Bundespolizei kontrolliert in NRW-Bahnhöfen auf Waffen
Lokalzeit aus Köln. 14.11.2025. 02:30 Min.. Verfügbar bis 14.11.2027. WDR. Von Oliver Köhler.
Bundespolizei kontrolliert in NRW-Bahnhöfen auf Waffen
Stand:
Die Bundespolizei führt an diesem Wochenende NRW-weit Waffenkontrollen an großen Bahnhöfen durch.
Ziel sei es, das Sicherheitsgefühl der Bahnreisenden zu stärken und verbotene Gegenstände frühzeitig zu erkennen. An den meisten Bahnhöfen begannen die Kontrollen am Freitagnachmittag um 16 Uhr.
Kontrollen an zehn NRW-Bahnhöfen
An zehn Bahnhöfen in NRW wird kontrolliert. Darunter sind die Hauptbahnhöfe in Düsseldorf, Köln, Dortmund, Bochum und Essen. Die Bundespolizei zeige dort verstärkt Präsenz und kontrolliere stichprobenartig Reisenden und deren Gepäck, heißt es. Die Maßnahmen laufen über mehrere Tage und sollen der allgemeinen Prävention und der Einhaltung geltender Sicherheitsvorgaben dienen.
Das halten Passanten und Passantinnen in Düsseldorf von den verschärften Kontrollen
Dana kommt aus Düsseldorf
Dana kommt aus Düsseldorf. Sie sagt: "Ich fühle mich hier nicht immer sicher, es gibt hier so viele Obdachlose und viele unter Alkoholeinfluss. Immer wenn ich nachts nach Hause gehe, habe ich Angst hier."
Auch Marita aus Krefeld schildert ihre Erfahrungen: "Ich versuche immer, den Bahnhof zu meiden. Es ist immer unangenehm und abends würde ich hier schon mal gar nicht durchlaufen. Ich weiß nicht, ob die stärkeren Sicherheitskontrollen mich sicherer fühlen lassen. In Krefeld ist Polizei schon oft und viel - geholfen hat es da nicht."
Dennis ist obdachlos
Dennis ist selbst obdachlos. Er findet die Kontrollen grundsätzlich sinvoll: "Ich finde das gut, dass die Polizei das Sicherheitsgefühl erhöhen will, aber ich glaube, das würde nur die Zivilpolizei schaffen."
Kontrollen am Kölner Hauptbahnhof
Beamte der Bundespolizei überprüfen Ausweise. An Kölns größtem Bahnhof gibt es häufige gewalttätige Auseinandersetzungen. An diesem Wochenende gelten deshalb verschärfte Sicherheitsregeln, sagt Paul Feierabend, Sprecherin der Bundespolizei."Das heißt, Gegenstände wie Messer oder Tierabwehrspray. Aber auch Gegenstände, die normalerweise Alltagsgegenstände sind, wie zum Beispiel Küchenmesser, sind hier nicht erlaubt."
Ein Beispiel: Bei einem Jugendlichen ragt ein vermeintlicher Holzknüppel aus dem Rucksack. Bei der Kontrolle stellt sich heraus, dass es ein Klappspaten ist, der ist erlaubt. Bei einem Pärchen finden die Beamten jedoch ein Messer. Das ist im Bereich des Kölner Hauptbahnhofs an diesem Wochenende verboten. Die beiden müssen mit zur Wache. „Wer einen gefährlichen Gegenstand dabei hat, dem droht ein Zwangsgeld, und wir stellen den Gegenstand sicher“, so Feierabend zum WDR.
Erweiterte Waffenverbotszonen in Köln
In Köln gilt ab dem Wochenende nicht nur im Hauptbahnhof ein Waffenverbot, auch an fünf größeren Bahnstationen in der Stadt gilt ein Waffenverbot. Grund ist die Sperrung des Kölner Hauptbahnhofes, weswegen auch in den anderen Bahnhöfen mehr Reisende erwartet werden. Passanten dürfen dort dann auch weder Messer noch Pistolen oder Abwehrsprays mitbringen. Auch hier durchsuchen Beamte der Bundespolizei stichprobenartig Gepäck und Kleidung.
Anfang nächster Woche will die Bundespolizei eine Bilanz der Kontrollen ziehen.
Unsere Quellen:
- WDR-Interview mit der Bundespolizei
- WDR-Reporter vor Ort