Die 77. Frankfurter Buchmesse | Aktuelle Stunde

03:45 Min. Verfügbar bis 14.10.2027

Frankfurter Buchmesse eröffnet: Wie finde ich ein gutes Buch?

Stand:

Die Frankfurter Buchmesse ist eröffnet. Die Branche ist zwar in der Krise, aber gelesen wird immer noch. Wie finde ich eigentlich ein gutes Buch, das zu mir passt?

Von Oliver ScheelOliver Scheel

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Niemals gab es so wenige Buchhandlungen in Deutschland wie heute. Knapp 3.000 waren es im Jahr 2023. Fünf Jahre vorher zählte das Statistische Bundesamt noch fast 4.000 Unternehmen im Bucheinzelhandel. Viele haben die Corona-Pandemie nicht überstanden.

Denn gelesen wird schon noch. Das wird deutlich, wenn wir auf Umsatzzahlen blicken - die nämlich steigen: 2023 setzten die Einzelhandelsunternehmen knapp 4,0 Milliarden Euro um, 2018 waren es rund 3,6 Milliarden Euro. Viele kaufen ihre Bücher also ganz offenbar nicht mehr in der Buchhandlung um die Ecke, sondern im Netz.

Wie finde ich ein Buch, das mir auch gefallen wird?

Früher ging man in den Buchladen seines Vertrauens und fragte dort einfach. Das geht natürlich heute immer noch - wenn es den noch gibt. Das persönliche Gespräch ist nie schlecht. Richtig gut kann es sein, wenn ihr die Betreiber sogar schon länger kennt und die womöglich eure Vorlieben.

So weit, so einfach. Überall, wo Bücher stehen, ist ein "Spiegel Bestseller"-Aufkleber nie weit. Wie aber werden die eigentlich ermittelt? Das ist gar nicht so einfach. Media Control schreibt, dass die "eBuch Genossenschaft" gemeinsam mit Media Control und dem Spiegel-Kulturressort die Listen erstellt.

Beststeller-Listen, eine "Blackbox"?

Aufbau der Frankfurter Buchmesse 2025.

Media Control verfügt nach eigenen Angaben über eine Marktabdeckung von 88 Prozent bei den Verkaufszahlen. Auf der Webseite von eBuch steht allerdings recht wenig über die Arbeit für den Spiegel, man hält sich bedeckt.

Und es gab auch immer mal wieder Meldungen, dass der Spiegel Bücher von den Listen genommen hat, weil ihm der Inhalt nicht so wirklich passte. Das ist also ein wenig eine Blackbox.

Ein Hashtag namens Book-Tok

Angenommen, der Mainstream ist durch Bestseller-Listen halbwegs abgedeckt. Was aber, wenn ihr nicht so Mainstream-Typen seid? Glück habt ihr, wenn ihr gerne Texte aus dem Subgenre "New Adult" lest. Dieses Genre richtet sich hauptsächlich an junge Erwachsene. Hauptthemen sind Liebe, Romantik, Sex und Selbstfindung - die Geschichten handeln meist von den Herausforderungen des Erwachsenwerdens.

Unter den Hashtags #BookTok oder #Bookstagram gibt es eine Community, die dort kurze Video mit Buchrezensionen und Lesetipps teilen. Mittlerweile hat sich dort eine riesige Community mit eigenen Influencern etabliert, die erheblichen Einfluss auf das Kaufverhalten haben können. Hier gibt es also Tipps ohne Ende.

Social Media ist natürlich bekannt für seine Kürze. Da kann eine Literaturempfehlung schonmal in 30 Sekunden erfolgen. Ein persönliches Gespräch in einem Buchclub oder mit Freunden und Bekannten, die vielleicht Leseratten sind, kann durchaus auch hilfreich sein und ist höchstwahrscheinlich tiefergehend als die schnelle Empfehlung über Tiktok.

Hallo Chat-GPT, welcher Autor schreibt so ähnlich wie mein Lieblingsautor?

Und dann gibt es da noch die Community im Netz. Auf Seiten wie perlentaucher.de oder lovelybooks.de findet ihr Rezensionen, Buchtipps oder es wird besprochen, was gerade so angesagt ist. Und Apps wie Blinkist geben Kurzzusammenfassungen von Büchern und Podcasts, allerdings eher von Sachbüchern und Ratgebern als von Unterhaltungsliteratur.

Bücherkauf: "Kritiken oft nicht der entscheidende Punkt"

WDR 5 Morgenecho - Interview 14.10.2025 06:05 Min. Verfügbar bis 14.10.2026 WDR 5


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Oder ihr fragt einfach mal Chat-GPT. Wenn ihr diese oder eine andere Künstliche Intelligenz nach eurem Lieblingsautor fragt, bekommt ihr andere Werke geliefert oder vielleicht auch Autoren ans Herz gelegt, die ähnlich schreiben oder ähnliche Themen behandeln. Ein bisschen wie früher die B-Seite einer Schallplatte. Kann gut sein, muss aber nicht. Auch bei Chat-GPT sei eine Warnung ausgesprochen: Die KI ist immer nur so gut wie ihr Futter - am besten nochmal crosschecken, was ihr da präsentiert bekommt.

Das verspricht die Frankfurter Buchmesse

Westart | WDR 14.10.2025 07:37 Min. Verfügbar bis 14.10.2026 WDR Online


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Wo bekomme ich denn ein Buch auch noch günstig?

Symbolbild: Ein Mensch blättert in einem Buchladen in einem Buch.

Einfach mal im Buch blättern geht natürlich auch

Die Möglichkeiten sind also durchaus vielfältig, aber eben auch sehr individuell und subjektiv. Am Ende müsst ihr ja trotz all der Tipps entscheiden, ob ihr das Buch wirklich lesen wollt. Und ob ihr es kaufen wollt. Denn Bücher sind mittlerweile richtig teuer. Besonders für Sachbücher, aber auch für Hardcover werden hohe Preise aufgerufen.

In erster Linie gibt es zwei Möglichkeiten: Ihr könnt euch zum Beispiel in einer Art Lesezirkel organisieren, also mit Freunden oder Bekannten einen kleinen privaten Buchclub gründen. Dann kauft jeder von euch ein Buch und bekommt die Bücher der anderen geliehen - inklusive Empfehlung natürlich.

Oder: Ihr holt euch einen Mitgliedsausweis in der örtlichen Stadtbücherei. Die Jahresgebühren dafür liegen meist zwischen 20 und 30 Euro, so viel müsst ihr oft schon für ein einziges Buch hinblättern. Für junge Leute und Studierende sind die Angebote oft sogar kostenlos. Und die Auswahl ist oft riesig. Zufallsfunde könnt ihr zudem in den Bücherschränken machen, die in vielen Städten an öffentlichen Plätzen stehen. Hier dürft ihr euch entweder bedienen oder ihr tauscht.

Und nicht zuletzt könnt ihr ja auch einfach mal wieder über den Flohmarkt streifen. Vielleicht fällt euch da ja euer neues Lieblingsbuch einfach so in die Hand.

Unsere Quellen:

  • Agentur dpa
  • Media Control
  • Webseite von ebuch
  • spiegel.de
  • lesestunden.de
  • perlentaucher.de
  • Recherche und Ideen des Autors

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