort eine spezielle Intensivstation für Schwerverbrannte mit zehn Einzelzimmern.
Das Zentrum für Schwerbrandverletzte der Uniklinik der RWTH Aachen hat sechs Plätze für Menschen mit erheblichen Verbrennungen.
Elisabete Macedo Santos
Das sogenannte Schwerbrandverletztenzentrum in Bochum wurde 1968 als erste Einrichtung dieser Art in Deutschland gegründet. Zwischen 100 und 130 Menschen mit schweren Verletzungen werden dort jährlich stationär behandelt. Man nehme regelmäßig Patienten aus der Ukraine und anderen Krisengebieten auf, sagte Oberärztin Elisabete Macedo Santos dem WDR am Freitag.
In außergewöhnlichen Fällen bemühe sich die Klinik immer, Hilfe zu leisten, so Macedo Santos. Das sei selbstverständlich, weil man auch bei einem Unglücksfall in Deutschland mit internationaler Unterstützung rechnen könne. "Wenn so etwas bei uns in NRW passieren würde, dann hätten wir natürlich auch Schwierigkeiten, auf einmal 117 oder 120 Patienten zu versorgen."
Hinweis der Redaktion, 03.01.2026, 14 Uhr: In einer früheren Version des Artikels stand, dass auch zwei Brandopfer aus Crans-Montana in das Universitätsklinikum Bergmannsheil in Bochum gebracht würden. Das stimmt nicht. Das Bochumer Krankenhaus hat diese Plätze zwar angeboten. Bisher wurde daraufhin aber nicht geplant, Patienten aus der Schweiz nach Bochum zu verlegen.
Unsere Quellen:
- Deutsche Presse Agentur
- Interview mit Elisabete Macedo Santos
- Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe
- WDR-Gespräch mit Sprecherin der Klinken Köln
- WDR-Gespräch mit Sprecher der Uniklinik Aachen
- Internetseite der Kliniken Köln
- Internetseite der Uniklinik der RWTH Aachen
Sendung: WDR 5, Echo des Tages, 02.01.2026, 18:30 Uhr
Sendung: WDR 2, Nachrichten, 03.01.2026, 12:00 Uhr